Caines Corner
Caines Corner: Gefährliche und fatale Dreharbeiten

Caines Corner: Gefährliche und fatale Dreharbeiten

Warum Sicherheitsmaßnahmen nicht nur auf dem Papier geplant werden können.
Was man als Kinozuschauer manchmal vergisst ist, dass auch der Dreh einer Filmproduktion für die Beteiligten sehr gefährlich, ja sogar fatal sein kann. Zuletzt gab es bei den James-Bond-Dreharbeiten „Spectre“ in Tirol Medienmeldungen von Unfällen mit schweren Verletzungen bei einem Autostunt. Zum Glück gab es hier keine Todesfälle zu beklagen.

Leider ist 2014 für eine junge Kamerassistentin namens Sarah Jones bei den Dreharbeiten von „Midnight Rider“ das Unglück tödlich ausgegangen – sie wurde von einem Zug überfahren. Die Filmemacher haben den Sicherheitsgedanken am Set nicht nur viel zu wenig und grob fahrlässig beachtet, sondern man ist davon ausgegangen, dass eine Film verwendete Zugstrecke wenig befahren ist, aber in Wirklichkeit mit mindestens zehn Zügen täglich zu rechnen gewesen wäre. Das hat erstmals nicht nur strafrechtliche Konsequenzen für den Regisseur Randall Miller, der wegen fahrlässiger Tötung zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt wurde, sondern führt zusätzlich zu acht Jahren Bewährung und Berufsverbot, Geldstrafen und gemeinnütziger Arbeit.

In der Filmgeschichte gab es zahlreiche „Beinahe-Katastrophen“: z.B. als Sylvester Stallone Ende der 80er von einem zu tief fliegenden Hubschreiber bei „Rambo III“ fast getötet wäre.

Andere traurige Beispiele von fatalen Dreharbeiten sind „Delta Force 2 - The Colombian Connection“ und „Unheimliche Schattenlichter“: beim Actionfilm mit Chuck Norris aus dem Jahr 1990 mussten 5 Crewmitglieder (Pilot, Kameramann sowie 3 weitere Mitarbeiter) die Dreharbeiten mit ihrem Leben bezahlen, als ein Hubschrauber einen Unfall hatte.

Ebenfalls ein Unglück mit einem Hubschrauber bzw. dem Rotor kostete Anfang der 80er Jahre dem Schauspieler Vic Morrow sowie 2 Kinderdarstellern bei „Twilight Zone - Unheimliche Schattenlichter“ das Leben.

Sicherheit und die dazugehörigen Sicherheitsmaßnahmen müssen Priorität bei Dreharbeiten haben. Kein Leben sollte aufgrund von Schlampereien, Kostendruck und unprofessioneller Vorbereitung zu Ende gehen. Vielleicht trägt die Verurteilung des oben genannten Filmregisseurs zu einem Umdenken im Business bei – zu hoffen wäre es!
Der Autor
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Forum

  • Arbeitsunfall

    Wenn man die Sache nüchtern betrachten ist oder war dies einfach ein Arbeitsunfall, wie sie täglich passieren. Es ist natürlich tragischer da man, durch das Ansehen des Films, sich des Unfalls vielleicht bewusst wird. Unterm Strich ist es aber ein normaler Arbeitsunfall.
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    08.04.2015, 19:37 Uhr
  • Heftig

    Wirklich heftig, wenn man da so liest was passiert. Da wird aus Stunts wirklich tödliche und unnötige "Action". Keiner der Mitarbeitenden wird wohl in Zukunft die Sicherheit am Set vernachlässigen. An einen weiteren "brutalen" Fall erinnere ich mich. Als Brandon Lee bei den Dreharbeiten von "The Crow" getötet wurde...
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    01.04.2015, 16:42 Uhr
  • umdenken

    erinnert mich an die alten zirkusnummern: immer höher, immer gewagter, und am besten ganz ohne netz... das war noch "geiles" material für filme wie trapez oder die größte schau der welt – bis kein hahn mehr danach krähte, und die sinkenden einnahmen weder die kosten noch das risiko rechtfertigten.
    vielleicht wäre es an der zeit, sich (wieder einmal) mehr auf gute drehbücher zu besinnen als auf immer höhere dosen adrenalin.
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    31.03.2015, 20:51 Uhr