Neu im Kino
Neu im Kino (Woche 15/2022)

Neu im Kino (Woche 15/2022)

Von Christine Nöstlinger bis François Ozon und von Jakomini bis nach Texas - die neue Kinowoche ist vielfälltig.
Foto: A24

Red Rocket

Sean Baker ist ein waschechter Humanist. In seinen Filmen gewährt der 50-jährige US-Amerikaner Einblicke in Milieus, die im Kino selten sichtbar gemacht werden. Entstigmatisierung von Sexarbeit ist dem Indie-Regisseur ein besonderes Anliegen. Nach „Starlet“, „Tangerine“ und dem preisgekrönten „The Florida Project“ folgt ein weiterer Ritt durch schmuddelige Ecken des menschlichen Daseins.

Pornodarsteller Mikey Saber (ganz fantastisch: Simon Rex, bekannt aus den „Scary Movie“-Filmen und für sein Alter Ego „Dirt Nasty“) kehrt in seine texanische Heimat zurück. Die ruhmreichen Tage im Erotikgeschäft sind gezählt, nun fleht er Verwandte und Bekannte um Geld und Unterschlupf an. Als er eine minderjährige Donutverkäuferin (eine große Entdeckung: Suzanna Son) kennenlernt, fängt er kurz darauf eine Beziehung mit der jungen Frau an. Er glaubt in ihr die Zukunft der Pornoindustrie entdeckt zu haben.

Im Rahmen der Viennale durften wir uns auch mit Regisseur Sean Baker für ein kleines Gespräch zusammensetzen.



Eine tragikomische Charakterstudie voller Leben und Energie, die trotz des abstoßenden Protagonisten reichlich Empathie für seine Figuren übrig hat. Hier geht es zur UNCUT-Exklusivkritik, in der wir fast ausschließlich lobende Worte für den Film fanden.

Foto: Polyfilm

Was sehen wir, wenn wir zum Himmel schauen?

Im neuen Film des Georgiers Alexander Koberidze glauben zwei Menschen, deren Wege sich zufällig kreuzen, in einander die wahre Liebe gefunden zu haben. Doch das Glück der Medizinstudentin Lisa und des Hobbyfußballers Giorgi wird auf die Probe gestellt, als die beiden plötzlich in fremden Körpern aufwachen und einander nicht wiederfinden können. Ein Fluch, der das Leben der zwei Turteltäubchen auf den Kopf stellt – alles im Hintergrund der Fußballweltmeisterschaft, die große Begeisterung im städtischen Mikrokosmos auslöst.

Koberidzes wundervolles Kinomärchen ist ein einzigartiges Filmexperiment, das narrativ wie auch formell ein paar innovative Kniffe parat hält. Sinnlich, verträumt und unberechenbar. Die Kritik von der Viennale gibt es schon auf Uncut nachzulesen.

Weitere Neustarts

Mit „Geschichten vom Franz“ schafft es die populäre Kinderbuchreihe der österreichischen Kultautorin Christine Nöstlinger erstmals auf die große Leinwand. Der lockenhaarige und wegen seiner Piepsstimme oft verspottete Protagonist will in der Romanverfilmung zum echtem ‚Kerl‘ werden. Ein Vorhaben, aus dem der Bub noch eine Lektion lernen wird.

Der französische Autorenfilmer François Ozon erzählt in seinem neuen Drama „Alles ist gutgegangen“ von einem angeschlagenen alten Mann, der seine Töchter darum bittet, ihm Sterbehilfe zu leisten.

In der deutschen Komödie „Eingeschlossene Gesellschaft“ kommt ein Vater nicht damit klar, dass seinem Sohn das Abitur verwehrt werden soll. Die Lösung? Er sperrt eine Gruppe Lehrer mit vorgehaltener Waffe in der Schule ein und hofft auf erfolgreiche Erpressung.

Wien

Der norwegische Horrorthriller „The Innocents“ läuft vorerst lediglich in Wien an. Der neue Film von Eskil Vogt handelt von einer Gruppe Kinder mit besonderen Fähigkeiten, die diese jedoch nach für nach für schändliche Zwecke missbrauchen.

Graz

Wenige Tage nach seiner Premiere auf der Diagonale startet nun der Dokumentarfilm „Im Jakotop“ von Markus Mörth im KIZ RoyalKino. Der Film wirft dabei auf dem Grazer Bezirk Jakomini und vor allem auf die Menschen, die in diesem Mikrokosmos wohnen.
Der Autor
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