Neu im Kino
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Neu im Kino (KW 24/2017)

Gal Gadot als Wonder Woman, Bella Brown, Maria Mafiosi oder auch Bob der Baumeister – die Kinoneustarts der Woche sind von Alliterationen geprägt.

Wonder Woman

Nachdem Comic-Gigant Marvel unter Disney mit dem Großteil der bisherigen Filme des sogenannten „Marvel Cinematic Universe“ sowohl bei Zuschauern als bei Kritikern Anklang finden konnte, rief Hauptkonkurrent DC mit dem eigens betitelten „DC Extended Universe“ vor wenigen Jahren ihren Gegenentwurf zu Marvels filmischen Universum ins Leben. Ähnlich wie es Marvel in Vorbereitung auf den ersten „Avengers“-Film machte, versucht auch DC zunächst anhand von Solofilmen Schritt für Schritt auf das gemeinsame Zusammentreffen im Ende diesen Jahres erscheinenden „Justice League“ aufzubauen. Gemessen an den drei bereits erschienenen filmischen Einträgen in das DCEU („Man of Steel“, „Batman vs Superman“, „Suicide Squad“), gingen die Versuche ein ähnlich starkes Superheldenuniversum zu kreieren qualitativ teilweise gar katastrophal in die Hose. Das einstige israelische Supermodel Gal Gadot mimte bereits im überfrachteten Showdown von „Batman vs Superman“ (2016) für ein paar wenige Szenen die Amazonen-Prinzessin Diane Prince aka Wonder Woman. Im diese Woche erscheinenden „Wonder Woman“ von Regisseurin Patty Jenkins („Monster“) bekommen wir nicht nur den allerersten Solo-Leinwandauftritt der vermutlich populärsten Superheldin der Comicgeschichte, sondern basierend auf den bisher euphorischen Kritiken, den ersten geglückten Streifen im DCEU zu sehen. In der Comicverfilmung wird die Prinzessin der Amazonenkriegerinnen vom Piloten Steve (Chris Pine) in die Welt der Menschen gebracht, um diesen während des Ersten Weltkrieges in der Not zu helfen.

Der wunderbare Garten der Bella Brown

Unter diesem außergewöhnlichen Titel, an dem Regisseur Simon Aboud seit bereits fast zehn Jahren arbeitet, liefert der 51-jährige Brite nach „Comes a Bright Day“ (2012) seinen erst zweiten Spielfilm. Das moderne Märchen handelt von der zurückgezogenen Londoner Bibliothekarin Bella Brown (Jessica Brown Findlay), deren sehnlichster Wunsch es ist, eines Tages ein erfolgreiches Kinderbuch zu veröffentlichen. Bei der Erfüllung ihres Traumes stehen ihr jedoch ihre Schüchternheit, vielerlei Ängste und ihr chaotisches Gemüt im Weg. Als sie von ihrem Vermieter dazu genötigt wird, entweder auszuziehen oder sich ihren völlig verwilderten Garten zu widmen, trifft sie auf den Witwer Alfie Stevenson (Tom Wilkinson) von nebenan. Dieser erkennt in Bella großes Talent und versucht der jungen Frau dabei zu helfen, ihre Ängste und Hemmungen unter Kontrolle zu halten. Neben Findlay und Wilkinson, sind unter anderem Jeremy Irvine („Gefährten“) und „Sherlock“-Star Andrew Scott zu sehen.

All Eyez on Me

Tupac Shakur, der 1996 während des Rapper-Konflikts zwischen der East- und West-Coast im Alter von nur 25 Jahren erschossen wurde, zählt aufgrund seiner politischen Texte als einer der einflussreichsten Rap-Musiker der Musikgeschichte. Bereits im Oscar-nominierten Rap-Drama „Straight Outta Compton“ (2015), welches von der Gründungsgeschichte der Hip-Hop-Truppe N.W.A. erzählte, wurde der primär für seinen Bühnennamen 2pac bekannte Musiker in kurzen Auftritten von Schauspielern verkörpert. Mit dem Start des von Tupacs Mutter Afeni Shakur co-produzierten Musik-Biopic „All Eyez on Me“, dürfen sich Fans nun auf die erste nicht-dokumentarische filmische Auseinandersetzung mit der Karriere der Rap-Legende (hier gespielt von Demetrius Shipp Jr.) freuen, der bereits während seiner Kindheit im Manhattaner Viertel Harlem für seine Rechte als Afroamerikaner kämpfen musste. In weiteren Rollen sind unter anderem „The Walking Dead“-Star Danai Guirira als Tupacs Mutter, Kat Graham als einstige gute Freundin und heutige Schauspielerin Jada Pinkett Smith oder auch Jamal Woolard als „The Notorious B.I.G.“ zu sehen, der bereits im 2009 erschienen Biopic „Notorious B.I.G.“ (2009) den ebenfalls legendären Rapper mimte. Die bisherigen Kritiken fielen sehr gemischt aus, weswegen ein Überraschungserfolg wie bei „Straight Outta Compton“ vermutlich ausbleiben wird.

Weitere Neustarts

Im dieses Wochenende erscheinenden französischen Drama „Agnus Dei - Die Unschuldigen“ versucht eine französische Ärztin während der Nachkriegszeit schwangeren polnischen Nonnen zu helfen.

Des Weiteren erwartet uns kommendes Wochenende nun endlich auch in Österreich Raoul Pecks Oscar-nominierte Dokumentation „I Am Not Your Negro“, die von Samuel L. Jackson erzählt, dem Zuschauer näherbringen möchte, was es bedeutet als Afroamerikaner in den USA zu leben. Marina „Stadtneurotikerin“ Ortner hat den Film für UNCUT bereits auf der diesjährigen Berlinale gesehen und konnte sich in ihrer Exklusivkritik den weltweiten Lobeshymnen anschließen.

Zudem startet die deutsche Krimikomödie „Maria Mafiosi“, in der eine schwangere Polizistin versucht, für sich zu behalten, dass ihr Freund aus einer kriminellen Familie stammt.

Weiters neu im Kino startet die in der Kritik durchgefallene US-Komödie „Mädelstrip“, in der Amy Schumer und Goldie Hawn als Mutter-Tochter-Gespann unerwartet während eines Ecquador-Trips entführt werden.

Die ganz kleinen Kinogäste dürfen sich mit dem Start von „Bob, der Baumeister – Das Mega Team“ auf die Leinwand-Rückkehr des deutlich verschlankten Hauptcharakters der populären Kinderserie freuen.

Bei einer solchen Bandbreite an Neustarts fragt sich ein jeder Cineast natürlich: „Können wir das schaffen? Jo, wir schaffen das!“
Der Autor
chros
chrosTV

Forum

  • Ja, ja der Strip-Baumeister ;)

    Diese Woche ist der Neu-im-Kino-Vorschau-Bild-Satz wieder sehr gelungen. *smile*
    treadstone71
    16.06.2017, 13:13 Uhr