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Die Oscar-Gewinner 2019

Die Oscar-Gewinner 2019

Der Oscar für den besten Film geht an „Green Book.“ Doch auch Alfonso Cuarón geht gleich mit drei Oscars nachhause.
Green Book - Eine besondere Freundschaft“ von Peter Farrelly wurde als bester Film ausgezeichnet und darf sich auch über zwei weiter Oscars für das beste Originaldrehbuch und den besten Nebendarsteller (Mahershala Ali) freuen.

Ein großer Gewinner des Abends ist aber auch Alfonso Cuarón der für seinen Film „Roma“ gleich drei Oscars entgegennehmen durfte: Als bester fremdsprachiger Film, sowie Beste Regie und Beste Kamera.

Bei unserem Gewinnspiel gab es gleich zwei Teilnehmer (idaho.seven und PK 1) die es auf die Spitzenleistung von 20 richtigen Tipps (von 24) brachten.

Forum

  • Lang lebe das Kino!

    Für mich persönlich gab es in dieser Oscarnacht doch auch die eine oder andere Überraschung - zum Beispiel die Auszeichnungen, die an Black Panther für die Kostüme und die Ausstattung gingen. Bisher hatte die Academy hier tendenziell immer Filme aus bestimmten Epochen ausgezeichnet - je royaler die erzählte Zeit, desto wahrscheinlicher der Preisgewinn. Ein neues Zeitalt bricht hier also an, wenn eine Comicverfilmung, die in einer fiktiven Zukunft spielt diese Preise holt. Bei der besten Kamera gab es eine Abweichung vom Precursor Award der "American Society Of Cinematographers", die den Kamerapreis an "Cold War" gegeben hatte - auch einen Schwarzweißfilm. Alfonso Cuarón hat hier den Oscar geholt, obwohl er zum ersten Mal auch als Kameramann tätig war und zudem eigentlich Emanuel Lubezki engagiert war. Er half ihm, die Arri 65 Kamera auszuwählen und musste dann wegen der mehr als 100 Drehtage das Projekt verlassen, weshalb Cuarón selbst in die Bresche sprang. Ganz klar war "Roma" der Favorit für den besten fremdsprachigen Film - dass er auch den besten Film machen würde ist nicht nur in dieser Kombination sehr, sehr unwahrscheinlich, da solche Filme von deutlich weniger Menschen tatsächlich gesehen werden als andere, sondern auch weil dahinter eine Grundsatzentscheidung mitschwang, die richtungweisend für die Filmwirtschaft insgesamt ist. "Roma" als Netflix-Produktion wurde nicht für das Kino gedreht und auch nur um die formalen Voraussetzungen für den Oscar zu erfüllen für drei Wochen in einigen Kinos gezeigt. Es ist ganz außer Zweifel toll, was die Streaming Networks inzwischen (auch) an toller Ware produzieren, aber die Botschaft war klar: "Lang lebe das Kino!" - weshalb "Roma" hier außen vor bleiben musste. "A Star is Born" hätte genug Schmalz und Drama gehabt, um hier zu profitieren, aber noch immer versucht Hollywood hier anscheinend etwas gut zu machen was Rassismus und die harte Arbeit so vieler Schwarzer im Filmbusiness betrifft. "Green Book" mit all seinen Kontroversen war hier für mich der wahrscheinlichste Kompromisskandidat - und hat auch gewonnen. Schade ist es für Glenn Close, die trotz ihrer deutlichen Favoritenrolle auch diesmal wieder leer ausgegangen ist. Und auch Amy Adams hätte ich nach sieben Nominierungen den goldenen Jungen längst vergönnt. Aber die beiden Ladies haben etwas gemeinsam: sie waren auch heuer wohl im falschen Film nominiert. Sowohl "Vice" als auch "The Wife" hatte nicht genug Momentum und bedienten zu kleinen Nischen des Geschmacks bzw. der politischen Einstellung, um ihnen auf der letzten Meile zum Sieg zu verhelfen. Den Oscar für den best-rehabilitierten Star hat für mich Spike Lee bekommen, Zeit war's. Und Lady Gaga hatte sich mit Bradley Cooper schon so deutlich in die Herzen der halben Welt gesungen, dass alle anderen Nominierten nur Dekoration waren.
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    26.02.2019, 21:14 Uhr
    • ausstattung & kostüme

      die kostüm- und ausstattungs-oscars gehen meist an den gewinner der period- oder auch fantasy-sparte der jeweiligen guild (contemporary ist meist zu vernachlässigen), ein gewinn für fantasy ist also nichts neues; denk dabei an alice im wunderland oder mad max – fury road (ähnlich episch breit angelegt wie wakanda). bei dem immer stärker spürbaren momentum für black panther war das also keine überraschung mehr – die frage war nur: kostüm oder ausstattung? (wobei einige zu bedenken gegeben haben, dass in beiden fällen bei black panther mehr CGI im spiel war als echte dekoration bzw echte kostüme. Insofern könnte man also durchaus von einem wandel sprechen.)
      dass black panther dann doch beide preise abgeräumt hat, hat mich nur insofern überrascht, als ich angenommen habe, dass the favourite (zumindest hier) nicht leer ausgehen wird.

      trotzdem wurde damit oscar-geschichte geschrieben: erstmal wurden schwarze für die ausstattung nominiert, und erstmals haben schwarze die oscars für ausstattung und für kostüme gewonnen – sicher auch mit ein grund für die entscheidung.
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      27.02.2019, 00:00 Uhr
    • kamera

      der precursor award der ASC ist nicht so aussagekräftig wie man vielleicht meint, ästhetischen bildern wird oft der vorzug gegeben gegenüber dem, was die academy später mit ihrem kamera-oscar auszeichnet (siehe ASC für das weiße band oder the hurt locker, der oscar an avatar für die 3D-bilder). da verlass ich mich lieber auf die buchmacher. im falle cuaróns heißt es aber, es war schwieriger nominiert zu werden (also in den elitären zirkel der professionellen directors of photography aufgenommen zu werden) als den oscar dann tatsächlich zu gewinnen – die editing-nominierung (den schnitt hat er ja auch selbst übernommen) hat er ja nicht bekommen; ungewöhnlich für einen best-picture-kandidaten und frontrunner, und ein erstes alarmzeichen. aber wie ein oscarologe gemeint hat: he, hollywood jobs are precious! wir lassen uns unsere jobs nicht wegnehmen...

      in beiden fällen: wenn die academy-member schon nimmer unterscheiden (können) zwischen sound editing (dem kreieren von geräuschen) und dem abmischen von ton (sound mixing), wer sollte dann einen unterschied machen zwischen echt und virtuell?
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      27.02.2019, 00:08 Uhr