Berlinale 2007
Berlinale - Tag 1

Berlinale - Tag 1

Berlin steht für die nächsten 10 Tage im Zeichen des Glitzerns und Glamours, der Stars.
Fast 400 Filme buhlen heuer um die Gunst des Publikums und der einen oder anderen Jury. Fast 4000 Journalisten haben sich eingefunden, um von dem Festival in ihre Heimatländer zu berichten und auch wir vom Uncut-Team sind wieder für Euch vor Ort. Diesmal sogar in doppelter Stärke: während ich mich wie letztes Jahr um die Filmkritiken und die Tagesberichte kümmern werde, liefert Euch Harald Zettler als akkreditierter Fotograf Fotos aus der ersten Reihe fußfrei. Ihr braucht Euch zuhause also nur noch hinzusetzen, das Popcorn zu schnappen und Ihr seid mit uns in der Mitte des Geschehens.

Am ersten Tag dieses Festivals stand der Eröffnungsfilm „La vie en rose“ auf dem Programm, die weiteren Wettbewerbsbeiträge folgen erst in den nächsten Tagen. Und doch lässt die Auswahl gerade dieses Filmes aufhorchen, geht es dabei doch um das tragische, viel zu kurze Leben der französischen Sängerin Edith Piaf. Ein Film also, der den Unterschied zwischen den Stars, wie wir sie im Rampenlicht erleben und den Menschen, die sie alle trotzdem sind, zum Thema macht und aufzeigt, wie dunkel es schlagartig immer wieder wird, hinter dem Vorhang, wenn das Publikum nachhause gegangen ist. Jeder Star, ganz egal wo im Showgeschäft, ist abseits der Scheinwerfer auch wieder nur ein Mensch. Im Falle von Edith Piaf vor dem Vorhang ein umjubelter Star, hinter dem Vorhang eine junge, zierliche, von so vielen Menschen verstoßene und dennoch immer nur nach Liebe suchende Frau, die vor nichts mehr Angst hat als vor dem Alleinsein. Eine Frau, die mit ihrem exzentrischen Benehmen ihre eigene Unsicherheit, Verletzlichkeit und Gebrochenheit verborgen hatte, bis es nicht mehr ging und sie als körperliches und wohl auch als seelisches Wrack auf der Bühne zusammen brach.

Ein Filmfestival mit einem solchen Film zu eröffnen, war eine mutige Entscheidung. Ist er doch auch als so etwas wie ein Hinweis zu verstehen, dass es abseits dessen, was im Rampenlicht vor sich geht, auch immer noch eine zweite Seite gibt. Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten.

Auch erscheint es ungewöhnlich, das große Deutsche Internationale Filmfestival mit einem französischsprachigen Film zu eröffnen.

Die Rechnung ging aber insofern auf, als dass die Berlinale hiermit erneut ihren hohen qualitativen Anspruch unter Beweis gestellt hat. Man darf gespannt sein, wie es in den nächsten Tagen weitergeht.