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International Film Festival Rotterdam 2021

International Film Festival Rotterdam 2021

Heute startet die 50. Ausgabe des Filmfestivals von Rotterdam. Coronabedingt ist der erste Teil des Festivals nur online verfügbar.
Das International Film Festival Rotterdam (IFFR) zählt zu den aufregendsten und vielfältigsten Filmfestivals des europäischen Raumes. Dieses Jahr findet das Festival bereits in seiner 50. Ausgabe statt - aufgrund der verschärften Corona-Maßnahmen jedoch erstmals als reines Online-Event. Wir werfen einen Blick auf das Programm, welches zwischen 1. und 7. Februar per Streaming präsentiert wird - der zweite Teil des geplanten Festivals soll dann im Juni folgen.

Eröffnet wird das Festival mit der schwarzhumorigen Tragikomödie „Helden der Wahrscheinlichkeit - Riders of Justice“, in der ein Mann den angeblichen Unfalltod seiner Frau untersucht. Unterstützung bekommt er dabei von drei sehr unterschiedlichen Charakteren, die ihr Vorhaben jedoch vor seiner Tochter geheim halten müssen. Der dänische Regisseur Anders Thomas Jensen setzte hier nach einigen gemeinsamen Projekten (am bekanntesten ist wohl „Adams Äpfel“) erneut auf die Zusammenarbeit mit Hauptdarsteller Mads Mikkelsen und verpackt das Geschehen in einen actionreichen Racheakt.

Bild aus dem Film „Helden der Wahrscheinlichkeit - Riders of Justice“ (Filmladen, Lunafilm)

Die restliche Filmauswahl verteilt sich auf vier weitere Programmkategorien:

Bei der „Tiger Competition“ werden innovative Filme aufstrebender Filmemacher*innen gezeigt. Hier ist unter anderem „Madalena“, das Langfilmdebüt des Brasilianers Madiano Marcheti zu sehen, der darin die Tatsache verarbeitet, dass sein Heimatland die höchste Mordrate an Transgender-Personen weltweit aufweist. In der fiktiven Geschichte rund um den Mord an der Transfrau Madalena zeigt er die Nachwirkungen dieser Tat auf drei Personen aus ihrem näheren Umfeld.

Bild aus dem Film „Madalena“ (Filmverleih)

Die „Big Screen Competition“ vereint das populäre Kino mit dem Arthouse Cinema, die gezeigten Filme erweisen sich dementsprechend als äußerst vielfältig. So erschafft Renata Litvinova in ihrem russischen Barockmärchen „The North Wind“ eine magische Welt, in deren Zentrum eine matriachale Familie steht, und Jonathan Ogilvie adaptiert für „Lone Wolf“ Joseph Conrads „The Secret Agent“ und verlegt die Handlung in ein futuristisches Australien. Gespannt darf man aber auch auf die zeitgenössische taiwanesische Adaption von Shakespeares „Wie es euch gefällt“ sein. In „As We Like It“ setzt das Regie-Duo Muni Wei und Chen Hung-i auf einen rein weiblichen Cast – als Kontrast zu den ausschließlich männlichen Schauspielern zu Zeiten Shakespeares.

Neben dem Kurzfilmwettbewerb, in dem 22 kurze und mittellange Filme aus aller Welt gezeigt werden (u.a. anderem auch ein Beitrag aus Österreich, „Erde essen“ von Laura Weissenberger), stellt die Kategorie „Limelight“ den letzten Programmpunkt dar. Hier werden die Festivalfavoriten des Jahres gezeigt, u.a. das niederländische Vampirdrama „Dead & Beautiful“ von David Verbeek, Jasmila Žbanićs gefeiertes Kriegsdrama „Quo vadis, Aida?“ über das Massaker von Srebrenica und Magnus von Horns Influencer-Thriller „Sweat“.

Bild aus dem Film „Sweat“ (New Europe Film Sales)

Freuen kann man sich aber auch auf „Mandibules“, dem neuesten Werk des Kultregisseurs Quentin Dupieux, der sich nach einer Geschichte rund um einen Reifen („Rubber“) und einer rund um eine Lederjacke („Monsieur Killerstyle“) nun mit einer rund um eine riesige Fliege beschäftigt.
Die Autorin
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MrsBlonde

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