Caines Corner
Caines Corner: Jahresrückblick 2021

Caines Corner: Jahresrückblick 2021

Von Kriegsverbrechen in Srebrenica, über vielversprechende Frauen bis hin zu einem koreanischen Tintenfisch-Spiel. Leander Caine präsentiert seine Highlights des Jahres.
Willkommen im zweiten Jahr des Corona-Viruswahnsinns! Kinos sperren auf, dann wieder zu, dann gibt’s 3G, 2G und 2G plus sowie mit FFP2 – oder ohne Maske und ich ertappe mich beim Gefühl der stetig steigenden Müdigkeit. Ich träume davon, dass wir alle diese Abkürzungen schon bald wieder vergessen können. Ich träume von der guten alten Zeit im Kino, wo man sich nicht beim Ticketkauf mit Impfzertifikat, Personalausweis und Maske anstellen muss. Wette mal, dass ich mit dem Wunsch nicht ganz allein auf diesem Planeten bin. Und trotzdem geizte das Kinojahr 2021 wieder nicht mit grandiosen Filmen.

Die Top 3 im Kino 2021 sind:

1.) Quo vadis, Aida?

Bild aus dem Film „Quo vadis, Aida?“ (Polyfilm)
Bei der Verleihung des Oscars für den besten fremdsprachigen Film 2021 wurde dieses wichtige Zeitdokument von Jasmila Zbanic über das schlimmste Kriegsverbrechen in Form des Massakers in Srebrenica auf europäischem Boden seit dem 2. Weltkrieg nicht ausgezeichnet. Jedoch ging der Europäische Filmpreis für den besten Film, die beste Regie an QUO VADIS, AIDA? sowie an die Hauptdarstellerin Jasna Duricic. Das ist ein Film, der den Zuschauer noch lange nachdenken lässt und nicht mehr loslässt. Die Bilder des Verbrechens und des Mordes unschuldiger und wehrloser Menschen brennen sich schmerzhaft ins Gedächtnis ein.

2.) Promising Young Woman

Bild aus dem Film „Promising Young Woman“ (Focus Features, Universal Pictures International)
Die Regisseurin und Drehbuchautorin Emerald Fennell und Carey Mulligan laden zum Überraschungsfilm des Jahres ein mit einer etwas anderen Rache-Story, die gleichzeitig bunt, smart, kreativ, unterhaltsam und schockierend ist.

3.) Enter the Void

Bild aus dem Film „Enter the Void“ (Polyfilm, Capelight)
Die Uraufführung hatte der Gaspar Noé-Streifen bereits 2009 bei den Filmfestspielen in Cannes. Das habe ich seinerzeit leider nicht geschafft und es 2021 im Kino nachgeholt. Ein junger Drogendealer wird auf der Toilette eines Clubs in Tokio angeschossen. Was folgt, ist ein fast dreistündiger Bilderrausch und ein unvergesslicher Trip durch Erinnerungen, Gefühle und Gedanken eines Geschwisterpaars.

Zum Glück gab es weitere Meisterwerke, die wieder im Kino zu bewundern waren. Dazu gehörten „Blade Runner“, „Einer flog über das Kuckucksnest“ und „Basic Instinct“. Kann ich immer wieder anschauen und etwas Neues entdecken.

Im Home-Entertainment war ich nachhaltig begeistert von „I Care A Lot“, „Gefährliche Freundin“ und „Minari“.

Obwohl ich noch immer nicht weiß, ob Streaming ein Segen oder ein Fluch ist, kam ich an diesen außergewöhnlichen Serien nicht vorbei:


1. SQUID GAME (Netflix)

Überall konnte man lesen, dass das „Tintenfisch-Spiel“ Zuschauerrekorde auf Netflix verbuchen konnte. Aus Neugier, ob die Masse was Spannendes zu sehen bekam, schaute ich dann auch die südkoreanische Serie an, über die jeder spricht. 456 verzweifelte Kandidaten kämpfen in tödlichen Spielen ums Überleben. Dem Gewinner winkt ein Multi-Millionengewinn. Ich muss gestehen, dass viele Szenen sehr brutal sind, aber die Gesellschaftskritik erscheint berechtigt zu sein und es zahlt sich aus bis zur letzten Folge dabei zu sein.

2. THE KOMINSKY METHOD (Netflix)

Michael Douglas und Alan Arkin sind zum Schreien komisch. Douglas spielt einen Schauspiellehrer namens Sandy Kominsky, der mit dem Produzenten Arkin als Norman Newlander eine tiefe Freundschaft verbindet. Als sein Freund Norman seine Frau an Krebs verliert, diskutieren und streiten sie sich durch das Leben, das im Alter besondere Herausforderungen bereithält.

3. EMILY IN PARIS (Netflix)

Lily Collins spielt eine Amerikanerin, die nach Paris kommt, da hier ein spannender Job in einer Werbeagentur auf sie wartet. Hört sich einfach gestrickt an und ist es auch. Es wird kein (Frankreich-)Klischee ausgelassen und trotzdem macht die Serie Spaß. A „guily pleasure“ sozusagen.

Wie fällt eure Filmbilanz 2021 aus?