Festivals, Berlinale 2026
Berlinale 2026 - Special

Berlinale 2026 - Special

Im „Special“-Sektor der Berlinale werden zum erneuten Male, wie auch anders bei diesem Namen, besondere Leckerbissen zeitgenössischer Kinokunst präsentiert. Heuer im Programm: neue Filme mit Sam Rockwell, Russell Crowe oder Isabelle Huppert.
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von (chrosTV )
Finale Feinschliffe laufen auf Hochtouren, denn in knapp einer Woche heißt es in Deutschlands Bundeshauptstadt wieder: „Filme, Filme und noch mehr Filme!“ Zum 78. Mal erhebt sich Berlin für ein paar Tage zur weltweit wichtigsten Kinometropole. Mit über 200 Spielfilmen – darunter Langes, Kurzes und Klassisches – lockt die Berlinale auch Anno 2026 mit einem dichten Programm, bei dem Cineastinnen und Cineasten jeglicher Ausprägung fündig werden dürften. Nebst Wettbewerb, Panorama und diversen Retroschienen serviert auch das „Berlinale Special“ wieder ein üppigen Kinomahl. Wie in den Vorjahren, zählt auch heuer bereits der Eröffnungsfilm zum Programm der „Special“-Sektion. Feierlich eingeleitet wird die heurige Festivalausgabe mit der Weltpremiere von „No Good Men“. Das afghanische Liebesdrama erzählt von Naru (Shahrbanoo Sadat), die als landesweit einzige Kamerafrau im Einsatz ist, ihre journalistische Arbeit für Kabul TV bringt sie tagtäglich in Todesgefahr. Ihre Hoffnung an das männliche Geschlecht hat sie längst aufgegeben - in einem Land, das zu diesem Zeitpunkt (im Jahr 2021) wieder kurz vor der Übernahme der Taliban steht, nur verständlich. Doch die romantische Begegnung mit dem Reporter Qodrat (Anwar Hashimi) ändert ihren Blick radikal.
No Good Men Bild aus dem Film „No Good Men“ (Filmverleih)


Starauflauf bei Galapremieren

Anlässlich der „Special Gala“-Premieren wird hochkarätige Prominenz aus Nah und Fern antizipiert. Starregisseur Gore Verbinski, der Mann, der sich für die erste „Fluch der Karibik“-Trilogie verantwortlich zeichnete, hat seinen ersten Spielfilm in über zehn Jahren mit im Gepäck. In „Good Luck, Have Fun, Don't Die“ spielt Oscarpreisträger Sam Rockwell („Three Billboards Outside Ebbing Missouri“) einen namenlosen Zeitreisenden, der in einem Diner nach potenziellen Kandidaten für seine Weltrettungsmission Ausschau hält. Aufgrund einer Künstlichen Intelligenz auf Abwegen steht das Schicksal des Planeten auf der Kippe. Auch bei der Europapremiere von „The Only Living Pickpocket in New York“ werden große Charakterschauspieler am Roten Teppich erwartet. In der zweiten Regiearbeit von Noah Segan, einem der Stammschauspieler in der Filmografie von Rian Johnson („Brick“), hadert John Turturro („The Big Lebowski“) als alternder Kleindieb damit, sich wandelnden Zeiten anzupassen. An seiner Seite: Steve Buscemi („Reservoir Dogs“), Giancarlo Esposito („Breaking Bad“) und Tatiana Maslany („Orphan Black“). Nachdem der Film kürzlich am Sundance seine Uraufführung feierte, findet in Berlin die internationale Premiere statt. Direkt vom Sundance zur Berlinale geht es ebenfalls für „The Weight - Goldrausch“, dem Filmdebüt des langjährigen Cutters Padraic McKinley. In diesem historischen Drama schmuggeln zwei Giganten der höheren Schauspielkunst im Oregon der 1930er-Jahre einen vergrabenen Goldschatz durch die Wildnis. In der Rolle des Inhaftierten, dem bei Erfüllung die Freiheit versprochen wird: Ethan Hawke. Als dessen Aufseher, der mit dem gefährlichen Auftrag lockt: Russell Crowe.

