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Festivals, Venedig
Filmfestspiele von Venedig 2025

Filmfestspiele von Venedig 2025

Vom 27. August bis einschließlich 6. September verwandelt sich der venezianische Lido erneut zum globalen Filmhotspot. Auch UNCUT ist bei der 82. Edition wieder im Einsatz. Ein Vorausblick.
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von (chrosTV )
Die Wasserboote brummen schon fleißig, die feinsten Roben sind gezückt, das Ziel scheint für neunzig Prozent der Reisenden dasselbe: der venezianische Lido. Dort, umgeben von Sandstrand und Meer, steigt ab heutigem Mittwoch wieder die zweitgrößte Filmsause Europas und eine der bedeutendsten weltweit. Die „Mostra Internazionale d’Arte Cinematografica“. Zu Deutsch: die internationalen Filmfestspiele von Venedig. Die 82. Ausgabe verspricht ein bunt gemischtes Programm aus Spiel- und Dokumentarfilmproduktionen aus aller Welt, aufgeteilt in verschiedene Sektionen. Im Wettbewerb, der Königsdisziplin, konkurrieren 2025 ganze 21 Filme um die begehrten Löwen. Und was für welche! So prominent besetzt war der Wettbewerb lange nicht mehr, sowohl, was gefragte Schauspielstars als auch renommierte Filmschaffende angeht. Zum Auftakt gibt es heute Abend ein Heimspiel. Paolo Sorrentino, Italo-Autorenfilmer der gefeierten Fellini-Hommage „La Grande Bellezza“, darf die Festspiele mit seinem neuen Drama „La Grazia - Wem gehören unsere Tage?“ feierlich eröffnen.
La Grazia Bild aus dem Film „La Grazia“ (Filmladen, Mubi)


Neues von Baumbach, Bigelow, Del Toro und mehr

An prestigeträchtigen Filmemachern wird heuer definitiv nicht gegeizt. Nur einen Tag später präsentieren Noah Baumbach, Chronist der Wohlhabenden und familiär Dysfunktionalen („Marriage Story“, „The Squid and the Whale“) wie auch Co-Autor des „Barbie“-Phänomens, und das griechische Enfant terrible Yorgos Lanthimos („Dogtooth“, „Poor Things“) heißerwartete neue Filme. Wie gewohnt mit großer Hollywood-Beteiligung. Als „Jay Kelly“ spielt George Clooney den herumirrenden Weltschauspieler mit Selbstzweifel - eine Meta-Karikatur seiner selbst. An seiner Seite: der in ernsten Rollen gern gesehene Blödelkönig Adam Sandler als Manager und emotionale Stütze. In „Bugonia“ lässt Lanthimos hingegen seine derzeitige Muse Emma Stone wiederholt in einen Albtraum tappen.
Bugonia Bild aus dem Film „Bugonia“ (Universal Pictures International)

Hochkarätig bleibt es das ganze Festival über. Independent-Altgestein Jim Jarmusch („Stranger Than Paradise“, „Night on Earth“) stellt mit dem Episodenfilm „Father, Mother, Sister, Brother“ seine erste Regiearbeit seit 2019 vor. In den Hauptrollen: Adam Driver, Cate Blanchett, Vicky Krieps und „Big Bang Theory“-Star Mayim Bialik. Monster-Liebhaber Guillermo Del Toro („Pans Labyrinth“, „The Shape of Walter“) will einen alten Horror-Mythos in die Gegenwart bringen: „Frankenstein“ wird wieder zum Leben erweckt. Mit Oscar Isaac als titelgebender Wissenschaftler mit Hang zum Größenwahn und Gen-Z-Liebling Jacob Elordi als dessen furchterregende Bestie. Eine weitere Regiegröße des Genrekinos wird im Wettbewerb erwartet. Kathryn Bigelow, scharfe Analystin des amerikanischen Militärkomplexes („The Hurt Locker“, „Zero Dark Thirty“) und einstmalige Heldin des Actionkinos („Point Break“), ist für den Kriegsthriller „A House of Dynamite“ zum Filmemachen zurückgekehrt. Ein sonst festivalscheues Hollywood-Schwergewicht lässt sich im Übrigen nächste Woche vor dem Roten Teppich am Lido ablichten: Ex-Wrestler Dwayne „The Rock“ Johnson. Für „The Smashing Machine“ von Benny Safdie, fünfzig Prozent der talentierten Safdie-Brüder („Good Time“, „Uncut Gems“), hat der Haudraufmann zur Abwechslung seine sensible Seite zum Vorschein geholt. In der Rolle eines Boxers mit Sucht- und Egoproblemen. Ob es Identifikationspotential gab?
The Smashing Machine Bild aus dem Film „The Smashing Machine“ (Constantin Film)

Kino von Weltrang

Auch fernab der Hollywood’schen Traumfabrik wird das Autorenkino wieder all seinem Facettenreichtum zelebriert. Große Namen des Weltkinos haben sich untergemischt: z.B. Park Chan-Wook („Oldboy“), Francois Ozon („Swimmimg Pool“), Ildikó Enyedi („On Body and Soul“), Lazlo Némés („Son of Saul“). Außerhalb des Wettbewerbs stehen ebenso große Premierentitel bevor. Venedig-Dauergast Luca Guadagnino („Queer“, „Call Me By Your Name“) hat den Moralthriller „After the Hunt“ im Schlepptau und dazu eine Horde an Stars. Darunter: Andrew Garfield, Ayo Edebiri und - in ihrem Venedig-Debüt – Grande Dame Julia Roberts. Für Stars und Sternchen, aber auch Spitzenfilme, ist vorgesorgt.

