Joker: Folie à Deux
Mit seiner Eigeninterpretation des Jokers, Batmans psychotischem Clown-Widersacher, hat Todd Phillips für reichlich Aufruhr in der Filmwelt gesorgt. Die Anarchie schreitet nun voran. Wenngleich nicht auf die Weise, die sich Fans des ersten Teils erwartet hätten. „Joker: Folie á Deux“ entledigt sich den bübischen Zerstörungsfantasien des Vorgängers und transformiert zum waschechten Musical für hoffnungslose Romantiker.
Bild aus dem Film „Joker: Folie à Deux“ (Warner Bros)Arthur Fleck, der zum Märtyrer stilisierte Loser-Protagonist (erneut furios: Joaquin Phoenix), trifft im Gefängnis auf eine Gleichgesinnte. Lee, besser bekannt als Harley Quinn (Superstar Lady Gaga), schenkt ihm neue Kraft. Gemeinsam flüchten sich die Einzelgänger in ausschweifende Tanz- und Gesangseinlagen. Und auch sonst ist das Sequel probierfreudig. Warum die Umsetzung aber nicht im Ansatz so bezaubert, wie das Konzept anmuten ließe, könnt ihr in unserer Exklusivkritik aus Venedig nachlesen.
Der wilde Roboter
Weit vielversprechender dagegen das neue Projekt aus dem Hause Dreamworks. Der Animationsfilm von Chris Sanders („Drachenzähmen leicht gemacht“) erzählt von einer Maschine, die auf einer einsamen Insel bruchlandet.
Bild aus dem Film „Der wilde Roboter“ (Universal Pictures International)Die Androidin Roz weiß nicht, wie ihr geschieht, die ungewohnte Umgebung macht ihr Angst. So ganz allein ist sie allerdings sowieso nicht. Auf der Insel wimmelt es nur so vor Tieren: Bären, Füchse, Otter, Fische. Das Robotermädchen muss lernen im Einklang mit der Natur zu leben. Bisher wurde das computeranimierte Spektakel fast ausschließlich in höchsten Tönen gelobt. Das kreative Sci-Fi-Abenteuer soll an die frühe Ära Pixars zurückerinnern.
Weitere Neustarts
Die Bologna Entführung – Geraubt im Namen des Papstes
Das historische Drama erzählt die reale Lebens- und Leidensgeschichte von Edgardo Mortrara nach. Mortara wurde in jungen Jahren seiner jüdischen Familie entzogen und unter Aufsicht des Papstes widerwillig der katholischen Kirche näher gebracht.
Bild aus dem Film „Die Bologna Entführung – Geraubt im Namen des Papstes“ (Filmladen, Pandora Film)80 Plus
Zwei ungleiche Pensionistinnen unternehmen in der neuen Komödie von Sabine Hiebler und Gerhard Ertl („Sargnagel – Der Film“) einen gemeinsam Roadtrip in die Schweiz. Die eine will alles genau planen, die andere nimmt die Dinge eher locker in die Hand.
Bild aus dem Film „80 Plus“ (Filmladen)System Change
Seit Jahrzehnten sind Anrainerinnen und Anrainer drauf und dran, den Bau einer Autobahn durch den Dannenröder Wald zu unterbinden. Ein ehrenwertes Unterfangen, das immer weniger zu fruchten scheint. Regisseur Klaus Sparwasser hat die engagierten Aktivistinnen und Aktivisten zu ihrer Arbeit befragt.
Bild aus dem Film „System Change“ (Polyfilm)Element of Crime in Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin
Die Rockbarden von „Element of Crime“, für die deutsche Gegenkultur sehr prägend, hat Charly Hübner auf ihrer neuen Tour mit Kameras begleitet. Die intimen Aufnahmen, altem Archivmaterial und Erzählungen früher Bandzeiten gegenübergestellt, können sich eingesessene und zukünftige Fans nun im Kino zu Gemüte führen.
Bild aus dem Film „Element of Crime in Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin“ (Polyfilm)
