Festivals, Slash Filmfestival
Wakaliwood zu Gast beim slash Filmfestival

Wakaliwood zu Gast beim slash Filmfestival

Wir sprachen mit Alan Hofmanis beim slash Filmfestival über „Who Killed Captain Alex“, „Bad Black“ und Wakaliwood
Ein Mini-Hollywood inmitten der Slums Ugandas? Diesen unglaublichen Traum erfüllte sich der leidenschaftliche Filmfan Isaac Nabwana, der aus Wakaliga, einem Slum am Rande von Ugandas Hauptstadt Kampala, stammt. Nachdem dieser bereits jahrelang auf seine erste Filmkamera gespart hatte, gründete er 2005 seine Produktionsfirma „Ramon Film Productions“.

Das Ziel: den ersten Action-Film Ugandas zu produzieren. Trotz eines sehr limitierten Budgets von nicht einmal 100 US-Dollar schaffte es Isaac 2010 immerhin einen Trailer zu „Who Killed Captain Alex“, den offiziell ersten Actionfilm seines Landes, online zu stellen. Aufgrund der für ugandische Verhältnisse außergewöhnlichen Special Effects, die Isaac eigenständig auf seinen Computer programmierte, entwickelte sich „Who Killed Captain Alex“ rasch zur Sensation in den Slums Wakaligas. Es dauerte auch nicht lange, bis der Trailer abseits der afrikanischen Kontinentalplatte Aufsehen erregen konnte.



Als der US-Amerikaner Alan Hofmanis nach einer persönlichen Lebenskrise auf Videoclips des ungewöhnlichen Filmstudios stieß, war dieser von dem Enthusiasmus und den trashigen Ideen Isaacs dermaßen angetan, dass er nur zwei Wochen später nach Uganda emigrierte. Dort angekommen wurde er sofort vom Volk Wakaligas aufgenommen und unterstützte Isaac bei der Fertigstellung seines ersten Spielfilms. Zwar konnte aufgrund der dort schlechten Strombedingungen nicht der gesamte ursprüngliche Streifen gerettet werden, immerhin aber stolze 64 Minuten. Um den Film einem internationalen Publikum zugänglich zu machen, entschied man sich dazu, das Geschehen des Films mit bewusst wenig Ernsthaftigkeit von einem englischsprachigen Video-Joker kommentieren zu lassen. Dieser verleiht dem aufgrund des kaum vorhandenen Budgets trashigen Look ein Augenzwinkern. Nachdem die Version des Films komplett online gestellt wurde, avancierte „Who Killed Captain Alex“ zur kleinen Internetsensation und konnte bis heute weltweit mehr als eine Millionen Aufrufe auf YouTube verbuchen.



Fans waren begeistert von der Spielfreude der gesamten Crew und benannten das Filmstudio in Anlehnung an Isaacs Heimatort liebevoll Wakaliwood. Seitdem produziert Wakaliwood Actionfilme wie am Fließband. Da Isaac darauf besteht keine echten Props zu verwenden, sondern Waffenattrappen und andere Kulissen aus Holz schnitzt oder aus Abfall zusammenbaut, betragen die Budgets zumeist unter 100 US-Dollar. Durch die vielen Unterstützungen von Bewunderern der Kreativität und Passion der Wakaliwood-Crew, gelingt es Isaac mittlerweile fast im Monatstakt neue Filme zu produzieren.

Alan Hofmanis ist seit seinem Umzug immer noch in Wakaliga sesshaft und wurde zu einem der essentiellsten Bestandteile Wakaliwoods. Für die aktuelle Wakaliwood-Produktion „Bad Black“ wurde er gar als Hauptdarsteller auserkoren und in die Riege der ugandischen Actionhelden aufgenommen. Beim diesjährigen SLASH-Filmfestival in Wien wurden in Anwesenheit von Hofmanis „Who Killed Captain Alex“ und „Bad Black“ auf der großen Leinwand gezeigt.

Im Zuge dessen durften wir dem US-Amerikaner in Form eines Interviews ein paar Fragen zu dieser außergewöhnlichen Filmstätte stellen.

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