Neu im Kino
Neu im Kino (KW 22/2019)

Neu im Kino (KW 22/2019)

Diese Woche mit einem filmischen Denkmal für eine Pop-Rock-Ikone, Kriminellen in die ewigen Weiten des Weltalls und der Rückkehr einer japanischen Rieseneidechse
Foto: Constantin Film, Paramount Pictures

Rocketman

Nach dem finanziellen Überraschungserfolg des letztjährigen Queen-Porträts „Bohemian Rhapsody“, wird in den nächsten Jahren eine unvermeidbare Welle an weiteren Musiker-Biografien im Kino auf uns zukommen. Als nächstes ist nun der britische Ausnahmekünstler und Paradiesvogel Reginald Dwight alias Sir Elton John an der Reihe, dem in Form des Biopics „Rocketman“ (benannt nach dem gleichnamigen Hit-Song des Sängers) ein eigener Kinofilm gewidmet wird. Im Regie-Sessel nahm hier Filmemacher Dexter Fletcher Platz, der nach den vielfach berichteten Turbulenzen am Set von „Bohemian Rhapsody“, schon dort im Endspurt als Ersatz für Bryan Singer einsprang. Im Gegensatz zu den meisten Musik-Biopics bedient sich Fletcher bei „Rocketman“ keiner Genre-typischen Erzählstrukturen, sondern verfilmt das außergewöhnliche Leben des Künstlers als waschechtes Musical und scheut sich dabei auch nicht davor, dessen exzessiven Lebensstil zu zeigen. In die Hauptrolle des Elton John schlüpfte niemand geringerer als Hollywood-Shootingstar Taron Egerton, der bereits mit seiner Hauptrolle in den beiden populären „Kingsman“-Filmen für Aufsehen sorgte..

Die weltweite Kritik scheint sich einig zu sein: „Rocketman“ ist genau das opulente, farbenfrohe,und überdrehte Musical-Biopic, das ein einzigartiger Künstler wie Elton John verdient hat. Hier geht es zur ebenfalls lobenden UNCUT-Exklusivkritik zum Film.

Foto: Polyfilm

High Life

Die französische Filmemacherin Claire Denis gehört zweifelsohne zu den angesehensten Regisseurinnen der europäischen Kinolandschaft. Mit umjubelten Werken wie „Beau Travail“ (1999), „Trouble Every Day“ (2001) oder „White Material“ (2009) begeisterte die mittlerweile 73-jährige Autorenfilmerin Cineasten rund um den Globus. Mit dem Science-Fiction-Drama „High Life“ gibt Denis nun ihr englischsprachiges Debüt als Filmemacherin. Darin erzählt sie von einem beschädigten Raumschiff, auf dem sich einst noch eine Bande verurteilter Krimineller befand, die für die Teilnahme an Experimenten von ihrer Haftstrafe freigestellt werden sollten. Durch ebendiese Experimente – ausgeführt von der Wissenschaftlerin Dibbs (Juliette Binoche) – kam jedoch der Großteil der Besatzung ums Leben. Mittlerweile handelt es sich beim zurückhaltenden Mann Dibbs (Robert Pattinson) und dessen junger Tochter Willow (Jessie Ross) um die letzten Überlebenden. Auch wenn der Vater alles daran setzt seine Tochter zu beschützen, muss dieser schon bald feststellen, dass dies bald nicht mehr möglich sein wird: denn das Schiff steuert direkt auf ein gigantisches schwarzes Loch zu.

Das Sci-Fi-Drama wurde von der internationalen Presse für seinen einzigartige philosophische Herangehensweise an das Genre und die hypnotischen Bildkompositionen gelobt.

In Österreich wurde der Film bereits auf der letztjährigen Viennale gezeigt. Hier geht es zur UNCUT-Exklusivkritik von Susanne Gottlieb.