Zweierlei aus der Heimat

Bei einem der am heißesten antizipierten Weltpremieren handelt es sich um eine österreichische Produktion. „Die Blutgräfin“ ist der neue Film der in Konstanz geborenen Avantgardistin Ulrike Ottinger. Das Drehbuch schrieb sie in Kooperation mit der großen österreichischen Literatin Elfriede Jellinek („Die Klavierspielerin“). Keine Geringere als die französische Grande Dame Isabelle Huppert mimt in der Horrorkomödie eine Vampirin im Überlebenskampf. Die treue Zofe an ihrer Seite spielt die österreichische Charakterdarstellerin Birgit Minichmair („Andrea lässt sich scheiden“). Auch mit von der Partie: Thomas Schubert („Atmen, „Roter Himmel“), Lars Eidinger („Babylon Berlin“, „Sterben“), Karl Markovics („Die Fälscher“), Branko Samarovski („Braunschlag“, „Der Winzerkönig“) und ESC-Heldin Conchita Wurst in ihrem ersten großen Kinoauftritt.
Die Blutgräfin Bild aus dem Film „Die Blutgräfin“ (Filmladen)

Ebenso stellt im hiesigen Special die preisgekrönte Wiener Dokumentarfilmemacherin Ruth Beckermann ihre aktuelle Arbeit vor. „Wax & Gold“ spielt sich vor der Kulisse des Hilton-Hotels in Addis Abeba ab, dem einzigen Luxushotel inmitten der äthiopischen Hauptstadt. Diesen Ausgangspunkt nutzt die Regisseurin, um sich der kulturell reichen Historie des ostafrikanischen Staates zu widmen. Dokumentarische Reise zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Berlinale Special Gala

Die Blutgräfin
A/D/LUX 2026, Regie: Ulrike Ottinger
Good Luck, Have Fun, Don't Die
USA 2026, Regie: Gore Verbinski
Heysel 85
D/NL/B 2026, Regie: Teodora Mihai
No Good Men
D/F/DK/ Nor/AF 2026, Regie: Shahrbanoo Sadat
The Only Living Pickpocket in New York
USA 2026, Regie: Noah Segan
The Testament of Ann Lee
USA/UK 2025, Regie: Mona Fastvold
The Weight - Goldrausch
USA 2026, Regie: Padraic McKinley


Berlinale Special Presentation

TUTU
Großbritannien 2026, Regie: Sam Pollard
A Child of My Own
Mexiko 2026, Regie: Maite Alberdi
Wax & Gold
A/I 2026, Regie: Ruth Beckermann
Who Killed Alex Odeh?
USA 2026, Regie: Jason Osder, William Lafi Youmans


Schrecken nach Mitternacht und ein Literaturklassiker als Miniserie

Im „Special Midnight“ werden heuer erstmals drei Titel in Mitternachtsvorführungen gezeigt - natürlich welche, die sich auch perfekt zur Geisterstunde eignen. Mit dabei: das australische Geisterdrama „Saccharine“ mit Midori Francis in der Rolle einer Medizinstudentin, die nach dem Versuch einer neuartigen Diätkur von paranormalen Mächten heimgesucht wird. Fans der Metal-Urgesteine von „Judas Priest“ dürfen sich darüber hinaus, auch um die Zeit nach Mitternacht, auf eine dokumentarische Auseinandersetzung mit diesen Legenden der härteren Rockmusik gefasst machen.

Berlinale Special Midnight

Sleep No More
D/F/J/ SGP/RI 2026, Regie: Edwin
Saccharine
Australien 2026, Regie: Natalie Erika James
The Ballad of Judas Priest
USA 2026, Regie: Sam Dunn, Tom Morello


Im Seriensektor sticht in der diesjährigen Edition vor allem ein Projekt ins Auge. Mit „Lord of the Flies“ hat sich der preisgekrönte Drehbuchautor Jack Thorne („Adolescence“) an eine Neo-Adaption des berühmten Romans von William Golding gesetzt. Dieser handelt von einer Gruppe von Pre-Teens, die in Folge eines Flugzeugabsturzes auf einer abgelegenen Insel bruchlanden. Neu definierte Machtdynamiken zwischen den Halbwüchsigen eskalieren allmählich.

Berlinale Special Series

House of Yang
The House of the Spirits
Lord of the Flies
Mint
Ravalear: Not For Sale
The Story of Documentary Film
Der Autor
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