Caines Corner
Caines Corner: Die größte Vorfreude auf Kinofilme

Caines Corner: Die größte Vorfreude auf Kinofilme

Leander Caine erinnert sich wie 2 Filme ein Leben positiv verändern konnten.
Am 26.10.1989 kam die „BATMANIA“ endlich auch nach Österreich. Tim Burtons Interpretation des dunklen Ritters kam in den USA bereits am 23.5.1989 ins Kino. Es ist kaum in Worte zu fassen wie sehr ich mich seinerzeit auf diesen Film gefreut habe. Ich konnte es nicht erwarten zum österreichischen Nationalfeiertag Michael Keatons und vor allem Jack Nicholsons Auftritt als Batman und Joker im Kino zu bewundern. Die sensationelle Vorberichterstattung, die fantastischen Kinotrailer und der bombastische Erfolg am US-Box-Office leisteten Ihren Beitrag dazu, dass man als begeisterter Comic- und Kinofan jeden Tag bis zum Start zählen musste. Besonders gut eingeprägt haben sich 2 Erinnerungen:

1. Im Kinomagazin KINO (wurde vor langer Zeit leider eingestellt) wurden Kinozuschauer in den USA nach Ihrer Meinung gefragt. Eine Kritik, die unvergesslich bleibt und die ich nicht glauben konnte, war, dass „Batman“ zu „wenig Action“ hatte.

2. Kurz vor dem Kinostart in Graz – Annenhofkino Saal 1 – hatte mein bruderähnlicher Freund 10 Karten organisiert. Diese waren in einem Kuvert verschlossen. Aber wie es das Schicksal so will, hatte seine Mutter wahrscheinlich diesen Schatz unbeabsichtigt weggeschmissen. Auch heute ist diese Story einfach nur unglaublich ;)
Gerettet hat mich dann ein Schulkollege, der beim Kleidungsunternehmen „BONGOS“ ein BATMAN-T-SHIRT gekauft hatte und dabei 2 Premierenkarten bekam. Vielen Dank Sven!



Dieses Gefühl der unbeschreiblichen Vorfreude auf einen Film gab es genau 2 Jahre später wieder – nämlich Arnolds 2. Auftritt in „Terminator 2 - Tag der Abrechnung“. Auch hier sah ich die ersten Bilder zum ersten 100-Millionen-Dollar-Film in der Kinofachzeitschrift KINO. Habe mir die Bilder wahrscheinlich über 100 Mal angeschaut. Vor allem das Bild wo der LKW von der Brücke stürzt und die Verwandlungsbilder des T-1000 haben sich unauslöschlich eingeprägt. Die Vorfreude war vergleichbar wie bei „Batman“. Und wieder zählte ich die Tage bis zum 24.10.1991. Kinostart in den USA war schon am 3.7.1991. Verstärkt wurde die Vorfreude mit der Spekulation, dass Arnold Schwarzenegger zur Premiere nach Graz kam – übrigens wieder ins Annenhofkino Saal 1. Zwei Tage vor dem österreichischen Nationalfeiertag war ich schon in der Früh im Kino um mich in eine Warteliste einzutragen. 5 Minuten vor Filmbeginn um 20 Uhr war es dann endlich soweit – ich bekam 2 Premierenkarten. Aber mein bruderähnlicher Freund fand keinen Parkplatz für seinen roten Ford Taunus. 2 Minuten vor 20 Uhr schenkte ich aus diesem Grund die zweite Karte einem Filmliebhaber namens „Ewald“, der vor Glück und Dankbarkeit außer sich war. Arnie kam dieses Mal übrigens nicht – er hatte eine Videobotschaft geschickt mit der Empfehlung „Terminator 2“ fünf (!) Mal im Kino anzuschauen. Bis dato habe ich es auf 4 Mal gebracht – das letzte Mal mit meinem Uncut-Kumpel Andi nach dem Weihnachts-Uncut-Meeting 2012 im Grazer KIZ RoyalKino ;)

Seit „Batman“ und „Terminator 2 - Tag der Abrechnung“ ist fast ein Vierteljahrhundert vergangen – eine ähnliche Vorfreude habe ich seitdem nie mehr gefühlt. Aber die Erinnerungen an diese 2 Filmevents werden mich mein Leben lang positiv begleiten.
Der Autor
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Forum

  • Superman se vrací

    Ich erinnere mich zu diesem Thema gerne an den Film „Superman Returns“, der in Österreich mit so viel Verspätung angelaufen ist, dass ich mit Leander und einigen Freunden nach Prag gefahren bin um mir dort die Originalversion anzuschauen. Dass der Film dann dort auch verschoben wurde und wir stattdessen „Cars“ angeschaut haben ist eine andere Geschichte...
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    25.04.2014, 22:23 Uhr
  • T2, selig

    Da klink ich mich doch bei "T2" ein. Ich (einer von vielen) über eine Stunde vor Filmbeginn vor dem Wiener Gartenbaukino. Eine Freundin aus London hat mir gesagt: "Das musst du sehen!". Und dann - "Ausverkauft!" - Einzige Chance: Jetzt eine Karte für 23 Uhr kaufen. Und so schlendern wir zu viert vier Stunden in einer kalten Novembernacht durch das nächtliche Wien, ohne irgedwo einzukehren (unser Geld steckte ja schließlich in der Kinokarte.) Um 23 Uhr dann alles vergessen. Große Leinwand und Rumms! Bis heute ist der Film für mich ein Musterbeispiel wie man Spezialeffekte einsetzt, ohne einen Film kaputt zu machen. - Großartig!
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    16.04.2014, 20:03 Uhr
  • Vorfreude ist oft die schönste Freude

    Mitunter kann es ja auch vorkommen, dass der lang ersehnte Film dann gar nicht so toll war, aber die Vorfreude und die Mühen, die man auf sich genommen hatte, vergisst man nicht so schnell ... ;-)
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    16.04.2014, 11:09 Uhr
  • Andere Generation - andere Filme

    Tolle Kolumne!
    Andere Generation - andere Filme: Bei mir war es z.B. "Sin City", den ich kaum erwarten konnte, im Kino zu sehen. Aber auch noch viele andere Filme. Welche Erinnerung in der Nachbetrachtung die Zeit überdauern wird, wird sich erst zeigen ;-).
    Weil du auch davon gesprochen hast, was du nicht alles über "Batman" und "Terminator 2" in (Film-)zeitschriften gelesen hast: Eben bei "Sin City" hat mir die überbegeisterte Vorrecherche beinahe das einzigartige Kinoerlebnis gekostet, weil bereits so viel Bildmaterial, das vorher gesehen werden konnte, z.B. waren die ersten 10 Min. online gestellt usw.
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    15.04.2014, 12:04 Uhr