Berlinale 2016
Berlinale 2016 - Tag 5

Berlinale 2016 - Tag 5

Während heute die kommenden Stars des europäischen Kinos gefeiert wurden, gibt der erfolgreiche Regisseur Thomas Vinterberg sein Wissen an die Zuschauer weiter.
Es fühlte sich an wie Weihnachtsgeschenke zu erraten, bevor Weihnachten ist. Heute hatten wir die besondere Möglichkeit, Schauspieler kennenzulernen, die die internationale Filmwelt unter den besten Voraussetzungen betraten. Die European Shootingstars sind die Stars von morgen und drei der Newcomer konnte ich heute exklusiv interviewen. Lou de Laâge aus Frankreich gestand mir ihre Liebe zum Theater, Jella Haase (bekannt aus „Fack ju Göhte“) demonstrierte ihre Schlagzeugkünste und Atli Oskar Fjalarsson erzählte mir, was er, in Los Angeles lebend, an Island vermisst. Ein Film des Schweizer Shootingstars Kacey Mottet Klein, „Mit Siebzehn“, lief sogar schon im Wettbewerb. Zu den Shooting Stars wird es in den nächsten Tagen noch einen eigenen Bericht sowie einen Interviewmitschnitt geben.

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Im HAU Hebbel am Ufer, das eigentlich ein Theater ist, war Thomas Vinterberg zu einem Gespräch im Rahmen der Berlinale Talents zu Gast. Berlinale Talents bringt 300 aufstrebende Filmemacher aus aller Welt zusammen und diskutiert kreatives Zusammenarbeiten im Film. Vinterberg sprach dabei ausführlich über seine eigenen Erfahrungen mit Kollektiven und Kommunen, im Zusammenhang mit seinem Wettbewerbsfilm „Die Kommune“ und über das Zusammenarbeiten mit Schauspielern bei verschiedenen Projekten seiner Karriere. Dabei zeigte er uns exklusive Ausschnitte des neuen Films, der am Mittwoch hier Premiere feiert.

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Umfunktioniert wurde auch die Musicalbühne Friedrichstadtpalast, um heute als Schauplatz für die Premiere von „Maggies Plan“ (sowie auch viele andere Premieren) zu dienen. Es ist ein Film von Rebecca Miller, in dem eine übermotivierte Mutter mit einer Karrierefrau um einen Mann kämpft und dabei zu viele Pläne schmiedet. Greta Gerwig und Julianne Moore bildeten mit Ethan Hawke ein wunderbares Ensemble für so eine leichtfüßige Komödie. Hohes Tempo machte für mich den Reiz des Films aus und gute Situationskomik ließ das Publikum mehrfach zwischenapplaudieren. Was mich aber störte, war die Überdrehtheit der Frauen, was ich inzwischen schon fast als typisch amerikanisch empfinde.

Den Anfang vom heutigen Wettbewerb machte der bosnische Film „Death in Sarajevo“. Ein Film über das Attentat auf Kaiser Franz Ferdinand und die nach wie vor vorherrschenden Differenzen zwischen Bosnien und Serbien. Eigentlich schockierend, dass die zwei Länder noch immer nicht richtig Frieden geschlossen haben, obwohl das historische Ereignis des Attentats schon über 100 Jahre zurückliegt.

Das Thema Krieg zog sich den ganzen Vormittag durch. Weiter ging es mit „Jeder stirbt für sich allein“, einem Film über ein Ehepaar in Berlin um die 1940er. Dieses Paar lehnt sich gegen das Hitler-Regime auf, indem es antifaschistische Postkarten an öffentlichen Plätzen hinterlegt. Auf der Pressekonferenz zu diesem Film war der größte Kritikpunkt der Journalisten warum eine deutsche Geschichte auf Englisch erzählt wird? Regisseur Vincent Pérez zog sich dabei aber sehr geschickt aus der Affäre, indem er sagte, dass man mit der englischen Sprache ein breiteres Publikum erreichen könne. Er wolle mit diesem Film eine Botschaft an die Allgemeinheit verbreiten.

Den Abschluss vom heutigen Wettbewerb machte ein chinesischer Film „Crosscurrent“, über einen jungen Frachtschiffkapitän, der auf dem Yangtse flussabwärts fährt. Auf dieser Reise begegnet er einer Reihe von Menschen, verliert diese auch wieder und verliebt sich sogar. Untermauert wird dieser Film mit wunderschönen chinesischen Sprüchen und Gedichten.

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Die Autorin
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LucyVonTrier

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  • Freude

    Man sieht Euch die Freude an der Berichterstattung an - ich bin mir sicher, dass sie bis zum Ende der Festspiele anhalten! Wünsche Euch weiterhin viel Spaß
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    17.02.2016, 18:29 Uhr