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Berlinale 2026 - Tag 7 - Löbau, Lady, London

Berlinale 2026 - Tag 7 - Löbau, Lady, London

„Etwas ganz Besonderes“ mit Max Riemelt und Eva Löbau ist nur einer der Filme, die heute in Berlin auf unserem Programm standen.
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von (Uncut Berlinale Team 2026)
Heute stand im Wettbewerb zuerst die Premiere des wunderbaren mexikanischen Dramas „Moscas“ von Fernando Eimbcke auf dem Programm, in dem eine ältere Frau (Teresita Sánchez) aus Geldnot einen Untermieter (Hugo Ramirez) , und sich langsam mit ihrem kleinen videospielbegeisterten Sohn (Bastian Escobar) anfreundet, während die Mutter des Jungen im nahegelegenen Krankenhaus auf der Krebsstation liegt. Hervorragend gespielt und mit viel Feingefühl inszeniert.

Moscas
Photocall zu „Moscas“ (Fotos: Uncut/Harald Zettler)


Der dritte Wettbewerbsfilm aus Deutschland stammt von Eva Trobisch. Ihr dritter Spielfilm „Etwas ganz Besonderes“ handelt von der 16-jährigen Lea aus Thüringen, die zu einer Casting-Show eingeladen wird, die stark an „The Voice of Germany“ erinnert. Als es darum geht, sie für die Show und das Publikum zu vermarkten, setzt das unerwartete Familienkonflikte dreier Generationen in Gang. Shootingstar Frida Hornemann führt einen spielfreudigen Cast an, dem unter anderem auch Max Riemelt und Eva Löbau angehören. Der bislang „leichteste“ Wettbewerbsfilm.

Etwas ganz Besonderes
Photocall zu „Etwas ganz Besonderes“ (Fotos: Uncut/Harald Zettler)


Und zum Abschluss des Tages bringt der japanische Animationskünstler Yoshitoshi Shinomiya, der in der Vergangenheit unter anderem an Makoto Shinkais Anime-Meisterwerk „Your Name“ gearbeitet hat, seine erste Regiearbeit nach Berlin. In „A New Dawn“ soll eine 330 Jahre alte Feuerwerksfabrik auf behördliche Anweisung endgültig geschlossen werden. Drei Jugendfreunde machen es zu ihrer Aufgabe, mit einem mystischen Feuerwerk abzutreten. Der einzige Animationsfilm des Wettbewerbs besticht durch einen großartigen Soundtrack und einer prachtvollen visuellen Ästhetik.

A New Dawn
Filmstill und Photocall zu „A New Dawn“ (Fotos: A NEW DAWN Film Partners/Harald Zettler)


Berlinale Kamera für Max Richter

Im Haus der Berliner Festspiele wurde am späten Nachmittag die Berlinale Kamera verliehen, die alljährlich filmschaffende Menschen ehrt, mit denen sich das Festival besonders verbunden fühlt. Der Preis ging in diesem Jahr an den britisch-deutschen Komponisten Max Richter, bekannt für seine Arbeit an Filmen wie „Arrival“ (2016), „Ad Astra“ (2019) oder dem mehrfachen Oscar-Anwärter „Hamnet“ (2025), unter dessen Nominierungen sich auch Richter und sein Score finden. Die Laudatio auf diesen innovativen Klangkünstler hielt keine Geringe als Oscarpreisträgerin Chloé Zhao, die darüber sprach, wie oft sie über Kopfhörer in die Soundwelten Richters flüchtet, wenn ihr der Lärm der realen Welt zu viel wird. Es folgte ein spannendes Bühnengespräch, in dem Richter Einblicke in seine Arbeit gab, die nicht selten ein Resultat der „Kompostierung“ sei.

Max Richter
Max Richter (Foto: Uncut/Christian Pogatetz)


Midnight Special

Solider Body-Horror wurde pünktlich zur Geisterstunde im Berlinale Special serviert. Zumindest nennt sich die neue Subsparte, in der man heuer Schauriges platzierte, das „Berlinale Special Midnight“. Stattgefunden hat die gestrige Vorstellung dieser Sparte tatsächlich sogar noch vor 22 Uhr. Die japanisch-australische Genreregisseurin Natalie Erika James, der mit „Relic“ (2020) eine kleine Sensation im Bereich des metaphorischen Horrors gelungen war, hatte ihre neue Arbeit mir im Gepäck. „Saccharine“ erzählt von einer Medizinstudentin in der Yo-Yo-Falle. Eine neuartige Pille soll ihr beim Abnehmen helfen. Die Wunderpille wirkt, weckt aber auch das Totenreich.

Saccharine Bild aus dem Film „Saccharine“ (Filmverleih)


Panorama

Am Nachmittag verwandelte sich der Zoo Palast für 93 Minuten in die nigerianische Metropole Lagos. Grund dafür war die Premiere von Olive Nwosus Debütfilm „Lady“, der die Geschichte einer Taxifahrerin aus der Metropole in knalligen Farben auf die Leinwand bringt. Jessica Gabriel's Ujah spielt die titelgebende Hauptrolle mit einer mitreißenden Energie; sie trägt den Film auf ihren Schultern. Zwischen alten Traumata ihrer Protagonistin und neuen Kürzungen einer korrupten Regierung ist „Lady“ ein weiteres Highlight des Panoramas.

A New Dawn
Premiere von „Lady“ (Foto: Uncut/Harald Zettler)


Aber ganz ohne einen österreichischen Film geht auch Tag. Am späten Abend stand noch eine Wiederholungsvorstellung des Films „London“ von Sebastian Brameshuber auf unserem Programm. Der Film hatte am Montag zeitgleich mit „Vier minus drei“ seine Premiere im Zoo Palast.

London
Publikumsgespräch zu „London“ (Foto: Uncut/Harald Zettler)
Der Autor
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Uncut Berlinale Team 2026

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