Das große Uncut-Special von der Viennale 2018
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Caines Corner: Filme zum wiedersehen

Über den Zauber einen Film immer wieder anzuschauen. - Je älter der Cineast, desto besser der Wein sowie der Film!
Immer wieder passiert es mir, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich einem neuen Film eine Chance geben soll oder ob ich mir einen alten Film, aus welchem Grund auch immer, wieder anschauen möchte? Es ist nicht so, dass alte Filme immer in guter Erinnerung waren, sondern dass ich versuche zu berücksichtigen, dass ich in der Kindheit und Jugend vielleicht nicht reif genug für anspruchsvolle Filme war. Umgekehrt gibt es auch den Effekt, dass alte Lieblingsfilme bei der Wiederbesichtigung nur Kopfschütteln auslösen.

Von den 80 Filmen, die ich in diesem Jahr bis dato auf DVD oder Blu-Ray angeschaut habe, waren mehr als die Hälfte schon bekannt: 45 Filme habe ich wieder angeschaut und nur 35 habe ich erstmals meiner Kritik ausgesetzt. Warum?

Es ist eindeutig gro▀artig, Filme wiederzusehen. Bei „Heaven's Gate“ gibt es eine ungeschnittene Blu-Ray, die eine Wucht ist. Man versteht warum dieses „schwere“ Meisterwerk von Michael Cimino seinerzeit keinen kommerziellen Erfolg hatte. Aber als Cineast bekam ich hier die Chance einen Meilenstein des Kinos in einer guten Qualität wiederzusehen und den Film neu zu bewerten. By the way: Dieser Film leitete das Ende vom Filmstudio United Artists ein. Bei knapp 40 Millionen Dollar Produktionskosten spielte der kritische Western mit Kris Kristofferson leider nur 3 Millionen Dollar ein. Weil ein Cimino nicht genug ist, sah ich Mickey Rourke als rassistischen Cop in „Im Jahr des Drachen“. Das ist ebenfalls ein „sperriges“ Meisterwerk, das es verdient wiedergesehen zu werden.

Die Filme von Paul Verhoeven scheinen ebenfalls zeitlos zu sein. „Basic Instinct“ ist für mich ein sehr intelligenter und gut gemachter Crime-Cop-Thriller mit einem gro▀artigen Michael Douglas in der Hauptrolle, aber natürlich ist die wahre Sensation Sharon Stone, die als blonde Femme fatale einen unvergesslichen Platz in der Filmgeschichte eingenommen hat. Damit meine ich nicht nur das „Beineüberkreuzen“ beim Verhör. Da ich bei der UNCUT-Geburtstagsfeier leider nicht teilnehmen konnte, begutachtete ich ein anderes Masterpiece des holländischen Filmemachers: „Starship Troopers“. In meinen Augen ist das ein grandioser Film, welcher seiner Zeit Lichtjahre voraus war. Ein Schmankerl ist, dass uns Casper Van Dien für die Präsentation des Films bei der Uncut-Feier viel Spa▀ gewünscht hat.

Bei James Cameron bekommt man ebenfalls immer einen besonderen Film zu sehen. „Titanic“ ist wahrhaft ein toller Streifen, aber noch mehr mag ich „Aliens“. Dieser Film hat schon 32 Jahre auf seinem Buckel und ist immer noch technisch unschlagbar. Deshalb habe ich das Sequel zu Ridley Scotts unheimlichen Wesen aus dem Weltall bestimmt mindestens 10 Mal gesehen und sogar beim 11. Mal bleibt der Streifen ein Hit. Ich ziehe den Hut vor diesem zeitlosen Sci-Fi-Meisterwerk, das superspannend und gro▀artig besetzt ist. Sigourney Weaver ist und bleibt Ellen Ripley.

Geht es Dir manchmal auch so? Wie entscheidest Du, ob Du lieber ein Wiedersehen mit einem Meisterwerk aus der Vergangenheit hast oder eine Chance für die Entdeckung eines neuen Films gibst?