Neu im Kino
Neu im Kino (Woche 36/2020)

Neu im Kino (Woche 36/2020)

Film-Nachschub gefällig? In der neuen Kinowoche werden uns unter anderem ein vielfach gepriesenes Tanzdrama aus Georgien, eine Tragikomödie über eine turbulente Männerfreundschaft und eine dokumentarische Auseinandersetzung mit Trump-Wähler*innen aufgetischt.
Foto: Polyfilm

Als wir tanzten

Dieses Drama des schwedisch-georgischen Filmemachers Levan Akin widmet sich einem jungen Tänzer, der sich in seinen Konkurrenten verliebt. Schon seit Kindheitstagen ist der mittlerweile erwachsene Merab (Levan Gelbakhiani) gemeinsam mit seiner langjährigen Tanzpartnerin Mary (Ana Javakhishvili) Teil des National Georgian Ensemble. Sein disziplinierter Alltag wird völlig auf den Kopf gestellt, als eines Tages der junge Mann Irakli (Bachi Valishvili) der Tanzgruppe als neues Mitglied beitritt. Aufgrund Iraklis eindrucksvollem Talent und dessen rebellischer Attitüde, betrachtet Merab den Neuzugang zunächst noch als großen Rivalen. Bald aber schon entwickeln sich ungeahnte romantische Gefühle zwischen den zwei jungen Tänzern. Aufgrund seines eher konservativen Umfelds, gestaltet es sich aber nicht gerade leicht, sich der innigen Zuneigung zueinander hinzugeben.

Das LGBT-Drama feierte vergangenes Jahr im Rahmen der Filmfestspiele von Cannes seine Weltpremiere, wo der Film Lobeshymnen en masse sowie im Anschluss an die Weltpremiere gar eine 15-minütige Standing-Ovation entgegennehmen durfte. Die Uncut-Kritikerin Marion Schlosser hat den Film schon im Vorjahr auf der Viennale gesehen. Ihr durchaus positive Kritik gibt es natürlich auf Uncut nachzulesen.

Ein Muss für Liebhaber*innen von zärtlichen und gefühlsechten Kino-Romanzen!

Foto: Pandafilm

The Climb

In dieser Tragikomödie aus US-amerikanischem Hause wird die langjährige Freundschaft zweier Männer auf eine harte Probe gestellt, als herauskommt, dass einer der beiden eine Affäre mit der Frau des Anderen hatte. Die beiden Protagonisten werden dabei von Regisseur Michael Angelo Covino und dessen Co-Drehbuchautor Kyle Marvin verkörpert. Kyle (Kyle Marvin) und Mike (Michael Angelo Covino) sind schon seit Ewigkeiten beste Freunde und verbringen viel Zeit miteinander. Als Mike während eines gemeinsamen Radausflugs Kyle gesteht, dass er mit dessen Frau geschlafen hätte, ändert sich dieser Umstand schlagartig. Fortan gehen die einstigen Freunde nun also getrennte Wege. Zumindest war das der Plan: denn trotz allerlei persönlicher Probleme wie Herzschmerz und Trauer können die beiden nur schwer einen Alltag ohne den jeweils anderen aushalten.

Ein tragikomischer Blick auf die Höhen und Tiefen einer stürmischen Freundschaft, der bisher nicht ohne Grund bei der Kritik auf Zuspruch gestoßen ist. Auch dieser Film lief übrigens im Vorjahr auf der Viennale. Hier geht’s zur Kritik.

Ein großer Geheimtipp für Fans von US-amerikanischem Independent-Kino mit Herz und Verstand!

Foto: filmdelights

This Land Is My Land

Diese Dokumentation der österreichischen Regisseurin Susanne Brandstätter wirft einen detaillierten Blick auf das zutiefst gespaltene politische Klima der US-Bevölkerung. Die gebürtige Österreicherin, die nun schon seit Jahren in den USA lebt, hat über Monate Trump-Wähler*innen im US-Bundesstaat Ohio mit der Kamera begleitet, um den Ursprüngen der stetig wachsenden Kluft zwischen Demokraten und Republikanern auf die Schliche zu kommen. Dafür wurden sowohl überzeugte Unterstützer*innen als auch Gegner*innen des verhassten 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten interviewt.

Eine brisante Doku, die versucht, politische Unstimmigkeiten zur Seite zu scheiben und für ein friedevolles Miteinander plädiert.

Weitere Neustarts

Im Liebesfilm „After Truth“, die Fortsetzung des ein Jahr zuvor erschienenen „After Passion“, muss sich die von Katherine Langford verkörperte Tessa mal wieder zwischen zwei Typen entscheiden.

Der Dokumentarfilm „Tonsüchtig“ von Malte Ludin und Iva Svarcová gewährt exklusive Einblicke hinter die Kulissen der Wiener Philharmoniker.

Nur in Graz startet die Doku „Weltreise mit Buddha“, in der sich Regisseur Jesco Puluj mit dem Buddhismus als kotemporäre Weltreligion und dessen Ursprüngen auseinandersetzt.

Wie immer wünsche ich UNCUT-Leser*innen ein trotz stetig steigender Infektionszahlen schönes Wochenende sowie ganz viel Spaß im Kino!
Der Autor
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