Der Fremde
Mit François Ozon widmet sich einer der produktivsten französischen Regisseure einem literarischen Klassiker: Albert Camus’ „Der Fremde“. Ozons Adaption feierte nach der Weltpremiere in Cannes auch auf der Viennale ihre Österreich-Premiere und bleibt dem spröden Kern der Vorlage treu. Im Algier der späten 1930er-Jahre folgt der Film dem emotional entrückten Meursault, dessen Gleichgültigkeit gegenüber Tod, Liebe und gesellschaftlichen Konventionen schließlich in einen Mord und einen ebenso nüchternen wie existenziellen Gerichtsprozess mündet.
Bild aus dem Film „Der Fremde“ (Filmladen)Ozon inszeniert das Geschehen präzise und kontrolliert, mit kühler Distanz zu seiner Hauptfigur, die weniger psychologisch erklärt als philosophisch ausgestellt wird. Mehr dazu in derKritik von André Masannek.
Weitere Neustarts
15 Liebesbeweise
Die französische Regisseurin Alice Douard erzählt in ihrer Tragikomödie von bürokratischen Hürden und emotionalen Unsicherheiten einer gleichgeschlechtlichen Ehe. Während Nadias Schwangerschaft voranschreitet, muss Céline vor dem Staat beweisen, dass sie bereit ist, Mutter zu sein – mit 15 sehr persönlichen Briefen. Der Film verbindet gesellschaftspolitische Realität mit leiser Intimität und stellt Fragen nach Elternschaft, Anerkennung und familiären Rollenbildern.
Bild aus dem Film „15 Liebesbeweise“ (Polyfilm)Mit Liebe und Chansons
Im Paris der 1960er-Jahre siedelt Ken Scott sein warmherziges Drama an, das vom unerschütterlichen Optimismus einer Mutter erzählt. Esther weigert sich, medizinische Prognosen über die Zukunft ihres Sohnes zu akzeptieren, und setzt alles daran, ihm ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Getragen von Chansons, Humor und Emotionalität ist der Film ein klassisch erzähltes Plädoyer für Hoffnung und familiären Zusammenhalt.
Bild aus dem Film „Mit Liebe und Chansons“ (Neue Visionen Filmverleih, Pandafilm)