Berlinale 2006
Berlinale Tag 8

Berlinale Tag 8

Am 8. Tag der Berlinale kommt das Beste wie immer zum Schluss: Sidney Lumets neuer Film mit Vin Diesel in seiner ersten ernsten Rolle.
Langsam neigt sich die Berlinale ihrem Ende zu. Vor dem Nobelhotel Hyatt, in dem sich das Pressezentrum befindet, wurde der überdachte rote Teppich teilweise schon abgebaut und die Pressevorstellungen sind nicht mehr ganz so übervoll wie an den ersten Tagen. Es lichtet sich langsam hier in Berlin. Und fast hätte es so ausgesehen, als würde das Wetter auch mitspielen. Anfangs eiskalt mit Schneefall und Regen, war es gestern sogar schon ein wenig sonnig und auch heute sah der Himmel nicht ganz so trostlos aus. Leider hielt das nur bis zum Nachmittag an, dann begann es wieder zu regnen.

Umgekehrt dazu verlief hingegen der filmische Wetterbericht 2day: am Vormittag mit „The Notorious Bettie Page“ eher bedeckt bis regnerisch, dann zu Mittag mit den „Geheimen Staatsaffairen“ noch wechselhaft, am späten Nachmittag dafür eindeutig heiter mit strahlendem Sonnenschein (wäre sie bis dann nicht schon untergegangen gewesen ... :-)) Vin Diesel liefert in Sidney Lumets Film eine höchst positive Überraschung im dramatischen Fach und sorgt auch durch die gelöste Stimmung bei der Pressekonferenz am frühen Abend für einen angenehmen und positiven Tagesausklang.

Anfangs sah es nämlich so aus, als hätten die Auflösungserscheinungen hier auf der Berlinale zu einer undeutschen Unpünktlichkeit der Pressekonferenzen geführt, die zwischendurch eine halbe Stunde außer Plan geraten war. Wenn man weiß, dass die einzelnen Pressevorführungen nur eine Stunde auseinander liegen, bedeutet eine Verzögerung von einer halben Stunde, dass man sich eigentlich nur noch ein paar Minuten Zeit lassen kann, bevor das Anstellen für die nächste Vorstellung beginnt. Aber auch das läßt langsam nach. Selbst bei dem großen Festivalbeitrag Frankreichs, Claude Chabrols „L'Ivresse du Pouvoir“, gibt es noch genug freie Sitzplätze, als der FIlm anfängt. Dafür wird komischerweise wieder genauer kontrolliert. Als ich am Vormittag mit dem Fotoapparat zur Pressekonferenz von „The Notorious Bettie Page“ gehen will, weist mich der Türsteher ab, weil ich nur eine Presse-, aber keine Fotografenakkreditierung habe. Auf meine verwunderte Frage, was das auf einmal solle, schließlich werde im Pressezentrum fleißig fotografiert, nur halt ohne Blitz, entgegnet mir der höfliche Türsteher, dass er sich dieser Tatsache durchaus bewußt sei, aber wenn ich so „offensichtlich mit dem Fotoapparat hinein will“, müsse er seine Pflicht tun, und mich abweisen. Letztes Jahr hätten sie sogar Gepäckskontrollen gemacht. Und wenn wir quasi heuer nicht brav wären, gäbe es diese im nächsten Jahr wieder. Mein lieber Freund, ich kann mir allein organisatorisch nicht vorstellen, wie Du bei DEM Andrang auf die Pressekonferenz, wie z. B. bei „Syriana“ oder „Candy“, in alle Rucksäcke gucken willst. Nun ja, ich habe das System jedenfalls durchschaut: die Kamera im Saal aus dem Rucksack zu nehmen und zu fotografieren, stört niemanden, aber vorher auspacken darfste sie nicht. Das soll verstehen, wer will, ist aber so.

Acht Tage sind hier also schon vergangen. Genug Zeit, um sich hier richtig einzuleben, den Hausbrauch und seine Schlupflöcher kennen zu lernen, gerade rechtzeitig, bis es auch schon wieder nachhause geht. Das reguläre Wettbewerbsprogramm läuft noch bis inklusive morgen, Freitag. Da stehen dann noch u.a. „Requiem“, der neue Film von „23“-Regisseur Hans-Christian Schmid über eine junge Frau, die von ihren religiös extremen Eltern durch eine Teufelsaustreibung gezwungen wird und „Capote“, Bennett Millers erst zweite Regiearbeit mit Philipp Seymour Hoffman (u.a. bekannt aus „Magnolia“) über den schwulen Schriftsteller Truman Capote („Frühstück bei Tiffany“), die für 5 Oscars nominiert ist. Mein Berlinale-Tag geht nun aber nach über 12 Stunden im Dauereinsatz zuende. Bis es morgen wieder heißt: „Film ab!“.
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