Festivals, Cannes 2026
Cannes 2026 – Tag 8: The Minotaur and the Unknown

Cannes 2026 – Tag 8: The Minotaur and the Unknown

Der achte Festivaltag stand ganz im Zeichen des Abschieds: Während noch einmal große Filme auf dem Programm standen, machten sich zwischen Kaffee, Koffer und Croisette bereits erste melancholische Gefühle breit.
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von (vodkamartini)
Tag 8 begann wie jeder unserer Tage dieser Cannes-Reise: Früh am Morgen läutete der Wecker, ein Kaffee in der mitgebrachten Mini-Espressomaschine köchelte am Herd, ich genehmigte mir Pistazien-Madeleines und Orangensaft im Licht des Sonnenaufgangs auf der Terrasse und um 7:30 Uhr machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof Richtung Festival – nur dieses Mal hatte ich meinen Koffer dabei. An meinem letzten Tag am Festival de Cannes möchte ich jede Minute genießen.

Um 8:30 Uhr saß ich schon im Grand Théâtre Lumière für die Vorstellung von Arthur Hararis „The Unknown“. Da Harari Co-Autor des Drehbuchs für „Anatomie eines Falles“ war, war ich auf diesen Film besonders gespannt. Es ist eine Körpertauschgeschichte, die jedoch viel ernster ist, als diese normalerweise sind. Für den Nachmittag hatte ich noch kein Ticket, ich spekulierte jedoch sehr darauf, für die Pressevorführung von „Minotaur“ von Andrey Zvyagintsev um 14:30 Uhr ein Ticket ergattern zu können. Da man auf der Buchungsplattform gesperrt wird, wenn man zweimal nicht zu den gebuchten Vorstellungen erscheint, werden in den Stunden vor den Vorstellungen einige Tickets storniert – selbst dann muss man aber schnell sein und deshalb sieht man an jeder Ecke Festivalbesucher:innen an ihrem Handy die Ticketseite aktualisieren, so wie ich es heute auch tun musste.

Ein Kaffee im Mediacenter, ein Gang zur Post, ein kleines Mittagessen, ein Abstecher in die Festival-Boutique und noch ein Kaffee (das waren heute verhältnismäßig wenige) – dieses Mal auf der Presseterrasse – füllten die nächsten Stunden. Währenddessen schaffte ich es tatsächlich, ein Ticket für meine gewünschte Vorstellung zu bekommen. Der Film erfüllte meine Erwartungen vollends und zählt zu meinen Cannes-Favoriten. In anderen Medien wird viel darüber geredet, dass heuer ein schwacher Wettbewerb sei. Auch wenn ich zustimmen muss, dass gerade im Rennen um die Palme d’Or einige Filme etwas enttäuschend waren, würde ich trotzdem behaupten, dass besonders in der Kategorie „Un Certain Regard“ und in den anderen Nebenschienen ein paar Schätze dabei waren. Und das Festival ist ja noch lange nicht vorbei.

Nach dem Film holte ich meinen Koffer bei der Gepäcksaufbewahrung ab und setzte mich in den Zug Richtung Flughafen Nizza, wo ich beim Schreiben dieser Zeilen jetzt gerade sitze. Ich freue mich aufs Heimkommen, aber ein bisschen sentimental bin ich schon. An dieser Stelle möchte ich noch ein paar Dankesworte in verschiedene Richtungen schicken:

Danke Harald, dass du mir diese Reise ermöglicht hast und so viel Vertrauen in mich und meine Berichterstattung gesteckt hast!

Danke Alfred, du bist der beste Reisebegleiter, den ich mir wünschen hätte können!

Danke an alle, die unsere Berichte und Rezensionen gelesen haben – das bereitet mir eine unglaubliche Freude!

Jetzt heißt es von mir erstmal „Adieu“ – Uncut-Kollege Michael bleibt noch bis Ende des Festivals vor Ort und wird von Film-Highlights berichten, die in den kommenden Tagen ihre Premiere feiern.
Au revoir und hoffentlich bis nächstes Jahr, wenn es heißt: „Bienvenue au 80e Festival de Cannes“!
Der Autor
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vodkamartini

Forum

  • Fantastisch

    Herzlichen Glückwunsch zu den tollen Artikeln und die Entdeckung des Zaubers der Filmfestspiele von Cannes!

    Die 80. Filmfestspiele werden bestimmt außergewöhnlich sein…
    leandercaine_0fc45209c9.jpg
    20.05.2026, 21:36 Uhr