
Eine Weltpremiere mit Starbesetzung erlebte die schwarze Komödie „Rosebush Pruning“ des brasilianischen Regisseurs Karim Aïnouz. Das Drehbuch des griechischen Drehbuchautors Efthymis Fillipou adaptiert den italienischen Film „Mit der Faust in der Tasche“ (1965) von Marco Bellocchio. Hier geht es um das Treiben einer wohlhabenden, aber dysfunktionalen amerikanischen Familie in Spanien, in der Eifersüchteleien, Neid, inzestuöse Beziehungen und der geheimnisvolle Tod der Mutter verhandelt werden. Unterhaltsam, mit einigen irren Wendungen.

Jamie Bell, Pamela Anderson, Callum Turner, Tracy Letts und Lukas Gage stellten den Film persönlich im Berlinale-Palast vor, Riley Keough und die soeben Oscar-nominierte Elle Fanning waren nicht anwesend. Dafür war Callum Turners Freundin Dua Lipa als Überraschungsgast bei der Premiere des Films.

Hier noch ein kleines Video von der Aufregung der Fans und der Fotografen auf dem Roten Teppich:
Der dritte Film im Wettbewerb, der am Valentinstag im Einsatz war, ist der Thriller „Nightborn“ (Yön Lapsi) von Hanna Bergholm. Rupert Grint gibt sein Comeback an der Seite der finnischen Schauspielerin Seidi Haarla. Sie spielen ein junges Ehepaar, das in einem Haus in den Wäldern eine Großfamilie gründen will, deren erstgeborener Sohn sich aber nach und nach als Albtraum entpuppt. Ein weiterer Genrefilm zum Thema Elternschaft, überraschungsarm, aber dafür mit überzeugenden Gruseleffekten und einer starken Performance von Haarla.

Charli xcx als Special
Der Berliner Nachthimmel erstrahlte an diesem kühlen Samstag übrigens im giftgrünen Licht. Für ein paar Stunden brachte Popstar Charli xcx ihren „Brat“-Sommer zurück – ehe sie diesen mit „The Moment“ selbst bestattete. Die Mockumentary, die Charli gemeinsam mit Regisseur Aidan Zamiri vorstellte, skizziert eine düstere Alternativversion der Ereignisse, wie sie sich im Zuge ihres unerwarteten Album-Hypes hätten abspielen können. Und zeichnet dabei kein schmeichelhaftes Bild der Musikindustrie, in der es andauernd zum unstimmigen Clash kommerzieller und kreativer Anliegen kommt. In der Pressekonferenz am Nachmittag versicherte die sympathische Britin, dass die „Brat“-Ära tatsächlich am Ende angelangt sei. Man wolle sich auf neue Projekte fokussieren – außerhalb des Musikbusiness. Ob Charli auch die Filmwelt im Flug erobern wird?


