Neu im Kino
Neu im Kino (Woche 28/2020)

Neu im Kino (Woche 28/2020)

Diese Woche erwarten euch in den gut gekühlten Kinosälen unter anderem der mühsame Weg einer beispiellosen Freiheitskämpferin, sowie ein altbekanntes Märchen in einer schaurigen Interpretation.
Foto: Focus Features, Universal Pictures International

Harriet - Der Weg in die Freiheit

Der Historienfilm „Harriet – Der Weg in die Freiheit“ von Regisseurin Kasi Lemmons feierte bereits letztes Jahr im Zuge des Toronto International Film Festival seine Premiere und erscheint nun mit coronabedingter Verspätung auch in den heimischen Kinoetablissements. Das Drama hat trotz seiner Geschichte, die rund 180 Jahre zurückliegt, eine bemerkenswerte Aktualität, vor allem durch das Erstarken der „Black Lives Matter“-Bewegung in den letzten Wochen - gilt Protagonistin Harriet Tubman doch als eine der bedeutendsten Vorkämpferinnen gegen die Sklaverei in den Südstaaten des 19. Jahrhunderts. Für ihre darstellerische Leistung wurde Hauptdarstellerin Cynthia Erivo mit einer Nominierung bei den diesjährigen Oscars bedacht, musste sich dann jedoch Renée Zellweger geschlagen geben.

Die Filmbiografie folgt der Sklavin Araminta Ross im US-Bundesstaat Maryland, die mit einem freien Mann verheiratet ist. Nach dem plötzlichen Tod ihres „Besitzers“ beschließt sie der Sklaverei endgültig zu entfliehen, nach einer gefährlichen und kräfteraubenden Flucht gelingt es ihr schließlich bis nach Philadelphia zu kommen. Unter ihrem neuen Namen Harriet kehrt sie kurze Zeit später in die Südstaaten zurück, um auch ihre Familie in die Freiheit bringen zu können. Trotz aller Hürden und Gefahren kämpft Harriet weiter für die Freiheit ihrer versklavten Mitmenschen und führt immer mehr Leute in die sicheren Nordstaaten.

Foto: Polyfilm, Capelight

Gretel & Hansel

Basierend auf dem weltbekannten Grimm-Märchen erzählt Regisseur Oz Perkins mit seinem Film „Gretel & Hansel“ eine Art Horrorversion des Klassikers. Ist die Ursprungsversion der Brüder ohnehin eine äußerst gewalttätige, so hat man sich in der filmischen Version vor allem auf die paganen Elemente der Hexerei und den Kannibalismus der bösen Hexe fixiert, die die treibenden Horrorelemente im Werk darstellen. Der Film konnte sein bescheidenes Budget von gerade einmal fünf Millionen Dollar vervielfachen und wurde zum Überraschungserfolg, auch einen Großteil der Kritiker*innen vermochte der Horrorstreifen von seiner Qualität zu überzeugen.

Weitere Neustarts

Nach dem Bestsellererfolg des Försters Peter Wohlleben wurde sein außergewöhnliches Werk „Das geheime Leben der Bäume“ nun auch dokumentarisch festgehalten. Auf einzigartige Art und Weise gelingt es dem Autor in diesem Dokumentarfilm von Jörg Adolph und Jan Haft sein fundiertes Wissen über Natur und Forstwirtschaft spannend und aktuell zu vermitteln.

Zypriotische Filme in österreichischen Kinos sind, ob der Größe des besagten Landes, eher eine Seltenheit, dennoch ist es dem Film „Smuggling Hendrix“ von Marios Piperides gelungen, auch hierzulande einen Vertrieb zu finden. Die Komödie folgt den erfolglosen Musiker Yiannis, der sein Leben in Zypern aufgeben und gemeinsam mit seinem Hund Jimi auswandern möchte. Doch gerade der Grenzübertritt seines vierbeinigen Begleiters beschert ihm so manches Ärgernis und der Zypriot muss einen alternativen Weg finden, um seinen tierischen Freund heil über die Grenze zu bringen.

In seinem neusten Film porträtiert Regisseur Mike Figgis (Leaving Las Vegas) die Rocklegende Ronnie Wood, seines Zeichen langjähriger Gitarrist der Kultband „The Rolling Stones“. In der Musikdokumentation „Ronnie Wood: Somebody Up There Likes Me“ verfolgt das Publikum die Lebensgeschichte Woods‘ von den bescheidenen Anfängen bis hin zur großen Karriere mit einer der bekanntesten Bands aller Zeiten.

Auch das Kriminaldrama „Semper Fi“ startet diese Woche in einigen ausgewählten Kinos in Österreich. Der Film von Henry Alex Rubin handelt von den zwei grundverschiedenen Brüdern Cal und Oyster, die auf der jeweils anderen Seite des Gesetzes stehen. Als Oyster jedoch in einem besonders gefährlichen Gefängnis landet, setzt Cal alles daran diesen aus seiner prekären Lage zu befreien.

Das niederländische Drama „Romys Salon“ von Mischa Kamp folgt seiner zehnjährigen Protagonistin Romy, die nach der Scheidung ihrer Eltern gezwungenermaßen viel Zeit mit ihrer Großmutter Stine verbringen muss. Die beiden verstehen sich gut und Romy hilft sogar in Stines Friseursalon aus, doch Romy fällt immer mehr auf, dass sich die Großmutter merkwürdig verhält, Sachen vergisst und im Alltag nicht mehr mitkommt. Romy versucht die fortschreitende Demenz der Oma vor ihrer Mutter geheim zu halten.
Die Autorin
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juliap

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