Neu im Kino
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Neu im Kino (KW 27/2017)

Diese Woche erwarten uns eine Tragikomödie rund um ein Filmteam, das einem vom Zweiten Weltkrieg erschütterten Großbritannien wieder Mut geben will, eine Oscar-nominierte Dokumentation über einen außergewöhnlichen jungen Mann und ein Wiedersehen mit Gru und den quietschgelben Minions.

Ich - Einfach unverbesserlich 3

Mit Unterstützung von Universal Pictures konnte die damals noch recht unbekannte Filmproduktionsfirma Illumination Entertainment im Sommer 2010 ihren allerersten 3D-Animationsfilm „Ich – Einfach Unverbesserlich“ (OT: „Despicable Me“) weltweit in die Kinos bringen. Die Geschichte des einstigen Superschurken Gru (Steve Carrell), der nach der Adoption dreier Waisenmädchen sein grimmiges Gemüt ablegt, erwies sich als riesiger Hit am Box Office und konnte sowohl das Publikum als auch in der internationalen Kritik begeistern. Besonders die kleinen gelben Handlanger Grus – schlicht und einfach Minions (engl. für Lakai) genannt – eroberten durch ihre Tollpatschigkeit und ihre Baby-ähnliche Brabbelsprache weltweit die Zuschauerherzen. Die Macher des Films erkannten den Massenappeal der Minions bereits nach kurzer Zeit und ließen diese durch vielerlei Merchandise-Artikel zu welchen der beliebtesten Figuren der modernen Popkultur, sowie dem offiziellen Maskottchen der Illumination Studios werden. Nach einer mehr Minion-zentrierten Fortsetzung (2013) und einem eigenen Spin-Off-Film (2015), fühlten sich viele Leute langsam aber sicher von den kleinen gelben Männchen genervt. Egal wo man hingeht: Kaum einen Laden auf dieser Welt gibt es, der nicht mindestens irgendeinen Fan-Artikel über die Minions im Angebot hat – der Markt war plötzlich von den kleinen gelben Quälgeistern übersättigt. Basierend auf den Trailern scheint es jedoch als würde man für „Ich – Einfach Unverbesserlich 3“ die Screentime der Minions ein wenig reduzieren und sich wieder mehr jenen Aspekten widmen, die die Qualität des ersten Teils ausmachten: die toll-charakterisierten menschlichen Figuren. Im dritten Teil erfährt Gru von der Existenz seines lange verschollenen Zwillingsbruders Dru. Und als wäre das nicht schon nervenaufreibend genug, bekommt er es zur selben Zeit auch mit dem einstigen Kinderstar Balthazar Bratt („South Park“-Schöpfer Trey Parker in seiner ersten kinderfreundlichen Rolle) zu tun, der im 80er-mäßigen Retro-Style, die Weltherrschaft an sich reißen mcöhten. Die bisherigen Kritiken fielen eher gemischt aus, jedoch werden große Fans der Minions und Gru bestimmt in irgendeiner Form auf ihre Kosten kommen.

Life, Animated

Owen Suskind, Sohn des Pullitzer-Preisträgers und Wall Street Journal-Autoren Ron Suskind, entwickelte sich in seinen ersten Lebensjahren wie ein ganz normaler Junge. Alles schien normal zu verlaufen, bis Owen im Alter von drei Jahren mit Autismus diagnostiziert wurde. Sein Verhalten verschlechterte sich zunächst immer drastischer: er hörte auf zu sprechen und es galt als praktisch unmöglich, irgendeine Verbindung zu ihm aufzubauen. Eines Tages entdeckte Owen Zeichentrickfilme für sich, die sein Leben von Grund auf veränderten. Die liebevollen Geschichten von Animationsstudios wie Disney konnten Owen auf eine Art und Weise erreichen, wie es zuvor keiner schaffte, gaben ihn seine Stimme zurück und halfen ihn dabei, die Welt um ihn besser zu verstehen. Mittlerweile ist Owen zu einem eigenständigen Mitglied der Gesellschaft herangewachsen und hat gelernt, mit seiner komplexen Krankheit umzugehen. Für „Life Animated“, der dokumentarischen Aufarbeitung dieser unglaublichen Geschichte, konnte Filmemacher Roger Ross William zahlreiche Preise gewinnen und wurde in der Dokumentations-Kategorie gar mit einer Oscar-Nominierung gewürdigt. Anschauen lohnt sich!

