Neu im Kino
Neu im Kino (Woche 33/2020)

Neu im Kino (Woche 33/2020)

Diese Woche startet unter anderem ein italienisches Mafiadrama und es gibt zwei Geheimtipps aus der Welt des Horrors.
Die großen Sommerblockbuster lassen zwar Corona-bedingt immer noch auf sich warten, aber nichtsdestotrotz kommt auch diese Woche wieder eine breite Palette an Kino-Neustarts auf uns zu.

Foto: Filmladen

Il traditore – Als Kronzeuge gegen die Cosa Nostra

In diesem auf wahren Begebenheiten beruhenden Drama widmet sich Regisseur Marco Bellocchio der Geschichte von Tomasso Buscetta (Pierfrancesco Favino), einem ehemaligen Boss der berüchtigten sizilianischen Mafia – besser bekannt als Cosa Nostra. Als sich Anfang der 80er-Jahre unter den regionalen Mafiosi Spannungen bilden und schon zahlreiche Machtkämpfe ausgetragen werden, entschließt sich Buscetta kurzerhand dazu, nach Brasilien zu flüchten. Buscetta wird jedoch von der brasilianischen Polizei erkannt und nach Italien ausgeliefert. Wieder dort angekommen, macht das einst hochrangige Mitglied der Cosa Nostra etwas, womit wohl nur wenige gerechnet hätten: er sagt als Mafia-Informant gegen zahlreiche Mitglieder des sizilianischen Gangster-Clans vor Gericht aus.

Das biografische Mafia-Drama fand sowohl bei Kritik und Publikum Zuspruch und sollte Liebhaber*innen klassischer Gangster-Epen ein paar aufregende Stunden im Kino bescheren.

Foto: Koch Films

The Witch Next Door

Dieser US-Schocker von Brett und Drew T. Pierce, der im Originalen den Titel „The Wretched“ trägt, handelt von einem Jugendlichen, der von seiner neuen Nachbarin in den Wahnsinn getrieben wird.


Ben (John-Paul Howard) ist Teenager und durchlebt gerade einen Schmerz, mit dem heutzutage nicht wenige Kinder zu kämpfen haben: die Scheidung der Eltern. Den Sommer soll der Jugendliche im Haus seines Vaters verbringen und über die Zeit hinweg beim dort gelegenen Yachthafen aushelfen. Wäre das nicht schon genug für den Teenager, tun sich plötzlich zuvor noch ungeahnte Probleme auf, als er merkt, dass im Nachbarhaus skurrile Dinge vor sich gehen. Schon bald muss er realisieren, dass die im Nebenhaus angesiedelte Abbie (Zarah Mahler) seit eines Vorfalls von einer Hexe besessen zu sein scheint...

Von der Kritik wurde der übernatürliche Horrorfilm erstaunlich wohlwollend aufgenommen und allen voran für seine effektiven Schockeffekte gelobt.

Nichts für schwache Nerven!

Foto: Constantin Film, Wild Bunch

The Vigil - Die Totenwache

Dieser ebenfalls mit übernatürlichen Elementen versehene US-Horrorfilm aus dem Hause Blumhouse erzählt von einem jungen Mann, der für einen Abend über den Leichnam eines kürzlich verstorbenen Mitglieds seiner jüdisch-orthodoxen Gemeinde wachen soll. Der New Yorker Yakov (Dave Davis) soll, wie es innerhalb seiner Religion Gang und Gebe ist, eine Nacht am Bett eines Verstorbenen verbringen, obwohl er selbst eigentlich schon längst seinem einstigen Glauben abgeschworen hat. Auf einmal wird Yakov, dem lediglich durch die Anwesenheit der Witwe (Malky Goldman) des verstorbenen Mannes Gesellschaft geleistet wird, im mehrfachen Sinne von den Geistern der Vergangenheit heimgesucht.

Wenn man den bisherigen Pressestimmen Glauben schenken darf, handelt es sich hierbei um ein durch und durch schockierendes Must-See für Genre-Fans!

Weitere Neustarts

In „Wege des Lebens - The Roads Not Taken“, dem neuesten Werk der britischen Autorenfilmerin Sally Potter, schlüpft Oscarpreisträger Javier Bardem in die Rolle eines Demenzerkrankten, der sich in seinem Kopf in Alternativrealitäten flüchtet, die sein heutiges Leben in andere Richtungen hätten lenken können. In Nebenrollen gibt es unter anderem Elle Fanning, Laura Linney und Salma Hayek zu sehen. Der Film feierte im Wettbewerb der diesjährigen Berlinale seine Weltpremiere.

Im Musikdrama „I Still Believe“ verkörpert „Riverdale“-Star K.J. Apa einen christlich-gläubigen Musikstar, dessen Freundin schwer an Krebs erkrankt.

Der deutsche Familienfilm „Max und die wilde 7“ erzählt von einem neunjährigen, der gemeinsam mit drei Bewohner*innen eines Seniorenheims versucht, einem hinterlistigen Dieb auf die Schliche zu kommen.

Mit der Reise-Dokumentation „Ausgrissn! In der Lederhosn nach Las Vegas“ zeigen die beiden Brüder Thomas und Julian Wittmann ihre mit Mopeds und Lederhosen unternommene Weltreise vom kleinen Bayern ins schillernde Las Vegas.

In wenigen Vorstellungen ist dieses Wochenende auch der deutsch Film „Takeover - Voll vertauscht“ mit den Lochmann-Brüdern zu sehen.

Christopher Nolan-Fans, die sich die Wartezeit auf den Ende August anlaufenden „Tenet“ verkürzen möchten, haben passend zum 10-jährigen Jubiläum von „Inception“ nochmal die Gelegenheit den schon zum modernen Klassiker erhobenen Film des britischen Meisterregisseurs auf der großen Leinwand wiederzuentdecken. Für einzelne Kinovorstellungen darf man erneut in die fantastischen Traumwelten des komplexen Sci-Fi-Thrillers eintauchen.

Nachdem „Die Gefährten“ vergangene Woche schon den Auftakt machen durfte, geht es nächsten Mittwoch beim Grazer Freiluftkino im Lesliehof nicht minder aufregend mit „Der Herr der Ringe: Die zwei Türme“, dem Mittelteil der sagenumwobenen Fantasy-Trilogie, weiter.

Wie immer wünsche ich UNCUT-Leser*innen ein erholsames Wochenende und eine hoffentlich schöne Zeit im Kino!
Der Autor
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