Berlinale 2018
Berlinale 2018 - Tag 7

Berlinale 2018 - Tag 7

Neben Wettbewerbsbeiträgen aus Deutschland und dem Iran gab es heute mit Steven Soderbergh eine Dosis Hollywood auf der Berlinale
Der siebte Tag der Berlinale begann mit dem drei Stunden Film „Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot“. Der deutsche Beitrag, der sich als hochphilosophische Analyse des Themas Zeit versteht und ein inzestuös angehauchtes Geschwisterpaar als zentrale Figuren hat, ist leider eine der großen Katastrophen des Wettbewerbs. Prätentiöses Filmemachen der ersten Güte, verleitete er die Presse gerade einmal dazu, massenhaft den Kinosaal zu verlassen.

Als zweites war der iranische Beitrag „Khook - Schwein“ an der Reihe. Die Satire auf einen weinerlichen iranischen Regisseur, der auf der schwarzen Liste steht und von allen aber eigentlich geliebt werden will, war eine erfreuliche Abwechslung zu den schweren Dramen der Vortage. Der schwarze Humor wurde jedoch bitterer Ernst als sich bei der Pressekonferenz ein Gutteil der Fragen um das iranische Regime drehten und der Regisseur meinte, er würde doch lieber seinen Film diskutieren.

Zum Schluss gab es nochmals eine Dosis Hollywood. Steven Soderbergh präsentierte „Unsane - Ausgeliefert“ mit Claire Foy in der Hauptrolle. Das Drama/Thriller handelt von einem Stalkingopfer, das gegen seinen Willen in eine psychiatrische Institution eingewiesen wird und dort glaubt, ihren Stalker in einem Angestellten zu erkennen. Soderbergh geht in diesem Film mit vielen Institutionen ins Gericht. Geldgierigen Versicherungen und Krankenanstalten, dem Versagen der Behörden und der Hilflosigkeit der Frauen gegenüber einem System das sie nicht ernst nimmt. Wer sich nicht für den Film begeistern konnte musste zumindest die technische Leistung anerkennen. Soderbergh hatte statt regulären Kameras alles mit iPhones in 4K-Qualität drehen lassen.

In der Reihe „Berlinale Series“ gab es heute im Zoo Palast die Premiere der Fernsehserie „Bad Banks“. Tobias Moretti war dabei leider nicht auf dem Roten Teppich, dafür seine Schauspielkolleginnen Paula Beer und Désirée Nosbusch.

Ein eigenwilliger Beitrag zum Genre „Weltuntergangsfilm“ kam mit „Yocho (Foreboding)“ (deutsch etwa: „Vorahnung“) von Kiyoshi Kurosawa zur Projektion. Abermals eine Litertaurverfilmung, basierend auf dem japanischen Theaterstück „Before we vanish“. Merkwürdige Veränderungen in der Umwelt der Hauptfigur deuten darauf hin, dass es um die Zukunft der Menschheit nicht zum besten steht.

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Die Autorin
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susn

Forum

  • Unsane

    Soderbergh weiß immer zu überraschen. Seinen Handykamera-Film würde ich gerne sehen, da ich bis dato sein optisches Auge für Filme sehr bewundere.
    leandercaine_0fc45209c9.jpg
    26.02.2018, 07:41 Uhr