Neu im Kino
Neu im Kino (KW 37/2019)

Neu im Kino (KW 37/2019)

Diese Woche dominiert vor allem deutschsprachiges Kino. Unter anderem ein österreichisches Coming-of-Age-Drama mit betörender Bildsprache und eine deutsche Romanverfilmung über eine zufällige E-Mail-Bekanntschaft.
Foto: Filmladen

Nevrland

Dieser unvergessliche Coming-of-Age-Film vom Linzer Regisseur Gregor Schmidinger, der hiermit gleichzeitig sein Spielfilm-Debüt gibt, durfte bereits im Rahmen der Diagonale im März seine Österreich-Premiere feiern und wurde dort schon von vielen Seiten mit Lob überschüttet. Schmidinger erzählt vom 17-jährigen Simon (Schauspiel-Anfänger Simon Frühwirth), der öfters von Panikattacken geplagt wird und deshalb ein sehr introvertiertes Dasein führt. Um Geld für sein zukünftiges Studium zusammenzukratzen, hilft der Jugendliche im Schlachthof seines Vaters (Josef Hader) aus. Da ihm sein Alltag manchmal zu viel wird, flüchtet er sich nicht selten in virtuelle Welten auf seinem Computer. Als der Teenager eines Tages in einem Online-Sex-Chat den Ende 20-jährigen Kristjan (Paul Forman) kennenlernt und dieser ihm zu mehr Selbstwertgefühl verhilft, betritt er schon bald eine neue, ihm zuvor unbekannte Welt. „Nevrland“ beginnt als realitätsbasiertes, sinnliches Coming-of-Age-Drama, entartet später jedoch zum wilden surrealen Trip begleitet von phänomenalen Bildräuschen und brummenden Techno-Klängen.
Originelles und audiovisuell makelloses Kino made in Austria!

Foto: Sony Pictures

Gut gegen Nordwind

In diesem Liebesfilm, der auf dem gleichnamigen Erfolgsroman des österreichischen Autors Daniel Glattauer basiert, finden zwei einander zuvor fremde Seelen durch Zufall im Internet zueinander. Als Emma Rothner (Nora Tschirner) sich in einer Mail um einen Buchstaben vertippt, erreicht diese versehentlich den falschen Empfänger. Der Linguist Leo Leike (Alexander Fehling), dem die Mail ins Postfach gesandt wurde, kann es sich aber nicht verkneifen, auf die eigentlich nicht an ihn adressierte Nachricht zu antworten. So beginnt ein E-Mail-Austausch zwischen zwei völlig Unbekannten, der von Nachricht zu Nachricht persönlicher wird. Was als digitale Freundschaft beginnt, wird bald schon zu mehr und die beiden würden sich gerne im echten Leben treffen. Das Problem dabei: Emma hat einen Ehemann, während Leo noch einer vergangenen Beziehung nachtrauert.
Basierend auf den ersten Kritiken scheint Regisseurin Vanessa Jopp eine Kino-Romanze gelungen sein, die mit wenig Kitsch auskommt und den Stoff ehrenwürdig für die große Leinwand adaptiert.

Weitere Neustarts

Im französischen Drama „Mein Leben mit Amanda“ spielt Vincent Lacoste einen jungen Mann, der nach dem plötzlichen Tod seiner Schwester das Sorgerecht für deren erst 7-jährige Tochter übernimmt.

Die Musikdokumentation „Wer 4 sind - Die fantastischen Vier“ widmet sich dem Schaffen der deutschen Erfolgs-Hip-Hop-Truppe Die Fantastischen Vier (auch bekannt als Fanta 4). Dabei gewähren die vier Mitglieder Thomas D, Smudo, Michi Beck und And.Ypsilon persönliche Einblicke in ihren Werdegang als Band.

Die österreichische Doku „Der Stoff aus dem Träume sind“ beleuchtet die Entwicklung kooperativer Wohnprozesse - angefangen in den 70er-Jahren bis zum hier und jetzt.

Das ebenfalls aus Österreich stammende halb-dokumentarische Roadmovie „Lillian“, das nun auch in Grazer Kinos über die Leinwände flimmern wird, handelt von einer in New York lebenden Pornodarstellerin, die sich von ein auf den anderen Tag dazu entschließt, wieder in ihre Heimat Russland zurückzukehren.

Auch die vollkommen dialoglose Tragikomödie „Vom Lokführer, der die Liebe suchte“, die von einem Lokführer erzählt, der die Besitzerin eines BHs ausfindig machen möchte, läuft endlich in Graz an.

Wie immer wünsche ich UNCUT-Lesern ganz viel Spaß im Kino und ein hoffentlich erholsames Wochenende!
Der Autor
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