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Neu im Heimkino (Woche 19/2021)

Neu im Heimkino (Woche 19/2021)

Diese Woche mit einem hochkarätig besetzten Psychothriller, einem Mystery-Familienfilm aus österreichischem Hause, dem neuesten Höllenritt der Marke Gaspar Noé und einer preisverdächtigen Miniserie von Oscar-Preisträger Barry Jenkins.

Netflix:

Foto: 20th Century Fox, Netflix

The Woman in the Window

Der neue Film des primär für Historienschinken bekannten Joe Wright (u.a: „Abbitte“, „Stolz und Vorurteil“, „Die dunkelste Stunde“) basiert auf dem gleichnamigen Roman von A. J. Finn. Der starbesetzte Thriller handelt von der New Yorkerin Anna Fox (Amy Adams), die aufgrund einer Angststörung die eigenen vier Wände kaum mehr verlässt. Die Kinderpsychologin hat es sich zum persönlichen Hobby gemacht, ihre Nachbarschaft durch das Fenster auszuspionieren. Eines Tages zieht mit den Russells, eine nach außen hin perfekte Familie, ins Nebenhaus ein. Die vermeintliche Idylle zerbröckelt jedoch, als Anna Zeugin vom brutalen Mord an der Familienmutter Jane (Julianne Moore) wird. Als sie den Vorfall der Polizei schildern möchte, wird die Gewalttat von Sohn Ethan (Fred Hechinger) und Ehemann Alistair (Gary Oldman) vehement bestritten. Die Situation nimmt in späterer Folge noch seltsamere Züge an, als die scheinbar ermordete Frau plötzlich unversehrt wieder auftaucht, jedoch - zumindest für Anna - wie eine völlig andere Person (Jennifer Jason Leigh) aussieht.

Ist es nun also noch dieselbe Frau, mit der Anna noch wenige Tage zuvor Zeit verbracht hatte? Oder kann sie erst ihrem eigenen Verstand gar nicht mehr vertrauen?

Netflix:

Foto: Filmladen

Das schaurige Haus

Andreas Prochaska hat mit Filmen „In 3 Tagen bist du tot“ oder „Das finstere Tal“ bereits eindrücklich vorgezeigt, dass es sehr wohl möglich ist, in Österreich Genrekino, das auf internationalem Level mithalten kann zu produzieren. Sein Sohn Daniel Geronimo Prochaska stützt diese These nun mit seinem gelungenen Kinofilm-Debüt „Das schaurige Haus“. Das an ein jüngeres Publikum ausgerichtete Mysteryabenteuer wurde sichtlich von der aktuell erfolgreichen 80er-Nostalgie-Welle inspiriert, die durch den Erfolg einer Serie wie „Stranger Things“ ins Rollen gebracht wurde. Im Mittelpunkt des Jugendfilms steht der sechzehnjährige Deutsche Hendrik (Léon Orlandianyi), der mit seiner Familie gerade frisch ins ländliche Kärnten gezogen ist und zunächst daran scheitert, sich der ihm zuvor fremden Umgebung anzupassen. Als sich seltsame Vorkommnisse in seinem neuen Wohnhaus häufen, ist sich der Teenager sicher, dass es darin spuken muss. Gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Eddi (Benno Rosskopf), seiner neuen Freundin Ida (Marii Weichsler) und dem exzentrischen Fritz (Lars Bittlerlich) möchte er der Sache auf den Grund gehen. Die vier stoßen dabei auf so manch gut gehütetes Ortsgeheimnis.

Die Weltpremiere des Films fand letztes Jahr im Rahmen des Wiener Slash Filmfestival statt, die Kinoauswertung musst dann allerdings schon wenige Tage nach dem Start durch den coronabedingten Lockdown abgebrochen werden. Hier gehts weiter zur Filmkritik.

DVD/Blu-Ray:

Foto: Alamode Film

Lux Æterna

Gaspar Noé ist zweifelsohne ein Aushängeschild für das europäische Extremkino. Mit Filmen wie „Irreversibel“, „Enter the Void“ oder „Climax“ hat der gebürtige Argentinier in der Vergangenheit bewiesen, dass es ihm wohl ein großes Anliegen ist, der Zuschauerschaft mit grellen Neonfarben, roher Gewalt und etwaigen verstörenden Inhalten unbequem menschliche Abgründe näherzubringen. Diese Tradition führt er auch mit seinem neuesten Werk fort. Der gerade mal 51-minütige „Lux Æterna“ widmet sich einem fiktiven Filmdreh, an dem Geschichten über Hexen in Umlauf geraten. Die beiden bekannten Darstellerinnen Charlotte Gainsbourg und Béatrice Dalle verkörpern sich dabei selbst. Wie gewohnt bombardiert Noé sein Publikum mit psychedelischen Bildwelten und einer großen Menge schmerzafter Hysterie. Nichts für schwache Nerven!

Amazon Prime Video:

The Underground Railroad
The Underground Railroad (Serie)
Meisterregisseur Barry Jenkins, der für seine zwei vorangegangen Spielfilme „Moonlight“ und „If Beale Street Could Talk“ schon so manch prestigeträchtigen Preis einheimsen konnte, meldet sich nun mit seinem vielversprechenden Serien-Debüt zurück. Die zehnteilige Miniserie liegt dem gleichnamigen Buch von Colson Whitehead zu Grunde und widmet sich einer fiktiven Alternativrealität im von Rassismus gezeichneten Amerika des 19. Jahrhunderts. Die auf einer Baumwollplantage in Georgia tätige Afroamerikanerin Cora (Thuso Mbedu) möchte die Ketten der Sklaverei nicht weiter auf sich sitzen lassen. Als sie durch den aus Virginia stammenden Caesar (Aaron Pierre) von einem von Sklavereigegnern errichteten Untergrundnetzwerk (das tatsächlich existiert hat) Wind bekommt, ergreift sie mit diesem gemeinsam die Flucht. Bei der Kritik stieß das Serienprojekt bisher nahezu ausschließlich auf Lob.
Der Autor
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chrosTV

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