Neu im Kino
Neu im Kino (KW 04/2020)

Neu im Kino (KW 04/2020)

Die neue Kinowoche bringt uns unter anderem einen weiteren Anwärter im Rennen um die begehrten Oscars in die heimischen Kinosäle.
Foto: 20th Century Fox

Jojo Rabbit

Nach seinem Indie-Erfolg mit der großartigen Horrorkomödie „5 Zimmer, Küche, Sarg“ folgte mit „Thor: Tag der Entscheidung“ sein erster eigener MCU-Film, nun darf sich der neuseeländische Regisseur und Schauspieler Taika Waititi mit seinem neuestem Werk „Jojo Rabbit“, der auf einer literarischen Vorlage von Christine Leunen basiert, feiern lassen, wurde doch gerade erst verkündigt, dass dieser überraschend für ganze sechs Oscars nominiert sei. Zu den Nominierungen zählen unter anderem „Bestes adaptiertes Drehbuch“, „Bester Film“ sowie „Beste Nebendarstellerin“ (Scarlet Johansson).

Die Satire folgt dem zehnjährigen Johannes „Jojo“ Betzler, der im späten 2. Weltkrieg in Nazi-Deutschland aufwächst und enthusiastisches Mitglied der Hitlerjugend ist. Sein stetiger Begleiter ist sein imaginärer Freund, eine juvenile Version Adolf Hitlers (Taika Waititi), der den Jungen in seinem Alltag unterstützt. Als er entdeckt, dass seine Mutter (Scarlett Johansson) heimlich das jüdische Mädchen Elsa bei ihnen zuhause versteckt, fühlt sich Jojo schlagartig hin- und hergerissen zwischen seiner scheinbaren Überzeugung und seiner allmählich aufkeimenden Sympathie ihr gegenüber.

Die internationale Rezension des Films gestaltet sich sehr ambivalent, nichtsdestotrotz wurde das Werk für zahlreiche namhafte Preise nominiert und wurde sogar in viele Jahreslisten der besten Filme 2019 aufgenommen. „Jojo Rabbit“ feierte seine Weltpremiere im Zuge des Toronto International Film Festival 2019, wo ihm auch der Publikumspreis zuteilwurde und wurde im Vorjahr auch auf der Viennale gezeigt.

Weitere Neustarts

Basierend auf der Jugendbuchreihe von Wolfgang Hohlbein erzählt „Die Wolf-Gäng“ vom Vampir Vlad, der mit seinem Vater nach Crailsfelden, einem übernatürlichen Ort voller Feen, Hexen und Zwergen, zieht. Rasch freundet er sich mit Faye und Wolf an, die wie er eher ungewöhnliche Vertreter ihrer Spezies sind. Der deutsche Fantasyfilm von Tim Trageser richtet sich vor allem an das jüngere Kinopublikum.

Im Actionstreifen „Marlene“ von Stefan Müller geht es rasant zu: Der Auftragskiller Frank ist Teil eines steirischen Verbrechersyndikats, als er jedoch die junge Marlene entführen und überstellen soll, ändert sich für ihn alles, denn er hat sich leidenschaftlich in sie verliebt. Das unabhängige Filmprojekt entstand über mehr als vier Jahre und beweist die Leidenschaft und Originalität der jungen österreichischen Filmlandschaft.

Nach Til Schweigers Kassenschlager „Klassentreffen 1.0“ setzt die Geschichte nun mit der Komödie „Die Hochzeit“ fort, erneut unter der Regie des Schauspielers. Das Leben der drei Protagonisten Nils, Andreas und Thomas verläuft weiterhin chaotisch und besonders Thomas‘ anstehende Hochzeitwird zum Hindernis.

Die Wütenden - Les misérables“ von Ladj Ly feierte seine Premiere beim renommierten Cannes Film Festival, und wurde sogar zum offiziellen Oscarbeitrag Frankreichs 2020 auserkoren, für den das Drama schlussendlich nun auch nominiert wurde. Im Zentrum des Werks steht Monfermeil, ein Vorort von Paris, der immer wieder Schauplatz blutiger Aufeinandertreffen lokaler Gangs ist. Die örtliche Einheit für Verbrechensbekämpfung reagiert auf die Vorfälle mit höchst fragwürdigen Methoden, worauf die Situation zu eskalieren droht.

Mit „Alles wird gut“, der Neuverfilmung einer dänischen Komödie, erzählt Regisseur und Hauptdarsteller Giorgio Pasotti von Pater Iva, der es sich zum Ziel gesetzt hat Verbrecher zu rehabilitieren, der Neofaschist Adamo stellt sich jedoch als besonders schwieriger Fall heraus.

Der kanadische Fantasyfilm „Ghost Town Anthology - Répertoire des villes disparues“ ist nach seinem Österreichstart vorige Woche, ab Freitag auch in Graz zu sehen.
Die Autorin
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juliap

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