Berlinale 2015
Berlinale 2015 - Tag 8

Berlinale 2015 - Tag 8

Späte Helden der Nazi-Zeit und unfreiwillige Jungfrauen standen heute im Wettbewerb auf dem Programm und zwei Ehrenpreise wurden verliehen.
Heute wurde im Wettbewerb am Morgen der neue Film „Elser“ von Oliver Hirschbiegel („Der Untergang“) gezeigt. Darin wird die Lebensgeschichte von Georg Elser erzählt, der ein Attentat auf Adolf Hitler geplant hatte, das nur deshalb fehlschlug, weil der Führer das Münchner Bürgerbräuhaus 13 Minuten früher als geplant verlassen hatte. Der Film wurde heute im Wettbewerb, jedoch außer Konkurrenz, gezeigt.

Am frühen Nachmittag wurde dann der albanisch-italienische Film „Vergine giurata - Sworn Virgin“ gezeigt. Der Film erzählt die tragische Geschichte einer jungen Frau in den Bergen Albaniens, die aus familiären Gründen jeglichen Kontakten zu Männern abschwört und fortan wie ein Mann leben muss. Eines Tages jedoch flieht sie zu ihrer Schwester nach Mailand und entdeckt ihre Weiblichkeit und ihre weibliche Sexualität. Der Film ist das Spielfilmdebüt der Regisseurin Laura Bispuri und wurde vor allem wegen der tollen Leistung ihrer Hauptdarstellerin Alba Rohrwacher sehr positiv aufgenommen.

Für den großen Regisseur Wim Wenders gab es heute außerdem eine feierliche Gala zur Überreichung des Ehrenbären für sein Lebenswerk. Wim Wenders ist spätestens seit „Der Himmel über Berlin“ untrennbar mit der Stadt verbunden und gehört zu den wichtigsten Filmemachern unserer Zeit.

Außerdem wurde heute auch die „Berlinale Kamera“ an den in Moldavien geborenen ehemaligen Direktor des russischen Filmmuseums Naum Kleimann verliehen. Die „Berlinale Kamera“ wird traditionell für Persönlichkeiten und Institutionen vergeben, mit denen sich die Berlinale besonders verbunden fühlt. Weitere Preisträger in diesem Jahr waren die Food-Aktivisten Alice Waters und der Slow-Food-Begründer Carlo Petrini sowie der Sohn von Max Ophüls, nach dem das Filmfestival in Saarbrücken benannt ist, Marcel Ophühls, der sich als Regisseur und Dokumentarfilmer einen Namen gemacht hat und 1988 mit dem Oscar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet wurde.