Festivals, Berlinale 2026
Berlinale 2026 - Tag 6 - Juliette Binoche und Ethan Hawke

Berlinale 2026 - Tag 6 - Juliette Binoche und Ethan Hawke

Ein Jahr nach „Blue Moon“ ist Ethan Hawke mit seinem neuesten Film zurück in Berlin.
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von (Uncut Berlinale Team 2026)
Mit dem australischen Outback—Western „Wolfram“ von Warwick Thornton, der auch für die Kameraarbeit verantwortlich zeichnete, begann der fünfte Wettbewerbstag bzw. der insgesamt sechste des Festivals. Darin fliehen zwei Junge, Max und Kid, aus einer Goldmine, um mit ihren ebenfalls ausbüxenden Eltern wiedervereint zu werden. Dabei müssen sie zwei Outlaws, Casey und Frank, abschütteln. Kernige Typen, mehr herumschwirrende Fliegen als irgendwo sonst und kurzweilige Unterhaltung.

Wolfram
Photocall zu „Wolfram“ (Foto: Uncut/Harald Zettler)


Mit großer Spannung wurde am Nachmittag die Weltpremiere des ungemein berührenden Familien-Dramas „Queen at Sea“ von Autor und Regisseur Lance Hammer erwartet. Leslie (Anna Calder-Williams) leidet an fortschreitender Demenz. Ihr Ehemann Martin (Sir Tom Courtenay) und ihre Tochter Amanda (Juliette Binoche) sind sich uneins darüber, wie künftig mit ihr umgegangen werden soll, besonders weil die Eheleute immer noch Sex haben. Soll sich Martin weiterhin um sie kümmern dürfen, oder soll sie in ein Pflegeheim? Fantastisch gespielt, ungemein intensiv, tragisch. Ein Highlight des Wettbewerbs.

Queen at Sea
Premiere von „Queen at Sea“ (Fotos: Uncut/Harald Zettler)


Und als dritter und letzter Film des Tages wurde am Abend der neue Film von Angela Schanelec, „Meine Frau weint“ vorgestellt. Ein ungemein sperriges, exzentrisches und alles in allem langweiliges Drama über einen Kranführer und seine Frau, die in eine Beziehungskrise stürzen, als sie und ihr Tanzlehrer in einen verhängnisvollen Autounfall geraten. Laienhaft gespielt, ohne Subtilität oder Emotion. Leider ein Tiefpunkt.

Meine Frau weint
Photocall zu „Meine Frau weint“ (Fotos: Uncut/Harald Zettler)


Noch bevor am Samstag die Goldenen und Silvernen Bären verliehen werden gibt es schon einen weiteren Gewinner. Der äthiopische Regisseur Haile Gerima wurde heute mit der Berlinale Kamera geehrt.

Berlinale
Haile Gerima (Foto: Uncut/Harald Zettler)


Special Gala

ür einen der bisherigen Festivalhöhepunkte wurde später am Abend Ethan Hawke der Rote Teppich ausgerollt. Der mehrfach oscarnominierte Schauspieler, heuer für das im letzten Jahr in Berlin uraufgeführte Musikerdrama „Blue Moon“ von Richard Linklater, hatte diesmal die Europapremiere von „The Weight - Goldrausch“ mit im Gepäck.

The Weight
Photocall zu „The Weight“ (Fotos: Uncut/Harald Zettler)


In diesem Abenteuerfilm spielt Hawke den Familienvater Samuel Murphy, der nach dem Tod seiner Frau seiner Tochter entzogen und in ein Arbeitslager gesteckt wird. Unter einer Bedingung würde ihn der Wärter Clancy (Russell Crowe) seine Freiheit zurück schenken: er müsse nur gemeinsam mit einem Trupp einen Goldschatz durch die Wildnis führen. In seiner Machart erinnert das pittoresk bebilderte Drama an ähnliche Genrevertreter der 70er-Jahre. Besonders „Der Schatz von Sierra Madre“ und „Sorcerer“ wären eine große Inspiration gewesen, wie Hawke und sein Regisseur Padraic McKinley in der Pressekonferenz ausführten. Unserer Kritiker Manuel Oberhollenzer fragte in der Konferenz Hauptdarsteller Ethan Hawke, ob ihm sein eigenes Dasein als Vater geholfen hätte, die Rolle besser nachzuempfinden.
Der Autor
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Uncut Berlinale Team 2026

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