Was hat es aber mit der Nennung der Schauspielernamen genau auf sich? Warum steht dieser Darsteller an erster Stelle und ein anderer, möglicherweise bekannterer wird erst am Ende genannt? Es gibt keine allgemeine Grundregel, wie Produzenten die Reihenfolge ihrer Stars gestalten sollen, dennoch ist es häufig so, dass der Schauspieler, der die Hauptfigur der Serie verkörpert, zuerst genannt wird. Da die Hauptfigur einer Serie meist, aber nicht immer, der größte Star der Produktion ist, behilft man sich damit, dass man etwaige andere Berühmtheiten am Ende der Darsteller Credits nennt. Oft spiegelt sich in der Reihenfolge der Nennung auch die Gehaltseinstufung der Schauspieler wieder.
Ein gutes Beispiel hierfür ist „How I met your mother“: der „Vater“ und Erzähler wird von Josh Radnor dargestellt, vor seiner Rolle in der Serie ziemlich unbekannt. Im Gegensatz zu seinen zwei Freunden Barney und Lily. Barney wird von Neil Patrick Harris verkörpert, einem ehemaligen Kinderstar der Serie „Doogie Houser“. Und Lily alias Alyson Hannigan war durch die „American Pie“-Filme berühmt geworden. Radnor steht also an erster Stelle, dann kommen die anderen Darsteller und am Ende Harris und Hannigan, in der Vorstellung verbunden durch „with“ und „and.“ Ähnliches gilt für „Boston Legal“. James Spader als Dreh- und Angelpunkt der Serie gebührt die erste Nennung, am Ende kommen die beiden Alt-Stars Candice Bergen und William Shatner. Wenn ein Schauspieler eigentlich kein Seriendarsteller ist und fast zu edel dafür, wird manchmal die Formulierung „Special appearance“ verwendet, so zum Beispiel bei Rorys Großvater, dargestellt von Edward Herrmann, in „Gilmore Girls“.
Bei Fernsehserien mit außergewöhnlich vielen Darsteller, wie beim amerikanischen Traumschiff-Pendant „Love Boat“, werden die Gaststars in der Regel alphabetisch angeführt. Erst dann wird die Stamm-Crew vorgestellt. Obwohl auch die Serie „Die Waltons“ eine Menge Darsteller hat, begnügt man sich hier bei den Opening Credits damit, den Darsteller eines Sohnes – nämlich John Boy – explizit vorzustellen. Sonst werden nur Eltern und Großeltern namentlich genannt, die anderen Kinderdarsteller werden als nicht so wichtig erachtet und bleiben „uncredited“. Interessanterweise hielt sich auch die Serie „Dallas“, mit ihren vielen Stars, an eine alphabetische Aufzählung; eventuell war es hier besonders schwierig, jemanden speziell herauszuheben und daher hat man sich in dieser Art und Weise beholfen.
Manchmal wird im Intro nicht nur der Name des Schauspielers genannt, sondern auch die Rolle, die er in der Serie verkörpert, namentlich angeführt. Das ist meistens dann der Fall, wenn die Rolle besondere Aufmerksamkeit bei den Fans erregt, besonders liebenswert oder skurril ist. Ein gutes Beispiel dafür ist „King of Queens“: hier wird Jerry Stiller, der den verschrobenen Vater von Hauptdarstellerin Carrie spielt, dezidiert als „Arthur“ genannt. Weil Arthur an sich schon eine Marke ist. Ebenso wie die böse „Alexis“, dargestellt von Joan Collins es früher in „Dynastie, der Denver Clan“ war, und deshalb auch so benannt wird. In den späteren Staffeln von „Beverly Hills 90210“ kehrt die frühere Figur Dylan, dargestellt von Luke Perry, zurück und wird dann ganz am Ende der Credits auch wieder „as Dylan“ vorgestellt, obwohl jeder der Fans ohnehin weiß, wer das ist. Aber es ist gut für das Image der späteren Staffeln, eine Kultfigur von früher zurückgewonnen zu haben.
Besonders außergewöhnliche Credits gibt es bei „Six Feet Under“, wo offenbar alle Darsteller zu abergläubisch waren, um ihren Namen auf einem Grabstein schreiben zu lassen. Erfinder Alan Ball hat sich dann aber doch getraut.






