Neu im Kino
Neu im Kino (Woche 51/2021)

Neu im Kino (Woche 51/2021)

Zu den Weihnachtsfeiertagen gibt es im Kino unter anderem eine langersehnte Rückkehr in die Matrix und Trauerbewältigung auf japanischen Straßen.
Foto: Warner Bros

Matrix Resurrections

Lang ist's her, als Keanu Reeves‘ Neo das letzte Mal die Rebellion gegen selbstständig denkende Maschinen anführte. 18 Jahre nach „Matrix Revolutions“ und 22 Jahre nach der Veröffentlichung des unsterblichen Originals taucht Lana Wachowski (erstmals ohne der Co-Regie ihrer jüngeren Schwester Lily) einmal mehr in die verkopften Welten der Matrix ein. Im vierten Teil der Reihe gibt es ein Wiedersehen mit Thomas „Neo“ Anderson, der sich jedoch nicht mehr an die Ereignisse der Vorgänger erinnern kann und mittlerweile in San Francisco als Videospielentwickler tätig ist. Als ihm eine Frau, die ihm vertraut vorkommt (Carrie-Anne Moss), über den Weg läuft, werden alte Erinnerungen geweckt. Den bisherigen Kritiken zufolge polarisiert die Cyberpunk-Fortsetzung stark. Die eine Seite sieht das Sequel als großen Mittelfinger an die Fanbase, die andere erkennt hier eine wunderbar selbstreferentielle Angelegenheit, die im modernen Hollywood-Trott ideenloser Fortsetzungen und Reboots fast schon wie eine erfrischende Offenbarung daherkommt. Ob man nun aber die blaue oder die rote Pille schlucken möchte, das bleibt letztendlich natürlich jedem Zuschauer selbst überlassen.

Foto: Polyfilm

Drive My Car

Nicht lange nach dem Kinostart des bei der Berlinale ausgezeichneten Episodendramas „Wheel of Fortune and Fantasy“ meldet sich der Japaner Ryūsuke Hamaguchi mit einem weiteren Film zurück. Und auch dieser durfte schon im Vorfeld zahlreiche Auszeichnungen kassieren. Das in Cannes uraufgeführte Drama erzählt vom erfolgreichen Bühnenregisseur und Darsteller Yūsuke, der vor wenigen Jahren seine geliebte Frau verloren hat. Während er mittlerweile an einer groß angelegten Neuversion eines Tschechow-Stücks arbeitet, nagen die Wunden der Vergangenheit immer noch an ihm. Doch intime Auto-Konversationen mit seiner frisch engagierten Chauffeurin Misaki (Tōko Miura) beschleunigen den Heilungsprozess. Das dreistündige Mammutwerk wurde von der internationalen Presse über den grünen Klee gelobt und vielerorts als einer der essentiellen Filme des Jahres betitelt. Ein wahrhaftiges Weihnachtsgeschenk für Cineasten.

Weitere Neustarts

Die französische Filmbiografie „Aline - The Voice of Love“ beschäftigt sich auf fiktionalisiertem Wege mit dem Leben und Schaffen der französisch-kanadischen Ausnahmemusikerin Céline Dion.

In der Realverfilmung des Kinderbuchklassikers „Clifford, der große rote Hund“ nimmt ein magischer Welpe gigantische Ausmaße an.

Der Dokumentarfilm „The Lost Leonardo“ widmet sich der unglaublichen Hintergrundgeschichte von Leonardo Da Vincis Jesus-Gemälde „Salvador Mundi“, das einst um 450 Mio. US-Dollar verkauft wurde.

In der ersten Realverfilmung des deutschen Kinderbuchklassikers „Lauras Stern“ erlebt das titelgebende Mädchen zauberhafte Abenteuer mit einem eigens verarzteten Stern.

Die britische Buchverfilmung „Ein Festtag“ begegnet eine Dienstmagd mit großen Ambitionen durch Zufall wieder ihrer großen Jugendliebe.

Im schweizerisch-österreichischen Drama „Monte Verità - Der Rausch der Freiheit“ entdeckt eine psychisch misshandelt Frau die Liebe zur Fotografie für sich.

Wien

Nicht nur Lana Wachowski, sondern auch Ethan Coen wandelte für seinen neuesten Film auf eigenen Spuren. Die bildgewaltige Macbeth-Neuverfilmung „Macbeth“ (The Tragedy of Macbeth) des gefeierten Coen-Bruders kann aktuell jedoch nur im Wiener Filmcasino angesehen werden.

Für ausgewählte Vorstellungen wird Sean Bakers neuester Geniestreich „Red Rocket“ bereits Monate vor dem geplanten Österreich-Start im Gartenbaukino gezeigt. In der Milieustudie schlüpft Simon Rex („Scary Movie 3-5“) in die Rolle eines abgehalfterten Pornodarstellers.

Graz

Nachdem der Film vorige Woche bereits in Wien anlaufen durfte, startet Maggie Gyllenhaals gelobtes Regiedebüt „Die Frau im Mond - Erinnerung an die Liebe“ (Originaltitel: „The Lost Daughter“) nun auch noch im Grazer Rechbauerkino.

Wir wünschen besinnliche Feiertage und eine weiterhin angenehme Zeit im Kino!
Der Autor
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