Neu im Kino
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Neu im Kino (KW 15/2017)

Am kommenden Osterwochenende erwartet uns unter anderem der achte Teil einer beliebten Actionreihe rund um Vin Diesel und hochglanzpolierte Autos, ein südkoreanischer Psychothriller, sowie ein Sklavendrama unter der Regie eines vermeintlichen Sexualstraftäters.

Fast & Furious 8

Nach dem tragischen Unfalltod von Paul Walker stand die Frage, ob denn das besonders beim jungen Publikum beliebte „Fast & the Furious“-Franchise überhaupt eine weitere Fortsetzung bekommen würde, in den Sternen. Als aber der 2015 erschiene „Furious 7“ eines der global höchsten Einspielergebnisse der letzten Jahre erzielen konnte, musste auch natürlich bald „Fast & Furious 8“ (im Originalen: The F8 of the Furious) in Produktion gehen und auch zwei weitere Fortsetzungen wurden mittlerweile bereits bestätigt. Nachdem der letzte Teil von Horror-Regisseur James Wan („The Conjuring“, „Saw“) inszeniert wurde, holte man sich für den achten Teil F. Gary Gray auf den Regiesessel, der unter anderem 2015 für das Hip Hop-Biopic „Straight Outta Compton“ jede Menge Lob einheimsen konnte. Auch diesmal geht es wieder um Dominic Toretto (wie immer vom stoischen Vin Diesel verkörpert) und seine Gang rasanter Fahrer, die eigentlich ihre Vergangenheit hinter sich lassen wollten, um ein normales und straffreies Leben zu führen. Doch bereits kurz nachdem Dominic mit seiner Frau Letty (Michelle Rodriguez) von den Flitterwochen zurückkehrt, stößt er auf die Cyber-Terroristin Cipher (Charlize Theron), die ihn zurück auf die schiefe Bahn bringt. Neben Diesel, kehren auch wieder Dwayne Johnson, Jason Statham, Tyrese Gibson und Kurt Russell in ihren etablierten Rollen zurück. Abgesehen von Theron stößt in diesem Teil auch Schauspiellegende Helen Mirren als Neuzugang im Cast der Reihe hinzu. Die bisherigen Kritiken lassen ein spaßiges Action-Spektakel vermuten, welches sich nicht allzu ernst nimmt.

Die Taschendiebin

Park Chan-wook gilt als wahre Regielegende des asiatischen Kinos. Mit Werken wie „Stoker“ (2013) „I’m A Cyborg, But That’s OK“ (2006) und vor allem der sogenannten „Vengeance“-Trilogie, dessen Herzstück der meisterhafte „Oldboy“ (2005) bildete, konnte der südkoreanische Filmemacher durch seine schonungslose Herangehensweise an schwierige Themen ein breites Publikum an Cineasten für sein bisheriges Oeuvre begeistern. In seinem neuesten Thriller „Die Taschendiebin“ (internationaler Titel: „The Handmaiden“) erzählt Park von der raffinierten Taschendiebin Sookee (Kim Tae-Ri), die sich inmitten des von Japan besetzten Korea der 30er-Jahre von der reichen japanischen Erbin Hideko (Kim Min-Hee) als Dienstmädchen einstellen lässt. In Wirklichkeit handelt es sich bei der angeblichen Annahme der Stelle als Dienstmädchen aber nur um einen ausgefuchsten Plan, um gemeinsam mit einem Heiratsschwindler, der sich als Graf aufgibt, an das schwere Vermögen der Erbin zu kommen. Als jedoch zwischen Sookee und Hideko plötzlich wahre Gefühle zueinander entstehen, scheint der ursprüngliche Plan aus dem Ruder zu laufen. Der Psychothriller mit erotischen Zügen feierte bereits bei den letztjährigen Filmfestspielen von Cannes seine Uraufführung und wurde seitdem von sämtlichen Kritikern in höchsten Tönen gelobt. Man darf sich also auf ein starkes Stück asiatisches Kino freuen!

The Birth of a Nation - Aufstand zur Freiheit

Als das Sklavendrama „The Birth of a Nation“ (der Titel ist eine ironische Referenz auf D.W. Griffiths kontroverses und gleich-betiteltes Ku-Klux-Klan-Drama aus dem Jahre 1915) Anfang 2015 auf dem Sundance Festival seine Premiere feierte, galt der Film kurz danach ursprünglich als heißer Oscar-Anwärter für das Jahr darauf. Als dann jedoch kurz vor der US-Veröffentlichung alte Vorwürfe aufgerollt wurden, denen zufolge Regisseur und Hauptdarsteller Nate Parker 1999 eine damalige Studentin vergewaltigt haben soll, entstand eine Kontroverse, die viele Leute dazu ermutigte den Film zu boykottieren und den zuvor entstandenen Oscar-Buzz völlig im Keim ersticken ließ. Das Drama erzählt jedenfalls die wahre Geschichte des ehemaligen Sklaven Nat Turner (gespielt von Regisseur Nate Parker), der im Jahre 1831 eine Widerstandsbewegung anführte, um jene Afroamerikaner zu befreien, die im damaligen Virginia noch versklavt wurden. In weiteren Rollen sind unter anderem Armie Hammer, Colman Domingo und Jackie Earle Haley zu sehen.

Weitere Neustarts

Des Weiteren erwartet uns mit der Heist-Komödie „Abgang mit Stil“ nach „Garden State“ (2004) und „Wish I Was Here“ (2014) die bereits dritte Regiearbeit von „Scrubs“-Star Zach Braff, in der Alan Arkin, Michael Caine und Morgan Freeman drei Rentner spielen, die durch einen Bankraub ihr Pensionsgeld vervielfachen möchten. Zudem startet die Tragikomödie „Zu guter Letzt“, in der Shirley McLaine noch kurz vor ihrem Tod ihr Leben komplett umkrempeln möchte, damit ihre Todesanzeige den eigenen Vorstellungen gerecht wird. Auch Matthew McConaughey-Fans sollten diese Woche auf ihre Kosten kommen, denn der beliebte Texaner porträtiert im auf wahren Begebenheiten beruhenden Drama „Gold“ einen Goldsucher, der Ende der 80er-Jahre im indonesischen Dschungel auf eine dicke Goldgrube stößt.
Der Autor
chros
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