Ich hatte die große Freude mir einige Filme auf diesem Festival anzuschauen und bin wirklich mit sehr interessanten wie auch schockierenden Geschichten belohnt worden. Die absoluten Highlights für mich waren der iranische Film „No Land's Song“ und der indische Film „Kajarya“. In „No Land's Song“ geht es um die Zensur von Frauen im Iran: Frauen ist es verboten öffentlich Solo zu singen, denn dadurch könnten sie ja sexuelle Gefühle in Männern erregen. Die Stimme einer Frau darf sowieso nicht öffentlich gehört werden. Eine junge Komponistin versucht dies jedoch zu ändern. Im „Kajarya“ geht es um die Mädchenopferung in Indien. In gewissen Dörfern sind neugeborene Mädchen gar nicht willkommen, sofort nach der Geburt werden sie getötet, denn der Familienvater wünscht sich ausschließlich Söhne. Dieses „Ritual“ wird heutzutage sowohl in Indien als auch in anderen Ländern wie China etc. praktiziert. Nach diesem Film gab es ein Publikumsgespräch mit der Regisseurin Madhureeta Anand, die sehr treffend sagte „It’s hard to be a woman in India and not wanting to make this film.“
Ebenfalls zu erwähnen ist der Film „The Crossing“, in dem syrische Flüchtlinge auf ihrer Reise nach Europa begleitet werden. Was diese Menschen durchmachen, nur um dann in Land zu kommen, in dem sie großtenteils nicht willkommen sind, regt einen wirklich zum Nachdenken an.
Sehr mutige Filmemacher haben sich dem Thema der Menschenrechte angenommen und durch ihre Filme gezeigt wo die Politik versagt, wo Veränderungen dringend notwendig sind und wo Menschenrechte, die für uns so selbstverständlich sind, entweder durchgehend gebrochen werden oder überhaupt nicht existieren. Ziel dieses Festivals war es Leute auf all die Ungerechtigkeiten und Probleme dieser Welt hinzuweisen, ihre Augen zu öffnen und einfach mit brutalen Wahrheiten zu konfrontieren.
Gewinner des ETC-Kurzfilmwettbewerbs wurde der Film „Helden der Armut“ von Gregor Fischer:

