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Neu im Heimkino (Woche 18/2020)

Neu im Heimkino (Woche 18/2020)

Diese Woche gibt's unter anderem einen Film über Shia LaBeoufs schwere Kindheit und eine surreal-schöne Zeichentrickserie zu sehen.
Obwohl einige der Ausgangsbeschränkungen ab Ende der Woche wieder gelockert werden, bleiben Kinos vorerst weiterhin geschlossen. Auf UNCUT geben wir euch daher einmal mehr aktuelle Empfehlungen aus der Welt der Streaming-Plattformen.

Netflix:

Foto: Warner Bros

Crazy Rich

Diese 2018 erschienene romantische Komödie entpuppte sich als großer Überraschungshit an den weltweiten Kinokassen, wurde hierzulande aber lediglich in einer begrenzten Auswahl an Wiener Lichtspielhäusern gezeigt. Wer den Film also endlich nachholen möchte, hat seit vergangener Woche die Gelegenheit dies auf Netflix zu tun.

Die auf dem gleichnamigen Roman basierende Rom-Com von US- Filmemacher Jon M. Chu erzählt von der amerikanisch-chinesischen Universitätsprofessorin Rachel (Constance Wu), die sich gemeinsam mit ihrem Freund Nick (Henry Golding) nach Singapur begibt, um dort der Hochzeitsfeier von Nicks bestem Freund Colin (Chris Pang) beizuwohnen. Dort angekommen muss Rachel schon bald feststellen, dass Nick ihr bisher einige Details über seine eigene Vergangenheit in Singapur verheimlicht hatte. Tatsächlich stammt ihr Lebensgefährte nämlich aus einer der wohlhabendsten und berühmtesten Familien des Landes. Als Colins strenge Mutter Eleanor (Michelle Yeoh) erstmals auf die Freundin ihres Sohnes trifft, zeigt sie sich wenig begeistert und versucht sich fortan daran, deren Beziehung zu sabotieren…

Die romantische Komödie erhielt für ihre clevere Dekonstruktion asiatischer Stereotypen, die freudig aufspielende Besetzung und den herrlichen Wortwitz durch die Bank Lobeshymnen.

Weitere neue Filme diese Woche:
ab 30. 4.: Reichlich verliebt
ab 30. 4.: Dangerous Lies
ab 1. 5.: Nur die halbe Geschichte
ab 1. 5.: All Day and a Night
ab 1. 5.: Mrs. Serial Killer

Amazon Prime:

Foto: Koch Media

Code 8

Dieser kanadische Sci-Fi-Film, der letztes Jahr im Zuge des Sitges Film Festival seine Weltpremiere feiern durfte, wurde jetzt ins Gratis-Programm von Amazon Prime aufgenommen. Der von Jeff Chan inszenierte Genre-Streifen zeichnet eine Zukunftsvision, in der knapp vier Prozent der Erdbevölkerung über Superkräfte verfügen. Anstatt den Menschen mit Kräften ein nötiges Maß an Freiheit zu gewähren und als Beschützer*innen gegen all das Böse in der Welt einzusetzen, werden diese wie Aussätzige behandelt und führen ein Dasein in bitterster Armut. Der Jugendliche Connor (Robbie Amell), der die Gabe besitzt, alles und jeden unter Strom zu setzen, benötigt Geld, um seiner schwerkranken Mutter weiterhin die lebenswichtige Gesundheitsvorsorge zu gewähren. Um an die nötige Kohle zu gelangen, schließt er sich kurzerhand einer Gruppe Krimineller an. Die Revolution der Übernatürlichen, die sich ihr Recht auf ein freibestimmtes Leben zurückholen möchten, lässt nicht lange auf sich warten.

Der Low-Budget-Film wurde von vielen Kritiker*innen als visuell beeindruckender Sci-Fi-Streifen mit intelligent portionierter Sozialkritik bezeichnet.

Weitere neue Filme diese Woche:
ab 28. 4.: Hounds of Love (2016)
ab 29. 4.: Playmobil: Der Film (2018)
ab 3. 5.: Black 47 (2018)

Video on Demand (VOD):

Foto: Amazon Studios

Honey Boy

Seit wenigen Wochen kann man sich diese am letztjährigen Sundance-Festival uraufgeführte Indie-Perle dank verschiedenster VOD-Plattformen endlich auch im deutschsprachigen Raum zu Gemüte führen.

Das Drama von Regisseurin Alma Har'el basiert auf der realen Kindheit und Jugend des lange Zeit als kontrovers gegoltenen US-Schauspielers Shia LaBeouf, der selbst das Drehbuch beisteuerte und so versuchte, Traumata aus der Vergangenheit autobiographisch zu verarbeiten. Der klar an Shia angelehnte Protagonist nennt sich Otis und wird in der Kindheitsversion von Jungdarsteller Noah Jupe und als junger Erwachsener von Lucas Hedges gemimt. Der Hauptfokus des Films liegt auf der komplizierten Beziehung zwischen Otis und seinem heroinsüchtigen und nicht selten hangreiflichen Vater James (verkörpert von Shia LaBeouf selbst), mit dem der Junge während seiner Zeit als Kinderstar in einem heruntergekommenen Apartment zusammenlebt. Als Otis mit Anfang 20 zum erfolgreichen Action-Star avanciert und selbst auf die schiefe Bahn zu geraten scheint, versucht der junge Erwachsene (Hedges) seine tragische Vergangenheit in der Entzugsklinik Revue passieren zu lassen.

Ein famos gespieltes und ungemein persönlich erzähltes Werk, das einer filmischen Therapiesitzung gleicht und sich angenehm kathartisch anfühlt.

Hierzulande kann man sich den Film auf Anbietern wie unter anderem Amazon, Google Play oder Maxdome leihen beziehungsweise kaufen.

Serientipp:


Enthüllungen zu Mitternacht
Enthüllungen zu Mitternacht (Netflix)
Seit vergangener Woche kann man sich auf Netflix die neue Serie von „Adventure Time“-Schöpfer Pendleton Ward anschauen. Der von Duncan Russell mitentwickelte Cartoon, der im Originalen den deutlich schöneren Titel „The Midnight Gospel“ trägt, ist aber gewiss nichts für Kinder. Hier handelt es sich nämlich um eine Zeichentrickserie, die gänzlich auf eine erwachsene Zielgruppe ausgerichtet ist. Das obskure Serienprojekt widmet sich dem Spacecaster Clancy, dessen Multiversum-Simulator erst kürzlich kaputtgegangen ist. Daher sieht er sich dazu gezwungen, sein Zuhause im sogenannten Chromatischen Band zu verlassen und höchstpersönlich durch unterschiedlichste Dimensionen zu reisen. Viele der Wesen, denen er auf seinen interdimensionalen Reisen begegnet, lädt er zum Interview ein und fängt dabei so manch philosophischen Diskurs an.
Klingt skurril? Ist es auch!

Die tripähnlich animierte Serie wird Liebhaber*innen surrealer Cartoons mit überraschend existentiellem Beigeschmack jetzt schon als großer Geheimtipp ans Herz gelegt.

Ich wünsche UNCUT-Leser*innen weiterhin viel Spaß vor der heimischen Glotze und hoffe, dass trotz der kommenden Lockerungen der Maßnahmen weiterhin Acht auf betroffene Risikogruppen gegeben wird.

#staysafe #stayhealthy #staykind
Der Autor
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chrosTV

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