Neu im Kino
Neu im Kino (KW 48/2019)

Neu im Kino (KW 48/2019)

In der neuen Kinowoche hat es des Öfteren jemand auf ein Vermögen abgesehen, das ihm nicht gehört. Nur Willem Dafoe und Robert Pattinson haben andere Probleme.
Foto: Universal Pictures International, A24

Der Leuchtturm

Robert Eggers mysteriöses Drama „Der Leuchtturm“ wird seit seiner Premiere in Cannes in höchsten Tönen gelobt. Willem Dafoe und Robert Pattinson spielen in diesem Film zwei Leuchtturmwärter, die auf einer Leuchtturminsel im amerikanischen New England gemeinsam arbeiten müssen. Autorität, Rivalität und Misstrauen erschweren jedoch die Zusammenarbeit zwischen den zwei Männern. Die zunehmende Vereinsamung der Wärter führt immer mehr zu Wahn und Wahnsinn. Eindrucksvolle in Schwarz-Weiß gehaltene Bilder, ohrenbetäubendes Wellenrauschen und zwei beindruckende Performances von Dafoe und Pattinson machen diesen Film zu einem außerordentlichen (Kopf)Kino. Für Kinofreunde, die eine Reise in die psychischen Abgründe zweier Männer nicht scheuen.

Foto: Constantin Film, Universum Film

Hustlers

Wem zwei einsame Männer nicht zusagen, kann sich von vier Frauen unterhalten lassen, deren Job es ist, Einsamkeit zu vertreiben. Jennifer Lopez & Co. spielen Stripperinnen in New York, die jede Nacht aufs Neue auf ihre Wall-Street-Kunden angewiesen sind. Ausgelassen lassen diese nach einem harten Arbeitstag ihr gescheffeltes Geld am Bartresen liegen oder stecken es ihren Lieblings-Stripperinnen zu. Nach dem Finanz-Crash von 2008 ändert sich das aber schlagartig und der Club bleibt leer. Das nehmen die Tänzerinnen jedoch nicht hin und drehen den Spieß um. Mit einem ausgeklügelten Plan, wollen sie ihre ehemaligen Kunden bis auf den letzten Cent ausnehmen. Ein gelungener Film über Frauen, die ihr Schicksal in die eigene kriminelle Hand nehmen und dabei gute Stimmung verbreiten. Für einen zur Abwechslung anspruchsvollen JLo-Filmabend

Weitere Neustarts

Des Weiteren startet der neue Thriller von Bill Condon „The Good Liar - Das alte Böse“, in dem Ian McKellen einen charmanten Betrüger spielt, der es auf das Vermögen von Helen Mirren abgesehen hat. Doch sein Vorhaben entwickelt sich zu einem Katz-und-Maus-Spiel, bei dem er nicht unbedingt die Katze ist.

Die Dokumentation „Aretha Franklin: Amazing Grace“ zollt der talentierten Sängerin all den R.E.S.P.E.C.T., den sie verdient hat.

Im österreichischen Psychothriller „Der Taucher“ von Günter Schwaiger wird die Idylle einer mediterranen Insel auf die Probe gestellt, als eine Familie von einem alten Trauma eingeholt wird. Der Film feierte nicht zufällig am Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen seine Premiere.

Bei der französischen Komödie „Ibiza - Ein Urlaub mit Folgen“ handelt es sich leider nicht um das Enthüllungsvideo im Director’s Cut. Stattdessen schickt der Film eine Patchwork-Familie in einen chaotischen Urlaub. Das beliebte Reiseziel (österreichischer Politiker) entpuppt sich für den konservativen Philippe immer mehr als Zumutung und weniger als Ort der verhofften Entspannung.

In der französischen Komödie „Die schönste Zeit unseres Lebens“ bietet eine Agentur an, einen bestimmten Moment in der Vergangenheit in einem Filmstudio zu rekonstruieren. Der in die Jahre gekommene Victor wünscht sich eine Zeitreise an den Tag zurück, an dem er sich in seine Frau verliebt hat. Diese wird ihm auch detailgetreu gewährt. Von Nostalgie überwältigt verschwimmt für Victor jedoch die Grenze zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Im ebenfalls aus Frankreich stammenden Drama „Ein leichtes Mädchen“ verbringt die 17-jährige Tochter einer Putzfrau einen bescheidenen Sommer im luxuriösen Cannes. Doch als sie mit ihrer Cousine deutlich ältere Männer kennenlernt, scheint der Luxus nicht mehr fern zu sein.
Die Autorin
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Stadtneurotikerin

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