Sentimental Value
Einen der großen Kapazunder der kommenden Filmpreissaison liefert der Norweger Joachim Trier. In der Hauptrolle wieder Renate Reinsve, der schillernde Shooting-Star, den Trier mit seiner letzten Arbeit groß machte: der entzückend-bedrückenden Selbsthass-Studie „The Worst Person in the World“.
Bild aus dem Film „Sentimental Value“ (Filmladen)Reinsve spielt Nora, eine Theaterschauspielerin, die gerade ihre Mutter verloren hat. Mit ihrer Schwester Agnes (Inga Ibsdotter Lilleaas) steht sie vor der Herausforderung einer unverhofften Familienzusammenkunft. Denn das Ableben bringt den Mann zurück auf die Karte, mit dem die beiden eigentlich nichts mehr zu tun haben wollten: Papa Gustav (Stellan Skarsgård auf Oscarkurs), der sie im Kindesalter im Stich gelassen hat. Gustav war einst ein großer Filmschaffender, hat seine ruhmreichen Tage aber hinter sich. Für seine Rückkehr ins Filmgeschäft will er seiner entfremdeten Tochter einen Gefallen tun und bietet ihr die Hauptrolle an. Die lehnt dankend ab. Anstelle von Nora soll die Rolle nun ein junges Hollywood-Starlet (Elle Fanning) übernehmen. Während sich die Dreharbeiten des Kriegsfilms nähern - einer persönlichen Aufarbeitung eigener Erinnerungen an den Holocaust – versucht er die Beziehung zu seinen Kindern zu reparieren. Doch lässt sich retten, was längst kaputt ist? Mit scharfen Blick seziert Trier zerrüttete Familiendynamiken und die Schattenseiten vom Leben in der Öffentlichkeit. Hinreißend.
Bei seiner Weltpremiere bei den Filmfestspielen in Cannes wurde das lebhafte Drama mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet.
Eternity
Joan (Elizabeth Olsen) ist frisch verstorben, die Last der Entscheidungen hat ihr der Sensenmann aber nicht von den Schultern genommen. Kaum angekommen im Jenseits, wird die Verstorbene vor eine schwierige Frage gestellt: mit wem sie auf ewig die Zweisamkeit im Nachleben verbringen möchte. Trifft es Luke (Callum Turner), ihren ersten Geliebten, der bereits vor Jahrzehnten im Koreakrieg sein Leben lassen musste? Oder wird Larry (Miles Teller) zu ihrem Auserwählten? Der Mann, den Elizabeth tatsächlich heiratete – bis der Tod ihrem Glück einen Strich durch die Rechnung machte. Begleitet von tragikomischen Untertönen macht die abgespacete Rom-Com klar: manchmal gibt es mehr als nur die eine wahre Liebe. In irdischen wie auch jenseitigen Lebensrealitäten.
Bild aus dem Film „Eternity“ (Polyfilm)Stromberg - Wieder alles wie immer
Neurotisch und megalomanisch wie Michael Scott und gar nicht so viel weniger lustig: als Versicherungsleiter Bernd Stromberg begeisterte Christoph Maria Herbst ein Millionenpublikum. So sehr, dass dem deutschen „The Office“-Remake ein eigener Kinoauftritt beschert wurde. Und nun bereits der zweite. An seiner Seite: alte Bekannte wie sein schrulliger Kollege Berti (Bjarne Mädel), ihr jüngerer, einst wenig motivierter Kollege Ulf (Oliver Wnuk) und ein unsichtbares Dokumentarteam, das keine Gesichtsverrenkung der Chaos-Abteilung verpasst. Es bleibt – der Titel dürfte Auskunft geben – demnach alles beim Alten.
Bild aus dem Film „Stromberg - Wieder alles wie immer“ (Constantin Film)Weitere Neustarts
Elements Of(f) Balance
Der Planet stünde am Abgrund, die Ressourcen seien fast verbraucht, so der wenig optimistische Tenor. Zuversichtlicher geht der Salzburger Othmar Schmiderer (u.a. „Im toten Winkel – Hitlers Sekretärin“) an die Zukunft des Blauen Planeten heran. Sein eindringlich gefilmtes Dokuporträt rückt alternative Ökosysteme in den Blickpunkt, die uns vor der viel antizipierten Postapokalypse Katastrophe bewahren könnten.
Bild aus dem Film „Elements Of(f) Balance“ (Filmladen, filmdelights)Paternal Leave – 3 Tage Meer
Ein deutsches Teeniemädchen sucht an der norditalienischen Küste nach ihrem Papa, der ihr bislang fremd war. Sie wird fündig, doch stellt bald fest, dass eine Beziehung mehr Arbeit erfordert, als ein Spontanurlaub hergibt. Deutschitalienisches Melodram mit Luca Marinelli („Martin Eden“) und Juli Grabenhenrich.
Bild aus dem Film „Paternal Leave – 3 Tage Meer“ (Stadtkino)Five Nights at Freddy's 2
Nach dem Erfolg von Teil geht der Spuk der animatronischen Fastfood-Maskottchen weiter. Bisherigen Kritiken zufolge mit eher ernüchternden Resultaten. Fans der Videospielreihe um Freddy Fazbear und dem heroischen Nachtwächter (gespielt von Josh Hutcherson) werden aber ihre Freude haben.
Bild aus dem Film „Five Nights at Freddy's 2“ (Universal Pictures International)Bibi Blocksberg - Das große Hexentreffen
Na nu, wer kommt denn da angeflogen! Eine nagelneue Bibi Blocksberg (Nala) darf das Kinopublikum verzaubern. Wieder mit ihm Gepäck: ihr magischer Besen Kartoffelbrei und alte Bekannte wie Karla Kolumna (Palina Rojinski) und der Bürgermeister von Neustadt (Robert Palfrader). Hex hex!
Bild aus dem Film „Bibi Blocksberg - Das große Hexentreffen“ (Constantin Film)Teresa – Ein Leben zwischen Licht und Schatten
Der humanitären Arbeit von Teresa, der wohl berühmtesten Ordensschwester der Religionsgeschichte, hat Teona Strugar Mitevska ein eigenes Biopic gewidmet. In der Hauptrolle: Noomi Rapace, bekannt als Lisbeth Salander der schwedischen Verfilmungen der „Millenium“-Trilogie oder taffe Heldin im „Alien“-Prequel „Prometheus“.
Bild aus dem Film „Teresa – Ein Leben zwischen Licht und Schatten“ (Constantin Film)The World of Hans Zimmer - A New Dimension
Er ist der finanziell erfolgreichste und wohl bestgebuchte Filmkomponist der Gegenwart. Löwe Simba, dem dunklen Rächer Batman, dem ehrfürchtigen Gladiator Maximus: ihnen alle schenkte Hans Zimmer ihre Titelmelodien. Als Konzertfilm können seine epochalen Klangkulissen im Kino erneut entdeckt werden. In einem reduzierteren Setting als üblich.
Bild aus dem Film „The World of Hans Zimmer - A New Dimension“ (Filmverleih)
