Neu im Kino
Neu im Kino (Woche 44/2021)

Neu im Kino (Woche 44/2021)

Vom neuesten MCU-Streich bis hin zum diesjährigen Palme-D’Or-Gewinner – im aktuellen Kinoprogramm zeigen Filmemacherinnen ihren männlichen Kollegen wo es lang geht.
Foto: The Walt Disney Company, Marvel

Eternals

Im Zuge der diesjährigen Oscar-Verleihung tat sich Regisseurin Chloe Zhao mit ihrem Drama „Nomadland“ als große Gewinnerin des Abends hervor und ging so mit dem Empfang der illustren Goldstatue als Beste Regisseurin (eine Ehre, die zuvor mit Kathryn Bigelow erst ein einziges Mal einer Frau zuteilwurde) für immer in die Filmgeschichte ein. Nun erscheint mit dem MCU-Blockbuster „Eternals“ der erste Superheldenfilm der chinesischen Filmschaffenden, der einen Ensemblecast rund um Gemma Chan, Salma Hayek, Angelina Jolie, Richard Madden, Kumail Nanjiani, Brian Tyree Henry, Barry Keoghan und Kit Harington versammelt.

Die Eternals, eine Spezies übernatürlicher Wesen mit Superkräften, leben seit Tausenden von Jahren gut getarnt unter den Menschen. Auf der Erde sind sie dafür verantwortlich die Menschen vor den bösartigen Deviants zu schützen, eine Aufgabe, der sich die Gruppe lange Zeit mit Erfolg gewidmet hat. In der Gegenwart leben die Eternals quer über die Kontinente verstreut und müssen sich erneut zusammenraufen, als die Gefahr der heimtückischen Deviants wieder aktuell zu werden scheint.

Foto: Stadtkino, Koch Films

Titane

Mit ihrem schockierenden Langspielfilmdebüt „Raw“ begeisterte die französische Filmemacherin Julia Ducournau schlagartig Genre-Liebhaber*innen, nun legt sie mit dem Body-Horror-Film „Titane“ nach. Das Horror-Drama wurde im Juni mit der prestigeträchtigen Goldenen Palme, dem Hauptpreis der Filmfestspiele von Cannes, ausgezeichnet, erst kürzlich wurde bekannt gegeben, dass das Werk die offizielle Einreichung Frankreichs um den Oscar in der Kategorie „Bester Internationaler Film“ sein wird. Neben der französischen Schauspielgröße Vincent Lindon ist die Newcomerin Agathe Rousselle in einer äußerst fordernden Doppelrolle als Alexia bzw. Adrien zu sehen.

Seit einem Autounfall im Kindesalter fühlt sich Alexia von Autos mehr als nur freundschaftlich angezogen. Die mittlerweile Erwachsene Frau verdient ihr Geld als leichtbekleidete Tänzerin auf Auto-Messen, doch ihr wahres Gesicht verbirgt die wortkarge Protagonistin meistens. Insgeheim geht Alexia am liebsten vor allem zwei Dingen nach: Sex mit Autos und Morden. Als sich Anzeichen einer ihr unerklärlichen Schwangerschaft häufen, übertreibt sie es im Mordrausch und muss schleunigst untertauchen, um nicht von der Polizei gefasst zu werden. Gut getarnt als der lang verschollene Adrien taucht sie also bei dessen psychisch labilen Vater, Feuerwehrmann Vincent, auf, der die maskierte Alexia ohne Verzagen bei sich aufnimmt.

Hier geht's zur Uncut-Kritik vom Slash Filmfestival.

Weitere Neustarts

Das Schweizer Drama „Das Mädchen und die Spinne“ von Ramon und Silvan Zürcher feierte seine Premiere im Rahmen der Filmfestspiele von Berlin, wo es in der Schiene „Encounters“ mit dem Preis für die Beste Regie und dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet wurde. Der Film folgt der jungen Lisa, für die sich alles ändert, als sie in ihre erste eigene Wohnung zieht. Der Film ist vorerst nur in Wien, Tirol, Kärnten und Oberösterreich zu sehen.

Nachdem das Periodendrama „Ammonite“ von Francis Lee bereits vor gut einem Jahr die US-amerikanischen Kinos bespielt hat, findet der Film nun auch seinen Weg auf die heimischen Kinoleinwände. Kate Winslet porträtiert im Film die Fossiliensammlerin Mary Anning, die eine leidenschaftliche Affäre mit der wohlhabenden Mary (Saoirse Ronan) beginnt.

Auch das queere Drama „Supernova“ von Harry Macqueen startet mit großer Verspätung nun auch in deutschsprachigen Ländern. Darin zu sehen sind Colin Firth und Stanley Tucci, die das Liebespaar Sam und Tusker mimen, deren langjährige Beziehung durch Tuskers plötzliche Demenzerkrankung auf eine harte Probe gestellt wird.

Die Dokumentation „Walchensee Forever“ von Janna Ji Wonders umfasst die mehr als hundertjährige Familiengeschichte und zeigt uns dabei fünf Genrationen an Frauen, deren Schicksal eng mit dem idyllischen Ausflugsziel verwoben ist.

Mit „Die Geschichte meiner Frau“ ist Lea Seydoux neben „Keine Zeit zu sterben“ und „The French Dispatch“ aktuell mit ganzen drei Filmen im Kino vertreten. In Ildikó Enyedis (Körper und Seele) Regiearbeit spielt die französische Schauspielerin die Frau eines niederländischen Schiffskapitäns, die Beziehung der beiden ist allerdings von Turbulenzen und schicksalhaften Ereignissen geprägt.

Auch die von Netflix vertriebene Action-Komödie „Red Notice“ wird in einigen ausgewählten Kinostätten zu sehen sein. Der Heist-Film von Rawson Marshall Thurber versammelt hochkarätige Stars wie Dwayne Johnson, Ryan Reynolds und Gal Gadot.

Im bereits zweiten Abenteuer der Wünschmann-Familie, dem Animationsfilm „Happy Family 2“ von Holger Tappe, der auf David Safiers gleichnamigen Roman basiert, stolpert die nun wieder menschliche Familie rund um Emma, Frank, Fee und Max ins nächste Gruselgeschehen.

Vorerst ausschließlich in Graz und Lieboch zu sehen, ist Fritz Aigners Musikdokumentation „Chamäleons“, die die Arbeit von Instrumental- und Gesangspädagog*Innen in den Fokus rückt.
Die Autorin
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juliap

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