Im Wettbewerb der 82. Filmfestspiele von Venedig laufen:

A pied d'oeuvre Frankreich, Regie: Valérie Donzelli
Below the Clouds Italien, Regie: Gianfranco Rosi
Bugonia USA/IRL/KOR, Regie: Yorgos Lanthimos
Duse I/F, Regie: Pietro Marcello
Elisa I/CH, Regie: Leonardo Di Costanzo
Father, Mother, Sister, Brother USA/I/F/ IRQ, Regie: Jim Jarmusch
Frankenstein USA/Mex, Regie: Guillermo del Toro
Girl Chi/TW, Regie: Shu Qi
La Grazia Italien, Regie: Paolo Sorrentino
A House of Dynamite USA, Regie: Kathryn Bigelow
Jay Kelly USA/I/UK, Regie: Noah Baumbach
Der Fremde Frankreich, Regie: François Ozon
No Other Choice Südkorea, Regie: Park Chan-wook
Orphan USA/D/F/ UK/H/CY, Regie: László Nemes
Silent Friend D/F/Chi/ H, Regie: Ildikó Enyedi
The Smashing Machine USA, Regie: Benny Safdie
The Sun Rises on Us All China, Regie: Shangjun Cai
The Testament of Ann Lee USA/UK, Regie: Mona Fastvold
Die Stimme von Hind Rajab USA/F/TN, Regie: Kaouther Ben Hania
Der Magier im Kreml USA/F/UK, Regie: Olivier Assayas
Un film fatto per Bene Italien, Regie: Franco Maresco

Weiters laufen außer Konkurrenz:

Spielfilme:
After the Hunt USA/I, Regie: Luca Guadagnino
Zone 3 Frankreich, Regie: Cédric Jimenez
Dead Man's Wire USA, Regie: Gus Van Sant
Il maestro Italien, Regie: Andrea Di Stefano
In the Hand of Dante USA/I/UK/ Chl, Regie: Julian Schnabel
The Holy Boy I/Slo, Regie: Paolo Strippoli
L'Isola di Andrea Italien, Regie: Antonio Capuano
Orfeo Italien, Regie: Virgilio Villoresi
Scarlet Japan, Regie: Mamoru Hosoda
Sermon to the Void Mex/Tür/AZ, Regie: Hilal Baydarov
Therapie für Wikinger S/DK, Regie: Anders Thomas Jensen

Dokumentarfilme:
Back Home Taiwan, Regie: Tsai Ming-liang
Broken English Großbritannien, Regie: Iain Forsyth, Jane Pollard
Cover-Up USA, Regie: Mark Obenhaus, Laura Poitras
Dai nostri inviati. La Rai racconta la Mostra del Cinema di Venezia 1990-2000 (Regie: Giuseppe Giannotti, Enrico Salvatori)
I diari di Angela – Noi due cineasti. Capitolo terzo (Regie: Yervant Gianikian, Angela Ricci Lucchi)
Director’s Diary (Regie: Alexander Sokurow)
Ferdinando Scianna – Il fotografo dell'ombra (Regie: Roberto Andò)
Ghost Elephants USA, Regie: Werner Herzog
Kabul, Between Prayers (Regie: Aboozar Amini)
Kim Novak's Vertigo USA, Regie: Alexandre O. Philippe
Marc by Sofia USA, Regie: Sofia Coppola
My Father and Qaddafi (Regie: Jihan K)
Notes of a True Criminal (Regie: Oleksandr Rodnjanskyj,Andriy Alferov)
Landmarks USA/F/NL/ Mex/DK/Arg, Regie: Lucrecia Martel
Remake USA, Regie: Ross McElwee
The Tale of Sylian Nordmazedonien, Regie: Tamara Kotevska

Serien:
Etty (Regie: Hagai Levi)
Il mostro (Regie: Stefano Sollima)
Portobello (Regie: Marco Bellocchio)
Un prophète (Folgen 1–8) (Regie: Enrico Maria Artale)

Kurzfilme:
Boomerang Atomic (Regie: Rachid Bouchareb)
Goffredo felicissimo? (Regie: Franco Maresco)
How to Shoot a Ghost (Regie: Charlie Kaufman)
Origin (Regie: Yann Arthus-Bertrand)
Rukeli (Regie: Alessandro Rak)

Sonderaufführungen:
Nino. 18 giorni (Regie: Toni D’Angelo)
Newport and The Great Folk Dream (Regie: Robert Gordon)
Piero Pelù. Rumore dentro (Regie: Francesco Fei)
Der Autor
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