Slash Filmfestival, Wien
slash Filmfestival 2020

slash Filmfestival 2020

Vom 17. bis zum 27. September steht Wien wieder ganz im Zeichen des Schaurigen und Fantastischen. Wir werfen einen Blick auf die Highlights und Besonderheiten des diesjährigen Slash Filmfestivals.
Trotz der aktuellen Corona-Pandemie wird auch in diesem turbulenten Jahr ab Ende nächster Woche wieder das Slash, das in Österreich einzigartige Festival des fantastischen Films, über die Bühne gehen. An insgesamt zehn Spieltagen wird heimischen Genrefans auf drei Kinos verteilt (neben dem Filmcasino und dem Metro-Kino wird in diesem Jahr erstmals auch das Schikaneder bespielt) ein Potpourri aus schmackhaften Metzeleien und Obskuritäten aus aller Welt aufgetischt. Die Eröffnung der bereits 11. Edition des Festivals wird wie gewohnt im Wiener Gartenbaukino stattfinden. Das US-amerikanische Horrordrama „Relic“, mit dem Regisseurin Natalie Erika James ihr Langfilmdebüt gibt, wurde dabei zum diesjährigen Festival-Opener auserkoren. Der vielversprechende Indie-Horrorstreifen widmet sich einer generationenübergreifenden Familiengeschichte, bei der die zunehmende Demenz der in die Jahre gekommenen Matriarchin der Familie noch großes Unheil nach sich ziehen sollte.

Bild aus dem Film „Relic“ (Leonine, IFC Films)

Ebenso heißerwartet wird das von A24 koproduzierte britische Independent-Horrorstück „Saint Maud“. Regisseurin Rose Glass erzählt darin von einer gläubigen Hospiz-Krankenschwester, die in ihrem steigenden Wahn davon überzeugt ist, die Seele einer unheilbar kranken Patientin retten zu können. Zu den großen Highlights gehört bestimmt auch der Home-Invasion-Thriller „Becky“, in dem Comedy-Darsteller Kevin James in einer ungewohnt ernsten Rolle einen Neonazi mimt, der gemeinsam mit seiner gefährlichen Gang ins Ferienhaus eines Vater-Tochter-Gespanns eindringt.

Aber auch abseits des US-Kinos wird es beim Festival wieder einiges an internationaler Genrekost zu begutachten geben. Unter den wieder mal zahlreichen asiatischen Beiträgen im Programm lässt sich beispielsweise der taiwanesische Horrorstreifen „Detention“ entdecken. Der übernatürliche Psycho-Horrorfilm liegt dem gleichnamigen Videospiel zugrunde und handelt von zwei Jugendlichen, die über Nacht in ihrem Schulgebäude festsitzen und dort von allerlei Geistern der Vergangenheit heimgesucht werden.

Mit der Weltpremiere von „Das schaurige Haus“ ist auch eine verheißungsvolle heimische Produktion im Programm vertreten. Es handelt sich hier um das Kinodebüt von Daniel Prochaska, dem Sohn des bereits zum Austro-Genrespezialisten erkorenen Andreas Prochaska, der sich mit Filmen wie „In 3 Tagen bist du tot“ oder „Das finstere Tal“ einen Namen in der Szene gemacht hat. Der Jugendhorrorfilm erzählt die Geschichte zweier Brüder, die mit ihrer Familie erst kürzlich nach Kärnten in ein neues Haus umgezogen sind, nur um festzustellen, dass dieses allen Anschein nach verflucht ist.

Bild aus dem Film „Das schaurige Haus“ (Filmladen)

Beendet wird das diesjährige Festival mit der Österreichpremiere der pechschwarzen Horrorkomödie „Spree“, in der „Stranger Things“-Star Joe Keery in die Rolle eines angehenden Influencers schlüpft, der bei einer Mitfahragentur angestellt ist und für mögliche Klickzahlen in sozialen Medien sogar über Leichen geht.

