
Der zweite Film, der an diesem Tag erstmals dem Publikum vorgeführt wurde, war das französisch-tschadische Drama „Soumsoum, the Night of the Stars“. Die junge Kellou (Maimouna Miawama) hat beängstigend realistische Visionen von Vergangenheit und Zukunft, die sie nicht einordnen kann. Auf der Suche nach Antworten wendet sie sich an die vom Dorf als Hexe verschriene Hebamme Aya (Achouakh Abakar Souleymane), die Kellou hilft, ihre Gabe zu verstehen und ihr Schicksal anzunehmen. Schön bebildert, inhaltlich eher mau.

Special Gala
Einen eventuellen Kultfilm der Zukunft gab es am Abend im Berlinale Palast zu begutachten. Das Wörtchen „Kult“ wird in „The Testament of Ann Lee“ jedenfalls groß geschrieben. Das ätherische Arthaus-Musical von Regisseurin Mona Fastvold (Drehbuch zu „The Brutalist“) setzt sich mit den Shakern auseinander, einer amerikanischen Freikirche mit sektenähnlichem Gefüge. Ihre Erlöserin? Die titelgebende Trällerdame Ann Lee, großartig gespielt von Hollywood-Star Amanda Seyfried. In der Pressekonferenz sprach die Schauspielerin (u.a: „Mamma Mia“, „Mean Girls“) von ihrer Erfahrung im Musical-Sektor und ihrer Zusammenarbeit mit dem oscarprämierten Komponisten Daniel Blumberg, der ebenfalls anwesend war.
Interview
Nach aufregenden Tagen auf der Berlinale, in denen Muriel d'Ansembourgs unkonventioneller Coming-of-Age Film „Truly Naked“ seine Premiere feiern durfte, hat die Regisseurin mit uns im Interview über den langwierigen Schaffensprozess gesprochen, der dem Film zuvor gegangen ist. Zwischen Pornografie und Intimität - mit noch einigen weiteren thematischen Zwischenstopps - entstand eine Unterhaltung, in der sie unter Anderem von ihrer Zusammenarbeit mit den Jungschauspieler*innen des Films und ihrem Interesse, Intimität in unkonventionellen Settings zu finden, erzählte. In Österreich wird der Film von Polyfilm in die Kinos gebracht und das Video wird dann rund um den (noch nicht festgelegten) Starttermin online gehen.


