Berlinale 2020
Berlinale 2020 – Tag 4

Berlinale 2020 – Tag 4

Am Berlinale-Sonntag gab es unter anderem Neues von Festival-Darling Christian Petzold und eine Pinocchio-Adaption Italo-Legende Roberto Benigni zu sehen.
Am Vormittag stellt heute Matteo Garrone den Film „Pinocchio“ mit Roberto Benigni als Geppetto vor. Benigni, der ja schon einmal vor 18 Jahren selbst als Pinocchio zu sehen war, scherzte bei der Pressekonferenz, dass man die beiden Film zusammenmontieren sollte, damit er in einem Film beide Rollen spielt.

Heute Abend wurde im Berlinale-Palast die Weltpremiere einer der wohl meisterwarteten Wettbewerbs-Beiträge des Jahres gefeiert, der glücklicherweise keineswegs enttäuschte. Mit „Undine“ hat es den gefeierten deutschen Regisseur Christian Petzold nämlich schon zum fünften Mal nach Berlin gezogen. Nach seinem meisterhaften Drama „Transit“, das schon vor zwei Jahren im Wettbewerb für der Berlinale große Begeisterung auslösen konnte, hat Petzold nun einmal mehr Paula Beer und Franz Rogowski als Hauptdarsteller gewinnen können. Bei dessen neuesten Film handelt es sich um eine moderne Adaption der gleichnamigen Sage rundum eine unheilvolle Wassernixe. Petzold hat die Rahmenhandlung jedoch ins heutige Berlin verfrachtet und aus dem Stoff ein wundervoll romantisches Filmmärchen gezaubert. Bei der Pressekonferenz am Nachmittag hatte Petzold neben den beiden Hauptdarstellern auch seinen langjährigen Kameramann Hans Fromm mit im Gepäck. Dieser schilderte den aufwändigen Dreh der atemberaubenden Unterwasser-Sequenzen im Film.

Bild aus dem Film „Undine“ (Polyfilm)

Im Wettbewerb wurde heute auch der brasilianische Beitrag „Todos os Mortos - All the Dead Ones“ von Caetano Gotardo und Marco Dutra gezeigt. Das Ende 19. Jahrhunderts angesetzte Drama erzählt seine Geschichte aus der Perspektive dreier Frauen heraus und spielt in der Landesmetropole São Paulo.

In einer Publikumsvorstellung hab ich heute zudem den argentischen Wettbewerbsfilm „The Intruder“ nachgeholt, den ich bei seiner ursprünglichen Premiere am Freitag leider verpasst hatte. Der durchaus versiert inszenierte Horrorthriller handelt von einer Synchronsprecherin, die in Folge eines traumatischen Erlebnis kontinuierlich mit Alpträumen zu kämpfen hat.

Im Panorama war das Highlight des heutigen Tages wohl „The Assistant“, zumindest wenn man dem Andrang der Kritiker glauben darf. Tatsächlich kann sich der von Harvey Weinstein inspirierte Thriller auch wirklich sehen lassen. Regisseurin Kitty Green und Hauptdarstellerin Julia Garner sind beide in Höchstform und machen „The Assistent“ zu einem ungemütlichen Filmerlebnis, vor dem man sich trotzdem nicht verschließen sollte.

Bild aus dem Film „The Assistant“ (Polyfilm)

Marinas persönliches Highlight war allerdings der deutsche Film „Futur Drei - No Hard Feelings“, das Regiedebüt von Faraz Shariat. Er erzählt von einem Sohn iranischer Einwanderer, der Sozialstunden in einem Flüchtlingsheim abarbeiten muss. Dort lernt er zwei geflüchtete iranische Geschwister kennen und verliebt sich in den Bruder des Geschwisterpaars. Obwohl sie viel verbindet, wird ihm klar, wie privilegiert er ist und dass er das seinen hart arbeitenden Eltern zu verdanken hat. Das Publikum war am Ende zu Tränen gerührt und der Applaus wollte gar nicht mehr abbrechen.
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