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Caines Corner: 30 Jahre „Rambo III“

Vor 30 Jahren setzte Leander Caine alles daran, John Rambo im Kino zu sehen.
Im Juli 1988 war ich gerade zwölf Jahre jung. Am 14. Juli startete der dritte Teil der „FIRST BLOOD“-Saga im Kino. Da ich zu diesem Zeitpunkt ein großer Sylvester Stallone und „Rambo“-Fan war, habe ich mich unbeschreiblich auf den Kinostart gefreut. Im Grazer Opernkino (jetzt eine SPAR-Filiale) am Jakominiplatz wurde ich aber abgewiesen, da der Film ab 16 Jahre freigegeben war. Oje, da half es auch gar nichts, dass ich zwei Wochen später meinen 13. Geburtstag hatte. Ohne zu wissen, ob der Film überhaupt im GLORIA-Kino spielt (jetziges KIZ RoyalKino) fragte ich meinen guten Freund „Mesti“, ob wir unser Glück da versuchen. Also gingen wir hin und versuchten unser Glück. Er war schon etwas älter als ich, nämlich 14 Jahre. Er sah auch etwas älter aus. Zu unserer Überraschung konnten wir die Tickets kaufen, aber leider machte uns der Platzanweiser einen vorläufigen Strich durch die Rechnung. „Der Film ist ab 16 Jahre freigegeben. Wann seid ihr geboren?“, fragte er uns. Mesti war offensichtlich nicht darauf vorbereitet und gab etwas höchst Unrealistisches als Antwort. Anstatt 1972 zu sagen, meinte er 1962. Die Zweifel des Platzanweisers waren sehr berechtigt, da das ungefähr sein Geburtsjahr war. Wir „korrigierten“ das Geburtsjahr und „bettelten“ um Einlass. Durch die lange Überzeugungsarbeit haben wir den Anfang verpasst, waren aber unbeschreiblich happy den neuesten RAMBO-Streifen auf der großen Leinwand bewundern zu dürfen.

Der Film kam zwar nicht an die „Qualität“ der Vorgänger ran, begeisterte mich aber trotzdem. Im Laufe der Jahre verstand ich die ideologischen und schwer fragwürdigen amerikanischen (Hollywood-) Ansichten dieses Films besser. Obwohl es eben nur ein Action-Film sein sollte, gab es auch eine politische Botschaft beim Abspann: „This film is dedicated to the brave Mujahideen Fighters of Afghanistan“. Später wurde die Message etwas abgeändert in: „This film is dedicated to the gallant people of Afghanistan“. Wie schnell „Freunde“ zu „Feinden“ werden können, sieht man an diesem Beispiel sehr schön. Mit etwas zeitlicher Verspätung wurden fundamentalistische Taliban Feinde der USA.

Als „Action-Film“ war „Rambo III“ technisch perfekt. Inhalt gab es wie erwähnt Mängel, aber das störte mich als Teenager (noch) nicht. Einer meiner Lieblingsszenen im Film ist, wo ein Darsteller Stallone fragt, was die blaue Lichtstange macht. Daraufhin seine Antwort: „Es leuchtet blau“.



Was gibt es sonst noch zur Story zu sagen? Rambo rettet seinen Freund Colonel Trautman aus den Fängen der bösen Sowjets und überlebt im Showdown den Fight zwischen Panzer und Kampfhubschrauber.

International konnte der Film kaum überzeugen – sowohl am Boxoffice (Produktionskosten von 63 Millionen Dollar standen Einnahmen von ca. 190 Millionen Dollar gegenüber), geschweige denn bei den Kritikern. Es gab sogar 5 Nominierungen für die goldene Himbeere. Sylvester Stallone gewann in der Kategorie „Schlechtester Darsteller“. Im gleichen Jahr im Dezember 1988 wurde ich Zeuge des neuen modernen Actionfilms. Der Titel lautete: „Stirb langsam“. Aber das ist eine andere Geschichte.

Wie schnell doch 30 Jahre vergangen sind. Aktuell haben die Dreharbeiten zum 5. Teil „Rambo: Last Blood“ begonnen. One more time John J. Rambo: Happy Birthday!