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Neu im Kino
Neu im Kino (KW 23/2018)

Neu im Kino (KW 23/2018)

Diese Woche gibt es ein erneutes Wiedersehen mit prähistorischen Lebewesen und die Rückkehr eines langjährig in Hollywood verschollenen deutschen Filmemachers

Jurassic World: Das gefallene Königreich

Als Steven Spielberg 1993 unter dem Titel „Jurassic Park“ einen Abenteuerfilm rund um einen Freizeitpark voller zum Leben erweckter Dinosaurier, die nach für nach außer Kontrolle geraten, drehte, hätte zunächst wohl kaum jemand erwartet, wie relevant der Streifen noch 25 Jahre später sein würde. „Jurassic Park“ entwickelte sich zu einem der größten Box-Office-Erfolge der 90er-Jahre und gilt bis heute als Meilenstein der Tricktechnik sowie des modernen Blockbuster-Kinos. Aufgrund des Erfolgs von Teil 1 zog der Spielberg-Film zwei Fortsetzungen mit sich (1997 & 2001), die zwar an den Kinokassen ebenfalls erfolgreich waren, jedoch dem Original nicht im Ansatz das Wasser reichen konnten. Nach der Veröffentlichung von Teil 3 war es lange Zeit still um das Franchise, bis Universal Pictures vor wenigen Jahren die Reihe unter Regie von Colin Trevorrow wiederbelebte.

Beim 2015 erschienenen „Jurassic World“ handelte es sich um eine Quasi-Fortsetzung der Originaltrilogie, die jedoch nicht direkt an die Ereignisse von Teil 3 anschloss, sondern im selben Universum eine Geschichte mit neuen Protagonisten gespielt von Marvel-Star Chris Pratt und Bryce Dallas Howard („The Village“) erzählte. Trotz eher mäßigen Kritiken entwickelte sich das Reboot zum sensationellen Erfolg an den Kinokassen, weswegen eine Fortsetzung natürlich sichere Sache war.

Für „Jurassic World: Das gefallene Königreich“ wurde der Regieposten von Trevorrow an J. A. Bayona (u. A. „Sieben Minuten nach Mitternacht“) abgegeben. Die Fortsetzung setzt nach den Ereignissen von „Jurassic World“ an und erzählt, wie die Dinosaurier nach der Schließung des Freizeitparks einen Zufluchtsort auf der Isla Nebula finden konnten. Als auf dieser Insel jedoch ein Vulkanausbruch bevorsteht, der das Leben der Urzeitmonster einmal mehr auslöschen würde, begeben sich die ehemalige Parkleiterin Claire Deaning (Howard) und Owen Grady (Pratt) dorthin, um die Saurier von ihrem Schicksal zu befreien. Liebhaber der Originaltrilogie dürfen sich im neuen Teil besonders auf ein Wiedersehen mit Jeff Goldblums herrlich exzentrischen Dr. Ian Malcolm freuen.

Auch wenn die bisherigen Reaktionen ähnlich mäßig wie beim Vorgänger ausgefallen sind, werden Fans des Franchises nichtsdestotrotz bestimmt auf ihre Kosten kommen, denn “Life… Uh….finds a way. “

Der Hauptmann

Robert Schwentke galt einst als eine der großen neuen Stimmen am deutschen Filmmarkt. Mit seinen beiden ersten Spielfilmarbeiten „Tatoo“ (2002) und „Eierdiebe“ (2003) konnte der gebürtige Stuttgarter Filmemacher sowohl Kritiker als auch Zuschauer begeistern und zahlreiche nationale Filmpreise abstauben. Da Schwentke seine geplante dritte Regiearbeit in Deutschland nicht finanziert bekam, verschlug es ihn in Folge in die USA. Dort wurden schon bald die Disney Studios auf ihn aufmerksam und engagierten ihn schon als Regisseur für den Thriller „Flightplan – Ohne jede Spur“, der zum großen Erfolg am nordamerikanischen Box-Office wurde. Seither blieb Schwentke im Blockbuster-Kino Hollywoods verankert und drehte dort über die Jahre hinweg erfolgreiche, aber qualitativ zumeist eher fragwürdige Popcorn-Filme wie „R. E. D“ (2010), „R. I. P. D.“ (2013) oder „Die Bestimmung – Insurgent“ (2015).

Um wieder mehr kreative Kontrolle über seine Projekte zu bekommen, hat sich Schwentke dazu entschieden, eine kleine Pause vom Medienrummel in Hollywood einzulegen. Mit „Der Hauptmann“ hat Schwentke nun seine erste europäische Produktion seit über 15 Jahren gedreht. Basierend auf wahren Begebenheiten erzählt das Drama vom 19-jährigen Gefreiten Willi, der sich während des Zweiten Weltkriegs auf der Flucht die Uniform eines Hauptmanns findet und schon bald anfängt, seine neu gewonnene Machtposition zu missbrauchen.

Basierend auf den bisherigen Kritiken ist Schwentke mit diesem in schwarzweiß gehaltenen Kriegsstreifen eine glorreiche Rückkehr zu alter Stärker gelungen.

Weitere Neustarts

Unter den weiteren Neustarts der Woche befindet sich unter anderem das israelisch-österreichische Drama „Testament“, in dem ein streng religiöser Jude seinen eigenen Glauben in Frage stellen muss.

In der britischen Komödie „Swimming with Men“ möchte ein Mann in der Midlife-Crisis seinem öden Leben durch den Beitritt eines Schwimmteams wieder Sinn verleihen.

Des Weiteren startet der deutsche Dokumentarfilm „The Cleaners“, der sich den Menschen widmet, deren Job es ist, Regelverstöße wie die Verwendung von gewalttätigen oder pornografischen Bildmaterial, aus sozialen Medien herauszufiltern.

Ebenfalls läuft diese Woche die französische Dokumentation „Maria by Callas“ an, die einen Einblick in das Leben und Schaffen der gleichnamigen Opernsängerin gewährt.

Weiters erwartet uns der Start der Start der deutschen Doku „Vom Bauen der Zukunft - 100 Jahre Bauhaus“, die sich mit der Geschichte gleichnamigen Kunst- und Architekturschule auseinandersetzt.

Zu guter Letzt sei noch der Start der Dokumentation „Wildes Herz“ zu erwähnen, der sich dem Aktivismus von Jan Gorkow, dem Leadsänger der kontroversen deutschen Band Feine Sahne Fischfilet widmet. „Wildes Herz“ läuft jedoch lediglich in einigen Städten wie Wien und Wels an.

Ich wünsche UNCUT-Lesern wieder ein paar unvergessliche Momente im Kino!
Der Autor
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chrosTV

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