Neu im Kino
Neu im Kino (KW 14/2019)

Neu im Kino (KW 14/2019)

Der Start in die neue Kinowoche bringt euch unter anderem einen tierischen Horroralbtraum, sowie einen unverhofften Superhelden.
Foto: Constantin Film

Friedhof der Kuscheltiere

Bereits dutzende Werke von Stephen King, seines Zeichens einer der erfolgreichsten Autoren der Gegenwart, durften sich einer mehr oder weniger gelungenen Filmadaption erfreuen, so auch sein 1983 publizierter Roman „Pet Semetary“. Der Film kam 1989 nach einem Originaldrehbuch von Stephen King in die Kinos, wo er zwar ein relativ gutes Einspielergebnis einbrachte, von Kritikern jedoch sehr negativ aufgenommen wurde. Die zweite Adaption von „Friedhof der Kuscheltiere“ der Regisseure Kevin Kölsch und Dennis Widmyer, die diese Woche in den österreichischen Kinos anläuft, soll dies nun wettmachen.

Der Film erzählt die schaurig-schreckliche Geschichte der Familie Creed, die mit ihren beiden Kindern ein beschauliches Haus im ruhigen Örtchen Ludlow bezieht. Obwohl ihr Haus direkt an den Wald grenzt, liegt es an einer vielbefahrenen Bundesstraße, die schon so manchen Hausstier das Leben kostete, so auch dem geliebten Familienkater Church. Nachdem Sie vom Nachbarn Jud Crandall (John Lithgow) über den örtlichen Tierfriedhof informiert werden, begraben sie ihr Tier dort und staunen nicht schlecht, als sie den Kater am nächsten Morgen quicklebendig übers Grundstück jagen sehen. Umgehend wird ihnen bewusst welche Macht von dem mysteriösen Friedhof ausgeht, und schon bald wird klar, dass der zurückgekehrte Kater nicht mehr derselbe zu sein scheint.

Der Horrorstreifen feierte seine Premiere am diesjährigen South by Southwest Festival und konnte, im Gegensatz zu seinem Vorgänger, den Großteil der Kritiker überzeugen.

Foto: Warner Bros

Shazam!

Der neueste Eintrag im DC Extended Universe, „Shazam!“, zeigt nach vorwiegend düsteren, ernsten Filmen, erstmals auch eine selbstironische, spaßige Seite von DC. Unter der Regie von David Sandberg, der mit Filmen wie „Lights Out“ und „Anabelle: Creation“ zuvor hauptsächlich im Horrorbereich arbeitete, und gemeinsam mit Darstellern wie Zachary Levi, Adam Brody und Mark Strong, fand der Film, der sich seit den frühen 2000er-Jahren in Produktion befand, nun endlich seinen Weg in die Kinos.

Als der Waisenjunge Billy Batson nach einem Treffen mit dem mysteriösen Magier Shazam die Macht erhält, sich in einen erwachsenen Superhelden zu verwandeln, steht sein Leben plötzlich völlig auf dem Kopf. Auf einem Schlag mit gottesähnlichen Kräften ausgestattet, muss Billy erst lernen, diese gezielt und wirksam einzusetzen. Unterstützt wird er dabei von seinem besten Freund Freddy, der Videos von Shazams! Unglaublichen Fähigkeiten macht, die sich im Netz verblüffend schnell verbreiten. Doch auf die beiden nichtsahnenden Schüler lauert bereits eine böse Macht, die nur die grenzenlosen Mächte von Shazam! Aufzuhalten vermögen.

Wider Erwarten konnte sich der Film nach dem Fall des Kritikerembargos mit ausgesprochen positiven Rezensionen brüsten. Die Stärken der Superheldengeschichte liegen Kritikern zufolge vor allem in der darstellerischen Leistung von Hauptdarsteller Zachary Levi, der den meisten womöglich durch die Comedyserie „Chuck“ in Erinnerung geblieben ist, sowie durch den charmanten, leichten Humor, der sich durch das gesamte Werk zieht.

Weitere Neustarts

Die experimentelle Verfilmung von Elfriede Jelineks Werk „Die Kinder der Toten“ von Kelly Copper und Pavol Liska feierte seine Premiere auf der Berlinale 2019, wo der Film mit dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet wurde. In B-Movie-Manier präsentiert sich der Film bewusst trashig und selbstironisch, in Zusammenspiel mit dem Laiencast und einem grandiosen Soundtrack entsteht so ein außergewöhnliches Kinoerlebnis.

Nach dem Überraschungserfolg des ersten Teils ließ die Fortsetzung ganze fünf Jahre auf sich warten. Nun lässt Regisseur Philippe de Chauveron mit dem Sequel „Monsieur Claude 2“ seinen Titelhelden erneut mit der eigens verinnerlichten Xenophobie und der patriarchalischen Grundeinstellung hadern.

Der Suche nach menschlichen Überresten widmet sich Nathalie Borgers (Fang den Haider) neuester Dokumentarfilm „The Remains - Nach der Odyssee“, für den sie nicht nur Freiwillige der Insel Lesbos, die sich der Suche und Bergung verstorbener Asylsuchender widmen, sprechen lässt, sondern auch Betroffene direkt zu Wort kommen lässt. Ein aufwühlender, emotionaler Film, der zu Recht auf der diesjährigen Diagonale mit dem Preis für den Besten Dokumentarfilm ausgezeichnet wurde.

Mit „Die Wiese - Ein Paradies nebenan“ bringt der Naturfilmer Jan Haft ein ganz besonderes Naturschauspiel auf die Leinwand, fokussiert er sich doch in seiner Dokumentation ganz auf die Pflanzen- und Artenvielfalt, die auf unseren heimischen Sommerwiesen beheimatet sind.

Das kolumbianische Drogendrama „Birds of Passage - Das grüne Gold der Wayuu“ von Ciro Guerra und Cristina Gallego wurde unter anderem zum Oscarbeitrag für die Academy Awards 2019 auserwählt. Thematisch dreht sich der Film um den Aufstieg und Fall einer Wayuu-Familie, die in den 60er-Jahren beginnt ins noch relativ junge Drogengeschäft einzusteigen.

Auch für die Unterhaltung des jüngeren Kinopublikums ist diese Woche gesorgt, der Familienfilm „Unheimlich perfekte Freunde“ von Marcus H. Rosenmüller umreißt Themen wie Leistungsdruck, der auf den Kindern lastet, auf spielerische Art und Weise.

Im russischen Animationsfilm „Mascha und der Bär“ von Oleg Kozoyukoh und Kevin Hamon wird das neueste Abenteuer der naiven Mascha und ihres besten Freundes, ein fürsorglicher Bär, erzählt.

Zu guter Letzt startet auch der deutsche Dokumentarfilm „Projekt: Antarktis“ der Regisseure Michael Ginzburg, Tim Müller-Zitzke und Dennis Vogt in ausgewählten österreichischen Kinos, die die unglaubliche Reise der drei durch die eisige Wildnis porträtiert.
Die Autorin
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juliap

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