Ihre beste Stunde - Drehbuch einer Heldin

Im Jahre 1940 befindet sich Catrin Cole (Gemma Arterton) in einer misslichen Lage: ihr Ehe-Mann Ellis (Jack Huston) ist in seinem Dasein als Künstler völlig erfolglos, weswegen sich die beiden - inmitten eines vom Zweiten Weltkrieg gezeichneten Londons - in finanzieller Not befinden. Gegen den Willen ihres Mannes bewirbt sie sich kurzerhand für eine Stelle beim britischen Informationsministerium. Diese beauftragen Catrin an einem Skript zu einem Propaganda-Film zu doktern, um diesem einen ‚weiblicheren Charakter‘ zu verleihen. Mithilfe des hämischen Filmemachers Tom Buckley (Sam Claflin) und des einstigen Schauspielstars Amrbose Hillard (Bill Nighy) will sie den Plan in die Tat umsetzen, um in einer von Not geprägten Nation wieder Hoffnung zu schöpfen. Dieses Vorhaben beweist sich jedoch als gefährlicher als erwartet. Regisseurin Lorne Scherfig (u.a. „An Education“) konnte bisher mit ihrer bewegenden Tragikomödie „Ihre beste Stunde“ (OT: „Their Finest“) trotz eher mäßiger Einspielergebnisse Filmjournalisten weltweit durchaus überzeugen. Ein absoluter Geheimtipp!

Weitere Neustarts

Will Ferrell und „Parks and Recreation“-Star Amy Poehler eröffnen in der Slapstick-Komödie „Casino Undercover“ (OT: „The House“) ein Casino im häuslichen Keller, um mit dem eingenommenen Geld den verlorengegangenen College-Fond für ihre Tochter zurückzubekommen.

Des Weiteren bringt der dänische Filmemacher Ole Bernedal („Nightwatch“) mit „Small Town Killers“ sein neuestes Werk in die deutschsprachigen Kinos. Die schwarze Komödie erzählt von zwei Männern, die beide jeweils einen russischen Profikiller auf ihre Ex-Frauen ansetzen, um sich die Scheidungskosten zu ersparen. Jedoch verlaufen deren Pläne anders als erwartet…

Zudem erwartet uns mit „Ein Chanson für Dich“ das neue Drama mit der famosen Isabelle Huppert in der Hauptrolle. In diesem will das musikalische One-Hit-Wonder-Musiker Liliane mit Unterstützung des angehenden Boxers Jean, an ehemalige Erfolge anknüpfen.

Weiters startet mit das „Das Pubertier - Der Film“ die Romanverfilmung des gleichnamigen Buches von Jan Weiler, in der Jan Josef Liefers seiner Tochter während der schwierigsten Phase der Pubertät zur Seite stehen möchte.

Zu guter Letzt wäre noch die deutsche Komödie „Happy Burnout“ zu erwähnen, die nun auch Einzug in die österreichischen Lichtspielhäuser findet. Hier spielt Wotan Wilke Möhring einen Alt-Punkt, der vorgibt am Burnout-Syndrom erkrankt zu sein, um weiterhin Hart IV-Geld zu erhalten.

In diesem bunt-gemischten Genre-Cocktail wird bestimmt auch diese Woche wieder ein/e jede/r ein filmisches Schmankerl für sich entdecken können. Viel Spaß im Kino!
Der Autor
chros
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