Viennale, Wien
So Long, Viennale 2016

So Long, Viennale 2016

Ein Rückblick auf die Viennale 2016
Oh nein! Die Viennale ist vorbei – gefühlt diesmal noch schneller vergangen als in den letzten Jahren (Na gut, sie war ja diesmal auch wirklich kürzer).Gestern wurde mit dem Abschlussfilm „La La Land“ (ja, sehenswert nicht nur wegen Ryan Gosling) und der Abschlussgala die Viennale 2016 offiziell beendet.

Obwohl die Viennale selbst keinen Wettbewerb ausrichtet, wurden zum Abschluss einige Preise verliehen: Der Wiener Filmpreis ging an Barbara Eders „Thank You For Bombing“ – ein Episodenfilm über drei Kriegsreporter, der leider nicht bei der Viennale zu sehen war. Ebenfalls nicht zu sehen, aber dennoch ausgezeichnet wurde der Dokumentarfilm „Holz Erde Fleisch“ von Sigmund Steiner, der diesen Preis auch schon bei der Diagonale entgegennehmen durfte. Der Mehrwert-Filmpreis der Erste Bank ermöglicht dem Regie-Team Tizza Covi und Rainer Frimmel für „Mister Universo“ sowie der Dokumentarfilmerin Katharina Copony für „Moghen Paris - und sie ziehen mit“ einen einmonatigen Aufenthalt in New York. Den Fipresci-Preis, der Preis der internationalen Filmkritik, erhielt Kaweh Modiri für seine Doku-Fiktion „Bodkin Ras“ und den Publikumspreis des Standard Babak Anvari für seinen Horrorfilm „Under the Shadow“.

Nachdem ich leider keinen, der bei der Viennale präsentierten und prämierten Filme gesehen habe, kann ich mich in meinem Resümee nur auf meine persönlichen Highlights beziehen (und mich im Weiteren auf die ausgezeichneten Filme freuen).

Die lang Ersehnten, von denen ich so viel erwartet habe, haben mich nicht enttäuscht. Allen voran „Paterson“, „Manchester by the Sea“ und „Alles was kommt“ waren wunderbare, absolut sehenswerte Filme. Mein persönliches, und unerwartetes, Highlight war Bonellos „Nocturama“. Ich gebe zu, im Vorhinein habe ich mich etwas vor diesem Film gefürchtet und vor allem davor, dass der Film über Terroranschläge in Paris allzu sensationsgeladen sein würde. Doch es kam ganz anders: Bonello hat mich volle 130 Minuten im Bann gehalten – und das beinahe unscheinbar. „Nocturama“ ist ein starker, ästhetischer Film, der auch noch Tage später nachgewirkt hat.
Ein weiteres persönliches Highlight war, dass ich dank des Christopher Walken Tributes endlich „True Romance“ auf der großen Leinwand sehen durfte. Selten hatte ich einen Ohrwurm eine Woche lang, und habe mich ständig daran erfreut (Danke dafür, Hans Zimmer – You’re so cool!).

Weiner“ wird mir als unterhaltsame, aber vor allem auch relevante Dokumentation in Erinnerung bleiben. Und auch wenn der Star der Doku „Sonita“ (eine afghanische Rapperin) noch nicht ganz so groß ist, wie „The Kinks“ – konnte der Dokumentarfilm über sie allemal mit der, leider eher mäßigen, Ray-Davies-Doku mithalten.

Neben diesen Höhen und Tiefen gab es bei der diesjährigen Viennale auch viele nette Filme. Sie werden vielleicht nicht ewig in Erinnerung bleiben, haben aber mit ihren Lachern, etwas Spannung und Herz (und einer Handvoll Drageekeksi) für schöne Kinomomente gesorgt.
Neben den Filmen hat wie immer hat auch die Festivalzentrale ganz wunderbar zur Festivalstimmung beigetragen. Hier hat sich das Tribute-Thema „Dancer in the Dark“ konsequent fortgesetzt - Schlafmangel inklusive.

Ok, jetzt wird sich wohl bald der Post-Viennale Blues einstellen und doch: Ein bisschen freue ich mich auch auf anderes Programm als Kino. Apropos Programm: In den „regulären“ Kinos gibt es ja auch noch einiges, was ich nicht gesehen habe. In diesem Sinne: Nach der Viennale ist vor dem Kino.
Die Autorin
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Gloria Swenson

Forum

  • Rückblick

    Danke für den sehr netten Rückblick auf die Viennale 2016 und auch deine Kritiken, die ich in den letzten Tagen verfolgen durfte. Es ist bestimmt auch der ein oder andere Film für mich mit dabei. Ich persönlich war noch nie auf der Viennale und dein Beitrag macht Lust auf mehr. Vielleicht werde ich mich auch dort einmal wieder finden.
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    04.11.2016, 18:38 Uhr
  • Viennale 2016

    Das klingt nach einer ganz ähnlichen Viennale-Erfahrung wie ich sie hatte, und ich kann nächstes Jahr schon kaum erwarten!
    „Nocturama“ hat es übrigens fast in die engere Auswahl der Standard-Publikumsjury geschafft - bei den 19 Filmen war vieles dabei, wo man von selbst vielleicht gar nicht drauf gekommen wär, sich das anzuschauen.
    Wenn die Viennale eines macht, dann ist es Leute ins Kino zu bringen. Und ich hoffe das geht auch nach dem Festival so weiter!
    Kleiner Fehler hat sich oben eingeschlichen - das sollte doch bestimmt "Miles-Davis-Doku" heißen ;) (die fand ich übrigens auch nicht unbedingt spannend oder unterhaltsam)
    04.11.2016, 12:48 Uhr
    • Davis Davies

      Da hat sich wirklich ein kleiner Fehler eingeschlichen denn „Ray Davies“ (Sänger und Komponisten der britischen Rockband The Kinks) schreibt man mit einem E und nicht „Davis“.
      Auf der Viennale wurde die Doku RAY DAVIES: IMAGINARY MAN gezeigt.
      Nicht zu verwechseln mit dem Spielfilm MILES AHEAD über Miles Davis, der ebenfalls auf der Viennale gezeigt wurde.
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      04.11.2016, 13:44 Uhr