Neu im Kino
Neu im Kino (Woche 41/2020)

Neu im Kino (Woche 41/2020)

Die neue Kinowoche zeichnet ein düsteres Stimmungsbild: Zombie-Epidemien, gravierende Umweltschäden und humanoide Roboter machen es allerdings schwer, zwischen Realität und Dystopie zu unterscheiden.
Foto: Neue Visionen Filmverleih, Pandafilm

Eine Frau mit berauschenden Talenten

Isabelle Huppert, selbst eine Frau mit einem berauschenden Schauspieltalent, kennen wir fast nur in intensiven Frauenrollen, ob als Klavierspielerin oder als Gewaltopfer im 2016 groß gefeierten Paul Verhoeven-Drama „Elle“. Diesmal gönnt sie dem Kinopublikum einmal eine unbeschwerte Zeit und bringt uns alle in diesen schweren Zeiten zum Lachen. Huppert spielt in dieser französischen Krimikomödie eine Dolmetscherin, die aus Gelegenheit zur Weed-Dealerin wird und die Pariser Drogenszene gehörig aufmischt. Für einen berauschenden Kinoabend.

Foto: Constantin Film, Tobis Film, Focus Features

Vergiftete Wahrheit

Regisseur Todd Haynes haben wir einige queere Filmperlen zu verdanken, etwa das Glam-Rock-Spektakel „Velvet Goldmine“ oder die lesbische Romanze „Carol“. Sein letzter Film „Wonderstruck“, eine warmherzige Liebeserklärung an New York, war eine Amazon-Produktion und gehörte 2017 zu den unverdient vernachlässigten Filmen auf dem Streaming Service Prime. Nun kehrt Haynes wieder zurück und stellt seinen neuen Film dort aus, wo er hingehört: ins Kino. Der coronabedingt verschobene Start von „Vergiftete Wahrheit“ wird nun diese Woche nachgeholt. Thematisch überrascht der Regisseur diesmal, bleibt dabei aber wie immer relevant und qualitativ hochwertig. Sein neuestes Werk basiert auf realen Ereignissen und handelt von einem Anwalt (gespielt von Mark Ruffalo), der gegen einen Chemiekonzern vor Gericht zieht und einen Umweltskandal an den Tag bringt. Für umweltbewusstes Kinopublikum, das (nicht nur im Kino) nicht wegschaut.

Weitere Neustarts

Des Weiteren startet noch der koreanische Horrorfilm „Peninsula“. Es handelt sich dabei um die Fortsetzung des mittlerweile fast kultigen Horrorstreifens „Train to Busan“ von Sang-ho Yeon über eine Zombie-Epidemie in Südkorea.

Die österreichische Dokumentation „Robolove“ von Maria Arlamovsky gewährt uns einen spannenden Einblick in die Entwicklung humanoider Roboter. Der Film lief letztes Jahr auf der Viennale.

Der kanadische Dokumentarfilm „Die Epoche des Menschen“ ist ein ambitioniertes Filmprojekt dreier Regisseur*innen, die sechs Kontinente bereisten, um die Schäden filmisch festzuhalten, die der Mensch auf unserem Planeten verursacht hat.

Die deutsche Komödie „Es ist zu deinem Besten“ mit Jürgen Vogel handelt von drei Vätern und ihren neuen Schwiegersöhnen. Die drei jungen Männer sind alles andere als das, was sie sich für ihre schönen Töchter gewünscht haben.

Die amerikanische Dokumentation „Fragen Sie Dr. Ruth“ erzählt die unglaubliche Lebensgeschichte der Sex-Therapeutin Ruth Westheimer, die als Kind den Holocaust überlebt hat und in den 80er-Jahren dafür bekannt wurde, dass sie in Amerikas Schlafzimmern für Höhepunkte sorgte.

Auch der Dokumentarfilm „Austria 2 Australia“ kommt aus Österreich und nimmt uns mit auf eine weite Reise. Zwei oberösterreichische Hobby-Radler haben es auf zwei Rädern bis nach Australien geschafft.
Die Autorin
stadtneurotikerin_948f8a00d1.jpg
Stadtneurotikerin

Forum

  • Newsletter-Gewinnspiel

    Uncut-Stammleser wissen es natürlich: In gibt es immer eine zustätzliche Gewinnchance. Diese Woche gehen 2 Kinokarten an „angel“. Herzlichen Glückwunsch!
    uncut_4fd94f1238.jpg
    09.10.2020, 21:15 Uhr