Foto: Warner Bros

Godzilla II: King of the Monsters

Wohl kaum ein anderes Franchise der Kinogeschichte besteht aus so vielen Einträgen wie die „Godzilla“-Reihe. Mit insgesamt 35 „Godzilla“-Filmen, ist das Franchise mittlerweile ähnlich gigantisch wie sein echsenähnlicher Protagonist. Dabei fing das alles 1954 in den japanischen Toho-Studios noch verhältnismäßig klein an. Die Regeln besagten, dass Godzilla, der König der Monster höchstpersönlich, stets von einem Menschen im Kostüm verkörpert werden sollte. Jedoch wurde die lange aufrechterhaltene Tradition gebrochen, als Krachbumm-Spezialist Roland Emmerich 1998 für den Hollywood-Markt den ersten nicht-japanischen „Godzilla“-Film drehte. Das US-Remake wurde von Kritikern und Liebhabern der Riesenechse gleichnamig gescholten. Dennoch versuchte man sich vor vier Jahren erneut an einer amerikanisierten Verfilmung des Stoffs, die zwar versuchte im Geiste der klassischen „Godzilla“-Filme zu agieren, der Echse schlussendlich aber etwas wenig Screentime gab. Mit der diese Woche anlaufenden Fortsetzung „Godzilla 2: King of the Monsters“, die vom genreaffinen Michael Dougherty („Trick'r'Treat“, „Krampus“) inszeniert wurde, soll sich dieser Umstand aber nun gewaltig ändern. Diesmal wird die Riesenechse nämlich gegen andere (Fans des „Godzilla“-Franchise sich bekannten) Riesenmonstern wie Mothra, Rodan oder King Gidora in den Kampf geschickt. Auf der menschlichen Seite im Film sind unter anderem namhafte DarstellerInnen wie Vera Farmiga, Millie Bobby Brown, Kyle Chandler, Sally Hawkins oder Ken Watanabe zu sehen.

Zwar stieß der Action-Blockbuster bisher auf eher gemischte Reaktionen, Liebhaber des Franchise, die sich bombastische CGI-Kämpfe in ästhetisierten Bildern erhoffen, werden aber bestimmt dennoch zufrieden aus dem Kino kommen.

Weitere Neustarts

In „Mister Link - Ein fellig verrücktes Abenteuer“, dem neuen Stop-Motion-Abenteuer aus dem renommierten Hause Laika versuchen zwei Entdecker die sagenumwobene Kreatur Mr. Link ausfindig zu machen. Wie sich jedoch herausstellt benötigt dieser aber selbst Hilfe dabei, seine verschwundenen Verwandten wiederzufinden.

Bei „Roads“ handelt es sich um das neue Werk des deutschen Filmemachers Sebastian Schippers, der für seinen 2015 erschienen Plansequenz-Thriller „Victoria“ für weltweite Furore sorgen konnte. Sein Folgefilm erzählt von einem jungen Briten (Fionn Whitehead), der sich mit dem geklauten Wohnwagen seiner Familie auf die Suche nach seinem leiblichen Vater begibt. Am Weg findet er einen afrikanischen Flüchtling vor, der sich ebenso auf der Suche nach einer geliebten Person befindet, und entschließt sich dazu, diesen auf seinem Roadtrip mitzunehmen.

Im Horrorthriller „Ma“ verkörpert Octavia Spencer eine alleinstehende Frau, die ihren Keller für eine Gruppe Jugendliche als Partyraum umfunktionieren lässt. Zunächst stellt sie den Teenagern noch ein paar normale Regeln auf, ihre neue Berufung wird jedoch schon bald zur krankhaften und gefährlichen Obsession.

Im deutschen Dokumentarfilm „Kleine Germanen - Eine Kindheit in der rechten Szene“ versuchen die Regisseure Mohammad Farokhmanesh und Frank Geiger zu ergründen, wie Kinder und Jugendliche in rechtsextreme Umfelder geraten oder in diesen sogar aufwachsen.

Wie immer wünsche ich UNCUT-Lesern ein erholsames Wochenende und ein paar hoffentlich schöne Stunden im Kino!
Der Autor
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