Meine gestrige Anreise per Zug gestaltete sich zwar etwas schwieriger als geplant, meine Freude, endlich das Festival de Cannes besuchen zu können, war dennoch riesig. Uncut-Kollege Alfred verbrachte in der Zwischenzeit ein paar Stunden im nahegelegenen Nizza, bis wir uns dann in Juan-les-Pins trafen, wo wir während des Festivals wohnen. Abends machten wir noch einen kurzen Trip nach Cannes, um unsere Akkreditierungen abzuholen und während Michael (Uncut-Kollege Nr. 3) sich den Eröffnungsfilm im Palais de Festivals ansah, genossen wir noch ein gemütliches Abendessen in der bezaubernden Altstadt – die möglicherweise letzte normale Mahlzeit, bevor ein strikter Filmstundenplan startet.
Ausschlafen ist an diesen Tagen des Festivals noch nicht möglich – bereits um 07:00 Uhr startete heute die Ticketreservierung für den 17. Mai – wer erst um 07:01 Uhr auf die Buchungsplattform schaut, geht mit großer Sicherheit (vorerst) leer aus. Also startete mein Tag sehr früh und nach der Buchung und einem express Espresso + Croissant in der Unterkunft ging es für mich auch schon mit dem Regionalzug Richtung „Grand Théâtre Lumière“, wo ich den Eröffnungsfilm „La Vénus électrique“ nachholte. Dann startete eine kleine Erkundungstour im Palais (Wo ist der Ausgang? Eingang? Klo? Oh, gratis Kaffee!), wo ich in einem der Break Rooms Platz nahm und die erste Rezension verfasste. Alfred, der von einem unerfolgreichen Ausflug in einer Last-Minute-Ticket zurückkahm gesellte sich später zu mir und gemeinsam nahmen wir einen Mittagssnack zwischen den Yachten am Hafen zu uns.
Weiter ging es am Nachmittag für uns beide mit der Premiere von „The Match“, einer Dokumentation über das legendäre Fußballspiel zwischen Argentinien und England bei der WM 1986, wo Diego Maradona mit ein bisschen Hilfe der „Hand Gottes“ einen Treffer landete. Bevor die Cannes-üblichen minutenlangen Standing-Ovations begannen, mussten wir schnell weiter – Alfred zu „Dua“, aus der „Semaine de la Critique“-Schiene und ich zu „Butterfly Jam“, welcher im Zuge von „Director’s Fortnight“ gezeigt wurde. Mit „Butterfly Jam“ fand auch die Eröffnungszeremonie dieser Programmschiene statt, bei der die legendäre Regisseurin Claire Denis die Carrosse d’Or für ihr Lebenswerk entgegennehmen durfte. Rührend!
Ein Tag, der es (für uns Festivalgrünschnäbel) in sich hatte, ging somit zu Ende. Morgen geht es mit einem vollen Programm weiter!
13. Mai 2026, 23:59 Uhr
Festivals, Cannes 2026
Cannes 2026 - Tag 1 und 2
Auf die Festivaleröffnung mit „La Vénus électrique“ folgt der erste richtige Festivaltag für das Uncut-Team.
von
Martin Dadak (vodkamartini)












