Hamnet
Shakespeare-Adaptionen gibt es wie Sand am Meer, aber nur wenige Filme, die den Menschen hinter „Romeo & Julia“, „Macbeth“ und Co. zu verstehen versuchen, statt lediglich seine Kunst. Mitunter dem Umstand geschuldet, das über das Privatleben des berühmten Dichters nur wenig bekannt ist. Nichtsdestotrotz macht Chloé Zhao („Nomadland“, „The Rider“) in ihrer neuen Regiearbeit William Shakespeare zur zentralen Figur. „Hamnet“ basiert auf dem gleichnamigen Bestsellerroman der nordirischen Schriftstellerin Magie O’Farrell, ein Stückchen historischer Fiktion, das seines saloppen Umgangs mit Shakespeares Oeuvre wegen als nicht ganz unumstritten gilt.
Bild aus dem Film „Hamnet“ (Universal Pictures International)Die Geschichte baut auf einen der wenig geschichtlich belegten Ereignisse im Leben des Dichters hin: dem tragischen Tod seines Sohns Hamnet, der im zarten Alter von 11 Jahren verstarb. Die genauen Umstände seines Ablebens bleiben, wie das meiste im Leben Shakespeares ein Rätsel, gemunkelt wird allerdings, dass ihn die Pestwelle, die damals durch Europa grassierte, dahinraffte. Wichtigste Figur bleibt jedoch weder Shakespeare noch sein verstorbener Spross, im Zentrum von Zháos meditativem Drama steht die Ehefrau des Dichters: Agnes Shakespeare (Jessie Buckley). Als der tiefe Schatten der Trauer das traute Familienglück heimsucht, in Abwesenheit von Papa William (Paul Mescal), sucht dieser nach Katharsis in seiner Kunst. Er beginnt an einem Stück zu schreiben, mit dem er den verpassten Abschied nachholen möchte. Die Geburtsstunde von „Hamlet“. Preisverdächtig gespieltes Melodram, das nicht ohne Grund zu den Favoriten der heurigen Awards-Saison zählt. Mit acht Nominierungen, darunter Hauptdarstellerin Jessie Buckley, geht der Film ins Oscarrennen.
Weitere Neustarts
Wise Women - Fünf Hebammen, fünf Kulturen
Es gibt zwei fixe Ereignisse, die zum kollektiven Menschsein dazugehören: das Sterben und die Geburt. Den Frauen, die uns bei Letzterem zur Seite stehen, und die ersten waren, die einen jeden von uns zu Gesicht bekamen, wird allerdings selten der nötige Respekt geschenkt. Mit ihrer neuen Doku verneigt sich die Österreicherin Nicole Scherg vor dem Hebammentun. Fünf Frauen verschiedener Nationalitäten, die ihre Berufswahl eint, hat die Regisseurin mit der Kamera begleitet. Es geht von Marokko über Brasilien, weiter nach Äthiopien und Nepal, und schließlich zurück in die österreichische Heimat.
Bild aus dem Film „Wise Women - Fünf Hebammen, fünf Kulturen“ (Polyfilm)White Snail
Im belarussischen Minsk spielt dieses in Österreich produzierte Drama ab. Ein Model und ein Bestatter, beide Außenseiter, kreieren eine innige Bindung, aus der sie Kraft schöpfen.
Bild aus dem Film „White Snail“ (Filmladen)Die progressiven Nostalgiker
In dieser absurden Komödie aus Frankreich reist ein Ehepaar unfreiwillig in die Zukunft. Michel und Hélène, eigentlich in den 1950ern sesshaft, finden sich mir nichts, dir nichts im Jahr 2025 wieder. Und werden mit neuen Rollenbildern konfrontiert.
Bild aus dem Film „Die progressiven Nostalgiker“ (Filmladen, Neue Visionen Filmverleih)Mercy
Wer Chris Patt in taffer Sci-Fi-Action-Manier noch nicht satt hat, wird hier fündig. Ein Polizist (Pratt) wird wird er beschuldigt, seine Ex-Frau ermordet zu haben? Eine K.I. soll über sein Schicksal richten.
Bild aus dem Film „Mercy“ (Sony Pictures)Die drei ??? - Todesinsel
Das neue Kinoabenteuer von Justus, Peter und Shaw bringt die drei berühmten Schnüfler auf die Fersen der Sphinx. Alte Geheimnisse werden enthüllt.
Bild aus dem Film „Die drei ??? - Todesinsel“ (Sony Pictures)Astrid Lindgren - Die Menschheit hat den Verstand verloren
Der Film ist vorerst nur in Wien und Linz zu sehen. Nächste Woche startet er dann auch in Salzburg. Die auführliche Kritik gibt es aber schon auf Uncut nachzulesen.
Bild aus dem Film „Astrid Lindgren - Die Menschheit hat den Verstand verloren“ (Einhorn)
