Neu im Kino
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Neu im Kino (KW 15/2018)

Diese Woche gibts ein schleichend leises Horrorabenteuer, einen Abstecher in Romy Schneiders spannendes Leben und eine Komödie, in der sich alles um das Eine dreht.

A Quiet Place

Unter der Regie von Schauspieler John Krasinski, der den meisten vermutlich als Jim aus der US-Version von „The Office“ in Erinnerung geblieben ist, wird in dem Horrorfilm „A Quiet Place“ ein ganz besonderes Experiment gewagt, gibt es in dem Film doch nahezu keinen hörbaren Dialog, stattdessen wird auf Gebärdensprache zurück gegriffen.

Nachdem die Erde von mysteriösen Außerirdischen angegriffen und besetzt wurde, versuchen Familienvater Lee (John Krasinski selbst) und Ehefrau Evelyn (Emily Blunt) gemeinsam mit ihren Kindern ein Leben in vollkommener Stille zu führen und kommunizieren fortan nur noch mittels Gebärdensprache miteinander, denn die scheußlichen Aliens werden von Geräuschen jeder Art angezogen, sind jedoch ansonsten völlig blind.

Obwohl es sich bereits um Krasinskis dritte Regiearbeit handelt, ist „A Quiet Place“ seine erste Arbeit im Horrorgenre, zudem war er auch am Verfassen des Drehbuchs beteiligt. Erstmals spielt der Protagonist Seite an Seite mit Emily Blunt, die nicht nur im Film seine Ehefrau darstellt, sondern auch im wahren Leben mit ihm verheiratet ist. Im Gegensatz zu John Krasinkis vorhergehenden Regiearbeiten wurde „A Quiet Place“ mit positiven Kritiken überhäuft und soll ein überraschend intelligentes, innovatives Horrorerlebnis geworden sein, das bestimmt nicht nur Genrefans zu überzeugen weiß.

3 Tage in Quibéron

Wir schreiben das Jahr 1981, Romy Schneider (gespielt von Marie Bäumer) versucht sich im französischen Kurort Quiberon zu erholen. Obwohl sie der deutschen Presse überdrüssig geworden ist, wird ein Interview mit einem Reporter vom Stern ausgemacht, das in Folge zu einem der authentischsten und wichtigsten Portraits der deutsch-österreichischen Schauspielerin wird.

Der Film feierte seine Premiere auf der diesjährigen Berlinale und wurde mit einer relativ positiven Resonanz aufgenommen, zusätzlich durfte „3 Tage in Quiberon“ ganze 10 Nominierungen für den Deutschen Filmpreis 2018 einheimsen.

Der Sex Pakt

Dieser Film ist ein weiters Opfer des eigentümlichen deutschen Brauchs, Filmtitel gravierend dilettantisch umzuändern. Heißt der Film im Englischen schlicht „Blockers“, so wird die Komödie im Deutschen zu „Der Sex Pakt“. Regie führt hierbei (in ihrem Debüt ) Kay Cannon, die vor allem als Autorin der „Pitch Perfect“-Reihe bekannt geworden ist, Hauptrollen übernehmen unter anderem Leslie Mann und John Cena.

Der Film zeigt den Versuch dreier Eltern, ihre Töchter davon abzuhalten ihre Jungfräulichkeit in der Prom Night zu verlieren, nachdem sich diese versprochen hatten in jener Nacht endlich ihr erstes Mal hinter sich zu bringen. Die Prämisse des Films selbst klingt zwar wenig ideenreich und scheint an Teeniefilme der 90er-Jahre zu erinnern, soll aber auf Grund der Umkehr von Geschlechterrollen und guten darstellerischen Leistungen ein durchaus passabler Film geworden sein.

Weitere Neustarts

Des Weiteren startet das schwedische Drama „Das Mädchen aus dem Norden“, welches von rassistischen Anfeindungen, die einer jungen Sami widerfahren, handelt. Der Film feierte bereits 2016 bei den Filmfestspielen von Venedig seine Premiere und findet jetzt den Weg zu uns ins Kino.

Auch das deutsche Kino hat diese Woche einen neuen Actionfilm im Angebot, nämlich den explosiven Thriller „Steig.Nicht.Aus!“, der eine Adaption der spanischen Vorlage ist. In den Hauptrollen sind hierbei Wotan Wilke Möhring und Hannah Herzsprung zu sehen.

Für das etwas jüngere Publikum startet in der aktuellen Woche die Schweizer Komödie „Papa Moll und die Entführung des fliegenden Hundes“, die Rolle der Titelfigur verkörpert der Schauspieler Stefan Kurt.

„A Ciambra“ oder in der deutschen Version nur „Pio“ von Regisseur Jonas Carpignano war auf den letztjährigen Filmfestspielen von Cannes zu sehen und wurde gar von Italien als Beitrag für die Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ der Oscars eingeschickt, jedoch nicht nominiert. Der Film thematisiert das Leben des vierzehnjährigen Pio in einer Romagemeinde in Kalabrien und das plötzliche Verschwinden seines Bruders.

Auch Literaturenthusiasten kommen diese Woche auf ihre Kosten, denn der Besteller „Das etruskische Lächeln“ von José Luis Sampedro ist von den oscarnominierten Regisseuren Oded Binnun und Mihal Brezis für die Leinwand adaptiert worden, Hauptrollen übernehmen Brian Cox und Thora Birch.
Die Autorin
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juliap

Forum

  • Blockers?

    Ideal ist der Titel „Der Sex Pakt“ ja wirklich nicht, aber in diesem Fall find ich den englischen Titel auch nicht sonderlich gut. Der würde bei uns noch weniger aussagen und ist schwer verständlich was sie damit meinen.

    Schlimmer find ich übrigens noch, wenn ein englischer Titel mit einem anderen englischen Titel „übersetzt“ wird.
    treadstone71
    12.04.2018, 14:37 Uhr
    • cocks & cherries

      der US-arbeitstitel war ursprünglich "the pact" (die deutsche übersetzung entspricht also durchaus dieser ersten version), der zweite angedachte titel lautete "cherries" (=kirschen bzw jungfernhäutchen), der endgültige verleihtitel ist die kurzform von "cock blockers". da ein derart ordinärer titel aber vermutlich zu schwierig zu vermarkten wäre, wurde der "cock" anstandshalber durch einen gezeichneten hahn vor dem titel ersetzt. das pt publikum wird schon wissen was damit gemeint ist...
      InstaFun_2013-9-3_jpg(5)
      15.04.2018, 02:05 Uhr
    • Cock Blockers

      Danke für den Hinweis. Jetzt wo ich es sehe ist es natürlich eh offensichtlich, aber ich muss gestehen, dass ich den zweideutigen Titel zuerst gar nicht mitbekommen habe. Ich habe mich noch gefragt was das mit dem Hahn soll, ob das vielleicht ein Abschlussballsymbol sein kann ;) Aber so ist es natürlich viel logischer.
      plakateur
      16.04.2018, 16:35 Uhr