Das Programm 2020:
#ShakespearesShitstorm
USA 2020, Regie: Lloyd Kaufman
12 Hour Shift
USA 2020, Regie: Brea Grant
Amulet
UK/UAE 2020, Regie: Romola Garai
Av: The Hunt
USA/Tür 2020, Regie: Emre Akay
Be Water
USA/UK 2020, Regie: Bao Nguyen
Beauty Water
Korea 2020, Regie: Kyung-hun Cho
Becky
USA 2020, Regie: Jonathan Milott, Cary Murnion
Bloodlust - Mosquito der Schänder
Schweiz 1976, Regie: Marijan Vajda
Breaking Surface
S/Nor/B 2020, Regie: Joachim Hedén
Butt Boy
USA 2019, Regie: Tyler Cornack
Come True
USA 2020, Regie: Anthony Scott Burns
Crazy World
Uganda 2019, Regie: Nabwana I.G.G.
Das schaurige Haus
Österreich 2020, Regie: Daniel Prochaska
Detention
Taiwan 2019, Regie: John Hsu
Fist of Fury - Todesgrüße aus Shanghai
Hong Kong 1972, Regie: Wei Lo
Fried Barry
Süd Afrika 2020, Regie: Ryan Kruger
From Beyond - Aliens des Grauens
USA 1986, Regie: Stuart Gordon
Genndy Tartakovsky's Primal
USA 2019, Regie: Genndy Tartakovsky
Happy Face
Kanada 2018, Regie: Alexandre Franchi
Hunted
F/B 2020, Regie: Vincent Paronnaud
Ich-chi
Russland 2020, Regie: Kostas Marsaan
Impetigore
Kor/RI 2019, Regie: Joko Anwar
Jumbo
F/LUX/B 2020, Regie: Zoé Wittock
Labyrinth of Cinema
Japan 2019, Regie: Nobuhiko Obayashi
Leap of Faith: William Friedkin on The Exorcist
USA 2019, Regie: Alexandre O. Philippe
Monster SeaFood Wars
Japan 2020, Regie: Minoru Kawasaki
Pelikanblut
Deutschland 2019, Regie: Katrin Gebbe
Psycho Goreman
USA/CAN 2020, Regie: Steven Kostanski
Relic
USA/AUS 2020, Regie: Natalie Erika James
Rise of the Machine Girls
Japan 2019, Regie: Yûki Kobayashi
Saint Maud
Großbritannien 2019, Regie: Rose Glass
Savage State
F/CAN/B 2019, Regie: David Perrault
Scare Package
USA 2019, Regie: Courtney Andujar, Hillary Andujar, Anthony Cousins, Emily Hagins, Aaron B. Koontz, Chris McInroy, Noah Segan, Baron Vaughn
Schlaf
Deutschland 2020, Regie: Michael Venus
She Dies Tomorrow
USA 2020, Regie: Amy Seimetz
Slaxx
Kanada 2020, Regie: Elza Kephart
Sohn der weißen Stute
Ungarn 1981, Regie: Marcell Jankovics
Spiral
Kanada 2019, Regie: Kurtis David Harder
Spree
USA 2020, Regie: Eugene Kotlyarenko
The Dark and the Wicked
USA 2020, Regie: Bryan Bertino
The Old Man Movie
Estland 2019, Regie: Oskar Lehemaa, Mikk Mägi
The Reckoning
Großbritannien 2020, Regie: Neil Marshall
The Returned
Argentinien 2019, Regie: Laura Casabe
The Rise of the Synths
USA/E 2019, Regie: Iván Castell
The Visitor - Die Außerirdischen
Italien 1979, Regie: Giulio Paradisi
Under Your Bed
Japan 2019, Regie: Mari Asato
VHYes
USA 2019, Regie: Jack Henry Robbins
sowie mehrere Kurzfilmprogramme.

Obwohl es sich aufgrund der coronabedingten Sicherheitsbestimmungen schwieriger denn je gestaltet, werden trotzdem auch in diesem Jahr wieder ein paar prominente Gäste das Festival mit ihrer Anwesenheit beehren. Unter anderem wird Jörg Buttgereit, der Kopf hinter dem kontroversen deutschen Kultklassiker „Nekromantik“, für eine Werkschau seiner Kurzfilme zum Festival nach Wien anreisen und auch seinen neuesten Short „Schweinchen“ präsentieren.

Wie schon in den letzten Jahren wird UNCUT auch diesmal wieder über die gesamte Dauer des Festivals vor Ort unterwegs sein und euch tagtäglich mit Kritiken und Berichten aus der Welt des Fantastischen beglücken. Its gonna be a bloody good time!
Der Autor
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    Der Überraschungsfilm war übrigens „Dinner in America“ von Adam Rehmeier
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    26.09.2020, 09:58 Uhr