Neu im Kino
Neu im Kino (KW 18/2018)

Neu im Kino (KW 18/2018)

Der schwere Weg eines politischen Flüchtlings, eine brisante Geiselnahme, eine psychisch Kranke, die um ihre Rechte kämpft und ein verheerendes Feuer sind diese Woche nur einige wenige Themen der zahlreichen Neustarts.

Transit

Basierend auf dem zur Exilliteratur zählenden Roman „Transit“ von Anna Seghers, welcher bereits 1944 veröffentlicht wurde, kommt nun der Film von Regisseur Christian Petzold unter demselben Titel in die heimischen Kinos. Erwartet man sich nun allerdings ein Historiendrama wird man ganz bestimmt überrascht werden, denn Petzold verlegt die gesamte Geschichte in die Gegenwart.

Georg (Franz Rogowski) flieht auf Grund politischer Motive nach Frankreich, wo er nur knapp einer Verhaftung entgeht, er findet am Weg das Manuskript des verstorbenen Schriftstellers Weidel, mit dem er schlussendlich verwechselt wird. Durch diese Verwechslung kommt Georg in Marseille an zwei Transitvisa, die für Weidel und dessen Frau (Paula Beer) bestimmt waren.

Das Drama feierte seine Premiere im Zuge der Berlinale 2018 und lief dort im Rennen um den Goldenen Bären.

7 Tage in Entebbe

Auch „7 Tage in Entebbe“ von José Padilha wurde auf der diesjährigen Berlinale uraufgeführt und behandelt die wahren Geschehnisse rund um eine politisch motivierte Flugzeugentführung im Jahr 1976. In den Hauptrollen sind Rosamund Pike und Daniel Brühl zu sehen.

Durch eine akribisch geplante Flugzeugentführung wollen palästinensische sowie deutsche Terroristen, unter ihnen Brigitte Kuhlmann (Rosamund Pike) und Wilfried Böse (Daniel Brühl) von den Revolutionären Zellen, die israelische Regierung dazu zwingen inhaftierte Palästinenser freizulassen. Das entführte Flugzeug wird in der ugandischen Stadt Entebbe zur Landung gezwungen, wo die Geiseln in einem Terminal untergebracht werden, während die ersten Verhandlungen mit der israelischen Regierung beginnen.

Regisseur José Padilha, der sich für zwei Folgen der überaus beliebten Serie „Narcos“ verantwortlich zeichnet, liefert mit „7 Tage in Entebbe“ ein relativ klassisches politisches Drama, der die damaligen Geschehnisse nüchtern und sachlich wiedererzählt.

No Way Out - Gegen die Flammen

Auch bei „No Way Out“(englischer Originaltitel: Only the Brave) von Joseph Kosinski (Tron: Legacy, Oblivion) handelt es sich um die Verfilmung einer wahren Tragödie, die sich 2013 in Arizona zugetragen hat.

Der Film thematisiert das Yarnell Hill Fire, ein großflächiger Waldbrand in Yarnell, Arizona. Beim Versuch der Feuerwehrspezialeinheit „Granite Mountain Hotshots“ den Brand einzudämmen und die Flammen an der Ausbreitung Richtung Stadtgebiet zu hindern, wurden 19 der 20 Männer der Sondereinheit vom Feuer eingeschlossen und starben in den Flammen, unter ihnen auch der Leiter der Einheit Eric Marsh, welcher im Film von Josh Brolin dargestellt wird. In weiteren Rollen sind unter anderem Miles Teller, Jennifer Connelly, Andie MacDowell und Jeff Bridges zu sehen.
Das Drama erhielt durchaus positive Kritiken, bleib jedoch beim Einspielergebnis hinter den Erwartungen zurück und konnte nicht einmal das Budget des Films einspielen.

Eleanor & Colette

Unter der Regie des dänischen Regisseurs Bille August und mit den Schauspielgrößen Helena Bonham Carter und Hilary Swank in den Titelrollen wird die wahre Geschichte rund um eine schizophrene Patientin und ihre kämpferische Anwältin unter dem Titel „Eleanor& Colette“ (Originaltitel: 55 Steps) verfilmt.

Nachdem Eleanor Riese (Helena Bonham Carter), die seit jungen Jahren an paranoider Schizophrenie leidet, in der psychiatrischen Klinik zur Einnahme verschiedenster Medikamente gezwungen wird, welche schließlich auf Grund schwerer Nebenwirkungen zu Krampfanfällen führen, besteht diese darauf selbst über ihre medikamentöse Behandlung bestimmen zu dürfen und führt fortan mit der Patientenanwältin Colette (Hilary Swank) einen erbitterten Kampf gegen die Pharmaindustrie.

Der Film feierte seine Premiere auf dem Toronto International Film Festival 2017 und erhielt eher durchschnittliche Kritiken.

Weitere Neustarts

Diese Woche ebenfalls neu im Kino ist das ungarische Drama „Jupiter's Moon“ von Kornél Mundruczó, in dem es um einen jungen Flüchtling geht, der nachdem er angeschossen wurde plötzlich mysteriöse Kräfte besitzt.

Auch für das jüngere Publikum gibt es in dieser Woche was zu sehen, denn „Sherlock Gnomes“ (ein Sequel zu „Gnomeo & Julia“) startet in den heimischen Kinos. Der Film wurde von der Kritik zwar mit negativen Kritiken überhäuft, kann jedoch mit einem tollen Schauspielerensemble, die den Figuren ihre Stimmen leihen, auftrumpfen , unter anderem sind Johnny Depp, Emily Blunt und Michael Caine zu hören.

Gerade erst beim Crossing Europe Festival den Hauptpreis gewonnen, kommt die Tragikomödie „Antonio One Two Three“ von Leonardo Mouramateus bereits zu uns in die Kinos.

Auch zwei Dokumentarfilme finden diese Woche ihren Weg ins Kino, einerseits die berührende Kindheitserinnerung des Schweizers Markus Imhoof der in „Eldorado“ eigene Erlebnisse mit aktuellen Fluchtgeschichten verbindet, sowie der norwegische Film „Kindheit“, der das harmonische Miteinander einer Gruppe von Kindern in der Natur abseits des schulischen Leistungsdrangs darstellt.

Der deutsche Film „HERRliche Zeiten“, mit unter anderem Katja Riemann in der Hauptrolle, erzählt von einem gelangweilten Pärchen, das nach einer unglücklich formulierten Annonce plötzlich Gefallen an der neu gewonnenen „Dienerschaft“ findet.

Im Grazer Filmzentrum im Rechbauerkino läuft weiters der Dokumentarfilm „American Dream Stories“, der nicht nur das amerikanische Eisenbahnnetz beleuchtet, sondern die Zukunft der gesamten Nation hinterfragt.
Die Autorin
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juliap

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